Bildung
16.07.2019
16.07.2019 11:36 Uhr

RJ: BWZ soll im Stadtzentrum bleiben

Das heutige BWZ vis-à-vis des Sonnenhofs, am Rand der Altstadt.
Ein breit aufgestelltes Komitee findet es falsch, dass ein neues Berufs- und Weiterbildungszentrum im Südquartier gebaut werden soll.

Das neue Berufs- und Weiterbildungszentrum BWZ in Rapperswil-Jona soll gemäss den Absichtserklärungen zwischen der Stadt und dem Kanton im Südquartier gebaut werden. Das «Komitee BWZ im Stadtzentrum» findet das falsch und wird die Entwicklung verfolgen.

 Der Stadtrat von Rapperswil-Jona gab letzte Woche bekannt, mit der Kantonsregierung eine Absichtserklärung zum Bau des neuen BWZ auf dem alten Gaswerkareal im Südquartier zu unterzeichnen.

Die Bestrebung, das BWZ zügig an die Hand zu nehmen, ist richtig. Der Standort im Südquartier ist aber aus der Sicht des «Komitee BWZ im Zentrum» in vieler Hinsicht falsch. Seine Mitglieder haben dies in den letzten Monaten in verschiedenen Sitzungen mit Vertretern des Stadtrates argumentiert. Eine Studie des Architekturbüros Herbert Oberholzer, BSA / SIA, Rapperswil, zeigt, dass ein neues BWZ am heutigen Standort im Brunnacher (vis à vis Einkaufszentrum Sonnenhof) Platz hat.

Demgegenüber war die Aussage in den Abstimmungsunterlagen vom 27. November 2016 zum Landverkauf an den Kanton für den Südquartier-Standort aus heutiger Sicht irreführend. Damals hiess es fälschlicherweise, «die Landfläche» für ein neues BWZ im Stadtzentrum sei «zu klein».

Vieles spricht für das BWZ im Stadtzentrum

Das Komitee zeigte dem Stadtrat die Vorzüge für den Bau des BWZ im Stadtzentrum auf. Sie sind bestechend:

  • Das BWZ ist ein Publikumsmagnet für das Stadtzentrum. Hier gehen jede Woche 1200 Lehrlinge und 1000 Erwachsene in die Schule. Sie fördern das soziokulturelle Leben in der Stadt und befruchten das Gewerbe. Nun aber möchte der Stadtrat diese wichtige Institution hinter die Bahngeleise ausquartieren. Das ist eine städtebauliche Fehlentwicklung.
  • Würde das neue BWZ im Stadtzentrum gebaut werden, bliebe das Areal im Südquartier als strategische Reserve für künftige Generationen erhalten.
  • Im Südquartier gibt es den Kinderzoo, Knie-Stallungen, die Hochschule HSR, eine grosse Badi, ein Eisstadion, ein offenes Eisfeld, Tennisplätze, das Wassersportzentrum und viele Parkplätze. Das ist genug für ein einzelnes Quartier. Zudem ist es verkehrstechnisch schlecht erschlossen. Weitere Schulkomplexe würden die Überbelastung dieses Quartiers nochmals erhöhen.
  • Bis heute hat die Stadt keine Idee, was bei einer Umsiedlung ins Südquartier mit dem BWZ-Land im Stadtzentrum geschehen soll. 
  • Für das BWZ im Südquartier ist eine Parkgarage für 140 Autos geplant. Im Stadtzentrum bräuchte es dank der vielen Parkmöglichkeiten rundum nur ein Parkhaus für 40 Autos. Ausserdem ist der Baugrund im Südquartier stark belastet und schlecht, weshalb dort besser keine grossen Tiefgaragen gebaut werden sollten.
  • Die aktuellen Projektstudien zeigen, dass ein BWZ-Neubau im Stadtzentrum dank den besseren Bodenverhältnissen, der kleineren Tiefgarage und der Nutzung von bestehenden Gebäuden gegenüber dem Süden zu Kosteneinsparungen von rund 15 Millionen Franken führen würde.

Kaum Argumente fürs Südquartier

Für den Standort im Südquartier hat der Stadtrat umgekehrt kaum stichhaltige Argumente. Als Begründung legt er lediglich das nebulöse Argument vor, dass im Südquartier künftig eine «Bildungsmeile» mit weiteren vagen Projekten entstehen könnte, was der Stadt aber kaum etwas bringen wird. 

Nun möchte der Stadtrat trotz den überzeugenden Argumenten und Studien für den Zentrumsstandort mit dem Kanton eine Absichtserklärung zum BWZ im Südquartier abschliessen.

Das «Komitee BWZ im Stadtzentrum» bleibt dabei, dass der Standort im Südquartier falsch ist. Es wird in nächster Zeit eine Webseite zum BWZ-Bau erstellen, in der alle Fakten und der Projektverlauf laufend dargestellt werden. Gegebenenfalls wird das «Komitee BWZ im Zentrum» in die weitere Diskussion zum Neubau des BWZ eingreifen. 

«Komitee BWZ im Stadtzentrum»

  • Herbert Oberholzer, Architekt BSA/SIA, alt Stadtrat
  • Reto Klotz, Bau- und Immobilienfachmann
  • Joe Kunz, Lehrer und Unternehmer
  • Bruno Huber, Ingenieur ETH/SIA, alt Stadtrat
  • Bruno Hug, Verleger
  • Hansueli Wick, Unternehmer, alt Stadtrat
  • Fred Wirth, Unternehmer
OM