Rapperswil-Jona
08.04.2019

RJ: BREITE OPPOSITION FÜR SCHUTZ DES MEIENBERGS

In den nächsten Wochen beginnt das fakultative Referendum gegen den Teilzonenplan Dornacher. Eine Allianz aus politischen Parteien und Vereinen will die Zersiedelung des Meienbergs verhindern.

Der Stadtrat möchte das Grundstück Dornacher am Hangfuss des Meinbergs in eine Wohnzone umwandeln. Dagegen regt sich nun breiter Widerstand. Die Bevölkerung soll entscheiden

Der Stadtrat von Rapperswil-Jona hat Ende Januar alle privaten Einsprachen gegen den Teilzonenplan Dornacher abgewiesen. Das weitflächige Grundstück an der Hanfländerstrasse würde somit zu einer Wohnzone und in den nächsten Jahren verbaut. Darüber soll nun die Bevölkerung abstimmen: Die Ortsparteien GLP, UGS und SVP, die Interessengemeinschaft Freiraum Meienberg sowie der Heimatschutz St. Gallen-Appenzell Innerrhoden haben beschlossen, das Referendum zu ergreifen. Die breite politische Allianz von links über die Mitte bis ins bürgerliche Spektrum zeigt, dass der Erhalt unseres Lebensraumes ein breit verankertes Anliegen ist.

Der erste Dominostein

Der Meienberg hat eine wichtige Funktion als Naherholungsgebiet, die ganz entscheidend durch den Dornacher und die weiteren Grundstücke am Hangfuss getragen wird. Denn von der Hanfländerstrasse und vom Lattenhofweg her können auch ältere Menschen und Eltern mit Kinderwagen die weiträumige Erholungslandschaft mit Weidetieren, prächtigen Obstbäumen und den verstreut stehenden historischen Villen, Bauernhäusern und Anlagen aus der Frühindustrialisierung erleben. Mit der unnötigen Umzonung am Dornacher wird die schrittweise Überbauung der beliebten Erholungslandschaft eingeläutet. Denn auch die Eigentümer der östlich angrenzenden Grundstücke haben bereits ihr Interesse an einer Einzonung deutlich gemacht.

Genügend Bauland in Rapperswil-Jona

Weder für die Stadtentwicklung noch für die Ortsgemeinde als Grundeigentümerin besteht eine unmittelbare Notwendigkeit, die Parzelle im Dornacher umzuzonen. Es gibt in Rapperswil-Jona genügend Baulandreserven für die nächsten Jahre.

Gesamtplanung statt Schnellschuss

Die Bevölkerung von Rapperswil-Jona wird im Rahmen der anstehenden Revision der Ortsplanung entscheiden, wie sich die Stadt in den nächsten Jahrzehnten entwickeln soll. Das ist der richtige Weg für eine Gesamtschau zum Wohle der Lebensqualität aller Generationen, von heute und morgen. Damit diesem Entscheid nicht unwiderruflich vorgegriffen wird, muss die Überbauung im Dornacher jetzt gestoppt werden.

Das sagen die Exponenten der Referendums-Allianz

Hedy Fürer (SVP):

«Der Dornacher gehört der öffentlichen Hand: diese sollte nicht unbedingt auf Profit aus sein. Unsere Stadt wuchs in den letzten Jahren rasant. Es ist wichtig, grosse Grünräume zur Erholung zu sichern, auch an zentraler Lage. Gerade das zeichnet die Lebensqualität einer grossen Stadt aus. Am Meienberg können alle noch die Natur im Alltag erleben. Das sollte auch unseren Grosskindern erhalten bleiben.»

Raphael Weber (SVP):

«Verantwortung für Lebensraum und Lebensqualität im Dienste der kommenden Generationen übernehmen! Wenn es Stadtrat und Ortsgemeinde nicht tun, dann müssen es Bürgerinnen und Bürger machen.»

Tobias Uebelhard (GLP):

«In meinem Zivildienst im Pflegeheim Bühl war das Highlight ein Spaziergang mit einer Bewohnerin über den Meienberg. Dieses Naherholungsgebiet soll nicht der Zersiedelung geopfert werden.»

Valentin Faust (UGS):

«Der Meienberg gehört zum Landschaftsbild und zur Geschichte von Rapperswil-Jona. Einmal zubetoniert, ist diese Natur für immer verloren. Lasst uns sorgfältig mit der Ressource Boden umgehen.»

Jean-Marc Obrecht (IG Freiraum Meienberg):

«Der Dornacher, das ist blühende Stadtrandnatur am Fuss des Meienbergs. Ihr Anblick gibt Lebenskraft und Heimatgefühl - täglich hunderten von Passanten zu Fuss und mit dem Velo.»

(OriginalMitteilung, Autor: Jean-Marc Obrecht)