Rapperswil-Jona
24.07.2019

BWZ 2029: Martin Stöckling in der Kritik

Martin Stöckling (links) will das BWZ ins Südquartier verschieben. Herbert Oberholzer wehrt sich dagegen,
Der Neubau des BWZ im Südquartier für das Jahr 2029 steht in der Kritik und damit auch der Stadtpräsident. Architekt und Alt-Stadtrat Herbert Oberholzer wirft ihm Falschaussagen vor.

Vor zwei Wochen unterzeichnete der Stadtrat mit dem Kanton eine Absichtserklärung zum Neubau des Berufs- und Weiterbildungszentrums im Südquartier für das Jahr 2029.

Schon damals kritisierte das «Komitee BWZ im Stadtzentrum» die geplante Auslagerung der Schule. Es sei falsch, das BWZ aus der Stadt auszuquartieren, denn die jungen Menschen beleben die Altstadt. Ein Neubau im Zentrum koste zudem rund 15 Millionen Franken weniger als im Südquartier, wegen der Nutzung bestehender Bauten und des Parkangebotes in der Stadt. Ausserdem sei der Baugrund im Südquartier höchst problematisch und solle eher für andere Projekte reserviert werden.

Oberholzer pariert Stöckling

Zu dieser Argumentation nahm Stadtpräsident Martin Stöckling in der Linth-Zeitung vom 17. Juli Stellung (https://www.linthzeitung.ch/politik/2019-07-16/unternehmer-kaempfen-fuer-bwz-im-zentrum-von-rapperswil-jona // Leider kostenpflichtig).

Gegen Stöcklings Aussagen wehrt sich nun Architekt und Alt-Stadtrat Herbert Oberholzer als Vertreter des «Komitee BWZ im Stadtzentrum» mit einer Mitteilung.

190724 Herbert Oberholzers Mitteilung

Oberholzer schreibt, das Stadthaus habe die Stimmbürger schon beim Landverkauf zum BWZ-Neubau im Südquartier «mit irreführenden Aussagen betört». Schon damals sei fälschlicherweise behauptet worden, am heutigen Standort Brunnacher könne das BWZ nicht weiterentwickelt werden. Nun habe sich der Stadtpräsident erneut mit «ungenauen und zum Teil falschen Aussagen» geäussert.

Mehrere Falschaussagen

So habe Stöckling ausgeführt, am jetzigen Standort gebe es keine Entwicklungsmöglichkeiten für ein neues BWZ. Tatsächlich habe das Komitee dem Stadtrat planlich vorgelegt, dass das «Raumprogramm des neuen BWZ am heutigen Standort problemlos realisiert werden könne.

Falsch sei auch die Aussage, die Architektur-Studie mit einem 5-stöckigen Gebäude sei städtebaulich «brutal». Erstens befände man sich im Studien-Stadium und zweitens sei nur der Teil entlang der Zürcherstrasse 5-stöckig angedacht. Zudem zähle das Einkaufszentrum Sonnenhof vis-à-vis dem BWZ 6 Stockwerke.

Eine weitere Stöckling-Falschaussage sei, dass ein Neubau im Stadtzentrum teure Provisorien erfordern würden. Dem Stadtrat seien seine Studien bekannt, welche belegen würden, dass es am heutigen Standort für einen Neubau «kein einziges Provisorium» benötige.

Zudem stelle Stöckling auch Oberholzers Kostenberechnung in Frage, obwohl dem Stadtrat diese «detailliert und nachvollziehbar» vorlägen. Architekt Oberholzer schreibt dazu nicht ohne Süffisanz: In der Kostenfrage beim Bauen liege die Kompetenz wohl eher bei seiner 55-jährigen Erfahrung als Architekt als beim juristisch gebildeten Stadtpräsidenten.

Das Komitee «BWZ im Stadtzentrum»

Herbert Oberholzer, Architekt BSA/SIA, alt Stadtrat

Reto Klotz, Bau- und Immobilienfachmann

Joe Kunz, Lehrer und Unternehmer

Bruno Huber, Ingenieur ETH/SIA, alt Stadtrat

Bruno Hug, Verleger

Hansueli Wick, Unternehmer, alt Stadtrat

Fred Wirth, Unternehmer

Mario Aldrovandi, Linth24