Home Gemeinden In-/Ausland Sport Magazin Agenda
Uznach
28.08.2020
26.08.2020 21:50 Uhr

«Schade, dass die SVP keinen Kandidaten stellt»

Gemeindepräsident Diego Forrer: «Uznach hat als Regionalzentrum eine wichtige Funktion.»
In Uznach hat seit 1 1/2 Jahren Diego Forrer das Zepter in der Hand. Seine Pläne mit dem beschaulichen Städtchen verrät der Gemeindepräsident im Wahl-Interview.

Uznach mit seinen 6'500 Einwohnerinnen und Einwohnern wird von 7 Gemeinderäten regiert. Auf die Wahlen 2020 sind 3 zurückgetreten, 3 Kandidaten treten neu an. Zur Wiederwahl steht auch die Geschäftsprüfungskommission.

Linth24: Mit welcher Metropole würden Sie Ihre Gemeinde vergleichen?

Diego Forrer: Der Vergleich ist nicht angemessen. Uznach hat als Regionalzentrum dennoch eine wichtige Funktion. Sei es als Drehscheibe für den öffentlichen Verkehr, als Arbeitsstandort für die kantonalen und regionalen Amtsstellen, als Gesundheitszentrum mit dem Spital Linth und dem Pflegezentrum sowie als regionaler Versorgungsstandort mit einem grosszügigen Einkaufsangebot.

Welches sind die wichtigsten Pendenzen Ihrer Gemeinde, die dringend angepackt werden müssen?

Ich denke da an die regionale Verbindungsstrasse A53-Gaster mit den für Uznach sehr wichtigen flankierenden Massnahmen, an die Entwicklung des Bahnhofgebietes, an die Überarbeitung der Ortsplanungsrevision, natürlich auch an die Erneuerung von verschiedenen Regelwerken wie Abwasser-, Wasser- und Immissionsschutzreglement und zu guter Letzt auch an die Erstellung eines neuen Energiereglementes.

Arbeiten, die sehr spannend, aber auch sehr zeitaufwändig sind.

Welche Schwierigkeiten bringt die Corona-Krise speziell für Ihre Gemeinde mit sich?

Das Gesellschafts- und Vereinsleben wurde mit dem Virus beinahe lahmgelegt und das ist auf die Dauer für eine Gemeinschaft nicht gut.

Welche für Sie persönlich?

Mir, zum Beispiel, fehlte der Männerchor und auch der persönliche Kontakt zur Bevölkerung ist schwieriger geworden.

Unabhängig von Bund und Kanton: Welche Corona-Massnahmen würden Sie gerne für Ihre Gemeinde ändern?

Es bringt nichts, wenn man sich gegen die getroffenen Massnahmen von Bund und Kanton wehrt. Dennoch erachte ich es für wichtig, dass man im Rahmen des Möglichen Anlässe und Versammlungen wieder durchführt. Wir waren da während der ganzen Corona-Krise recht pragmatisch unterwegs. Letztlich hat auch jede und jeder eine Verantwortung für sich und seine Nächsten.

Welchen Kandidaten möchten Sie künftig unbedingt in Ihrem Gremium haben?

Auf kommunaler Ebene steht die Parteipolitik ganz klar nicht im Vordergrund. Es sind Sachgeschäfte, welche vorangetrieben und erledigt werden müssen. Die Zusammensetzung der Bevölkerung soll im Gemeinderat erkennbar sein. Ich finde es deshalb schade, dass die SVP keinen Gemeinderatskandidaten bzw. -kandidatin stellt.

Was würden Sie machen, wenn Sie überraschend nicht wiedergewählt werden?

Ich habe keinen Plan B. Ich hoffe einfach, die Bevölkerung spürt, dass ich mich mit vollem Engagement für die Uznerinnen und Uzner einsetze und ich ein verlässlicher Partner bei der Weiterentwicklung der Gemeinde Uznach bin.

Gemeinden kommen zunehmend unter Druck. An jeder Ecke und für jedes Projekt lauern Einsprachen und Gegner. Hat sich die Welt des Regierens verändert und wenn ja, wie reagieren Sie darauf?

Es ist in den letzten Jahren sicherlich nicht einfacher geworden. Die Gesellschaft ist egoistischer geworden, Einzelinteressen überwiegen. Eine transparente Kommunikation und ein frühzeitiger Miteinbezug der Bevölkerung sind gute Mittel, dass Entscheidungen auch mitgetragen werden.

Gemeindewahlen im Linthgebiet

Alle Kandidatinnen und Kandidaten, die sich im Linthgebiet zur Wahl stellen, sehen Sie hier in der Übersicht von Linth24. Und die gesamte Wahlberichterstattung sowie Interviews mit den GemeindepräsidentInnen finden Sie im Linth-24-Wahlen-Dossier.

Sibylle Marti, Linth24