Eishockey
08.07.2019
09.07.2019 06:35 Uhr

SCRJ-Sportchef: «Wir wollen grösser werden»

Janick Steinmann ist neuer Sportchef der Lakers. Im April hat er nach drei Jahren beim EVZ seine Arbeit in Rapperswil aufgenommen.

Janick Steinmann, Sie sind gerade aus den Ferien retour, verraten Sie uns, wo sie diese verbracht haben?
Ich habe mit meiner Familie 12 Tage in Kreta verbracht, das hat richtig gutgetan.  Wir haben eine einjährige Tochter, und es war natürlich faszinierend, mit ihr die ersten Schritte im Wasser zu machen. Ich konnte mich auf alle Fälle erholen und entspannen, nach den letzten intensiven Wochen und einer sehr strengen Saison.

Sie sind nun seit zwei Monaten als Sportchef bei den Lakers. Haben Sie sich gut eingelebt?
Sehr gut sogar. Es ist eine super Organisation, alle ziehen am gleichen Strick und in die gleiche Richtung. Ich fühle mich wirklich sehr wohl hier.

Wie verbringt Janick Steinmann seine Zeit, wenn er mal nicht am Arbeiten ist?
Ich bin ein ausgesprochener Familienmensch und verbringe die freie Zeit, die ich habe, mit meiner Familie. Ich gehe gern in die Natur, in die Berge und erhole mich aber auch gerne am See. Daneben betreibe ich selber auch sehr viel Sport. Aber ehrlich gesagt: Hockey beschäftigt mich gefühlte 24 Stunden am Tag, es gibt nur wenige Tage, an denen ich mich nicht mit Hockey beschäftige.

Sie kamen von der EVZ Academy, nun sind Sie Sportchef bei den Lakers. Erzählen Sie uns, wie sich dies entwickelt hat.
Nach meiner Aktivzeit als Hockeyspieler war ich im ersten Jahr Assistent von Reto Kläy, dem Sportchef des EV Zug. Dort habe ich unter anderem das Scouting weiterentwickelt und professionalisiert. Danach war ich zwei Jahre Assistenztrainer bei der EVZ Academy, in der Swiss League. Aber auch da habe ich alle Spieler, die wir nach Zug holten, selber «gescoutet», habe die Gespräche geführt und den ganzen Papierkram erledigt. Dieser Rucksack an Erfahrungen hilft mir nun in meiner neuen Funktion als Sportchef bei den Lakers.

Welche grossen Unterschiede sehen Sie zwischen den beiden Organisationen, den Lakers und dem EV Zug?
Es bestehen zweifellos grosse Unterschiede. Zug hat zum Beispiel einen viel grösseren Apparat, mit einer NLA-, einer Swiss League- und einer Junioren Elite A-Mannschaft. Es arbeiten auch viel mehr Angestellte im Back Office, Marketing und anderen Bereichen der Organisation.  Auch diese Erfahrungen und Erkenntnisse helfen mir in meiner neuen Funktion bei den Lakers. Denn wir wollen grösser werden, wollen wachsen und uns weiter entwickeln.

Das Sommertraining ist nun bald fertig, wie zufrieden sind Sie mit dem Fitness-Stand der Mannschaft?
Ich bin sehr zufrieden, die Spieler arbeiten hervorragend. Die Resultate der ersten Fitnesstests zeigen dies deutlich. Die letzten solchen Tests haben wir dann anfangs August, wenn wir aufs Eis gehen. Dort sehen wir dann, wo wir wirklich stehen - vor allem auch im gesamtschweizerischen Vergleich und im Vergleich zur Nationalmannschaft. Daraus können wir dann weitere, wichtige Schlüsse ziehen und sehen, wo wir uns noch verbessern müssen.

Wurde im Bereich Sommertraining etwas Spezifisches verändert?
Ich denke, wir haben einiges unternommen. Wir haben zum Beispiel auf dieses Sommertraining hin einen «Off Ice»-Trainer engagiert, der viel verändert und auch andere Schwergewichte gesetzt hat. Eine Gruppe absolviert zudem in Winterthur ein ganz spezielles Training.

Kommen wir auf Ihren Top-Transfer, Roman Cervenka, zu sprechen. Wie kam dieses Engagement zustande?
Ich habe schon länger den Markt sondiert, schon bevor ich bei den Lakers angefangen habe. Dabei ist der Name Cervenka bereits früh gefallen, und ich habe daraufhin mit verschiedenen Exponenten intensive Gespräche geführt. Er hatte ja die letzten zwei Jahre die eine und andere Verletzung, doch die Rückmeldungen, die ich von Trainern und Ärzten erhalten habe, waren alle sehr gut. Als er dann auch bei uns alle medizinischen Tests bestanden hat, haben wir ihm eine Offerte abgegeben, die in unseren finanziellen Rahmen und unser Budget passt.

Was zeichnet ihn aus Ihrer Sicht besonders aus?
Er ist der Spielertyp, den wir gesucht haben. Es war nach der letzten Saison klar, unsere Offensive muss stärker werden. Der Schweizer Markt ist diesbezüglich ausgetrocknet, deshalb wussten wir, dass unsere Ausländer eine wichtige Rolle in der Offensive spielen müssen. Cervenka passt da genau ins Bild. Aber um Ihre Frage noch genauer zu beantworten: Mit seiner Übersicht, seiner Pass- und Spielmacherqualitäten gehört er sicherlich zu den «Top drei» der Liga.

Was auffällt, Sie haben fünf ausländische Stürmer aber keinen ausländischen Verteidiger im Kader. Was ist der Grund dafür?
Wir haben die letzte Saison genau analysiert und uns gefragt, wo wir die grössten Schwächen haben. Das war, wie ich vorher bereits gesagt habe, ganz sicher die Offensive. Als ich dazu gestossen bin, hatten wir schon drei rechte Flügel unter Vertrag, und für uns bedeutete das, dass wir den Fokus im zentralen Bereich, also auf den «Centern» legen müssen. Denn in der Defensive haben wir uns meiner Meinung nach gut verstärken können - praktisch die Hälfte der Verteidiger sind neue dazu gekommen. Wir haben auch gute Dritt- und Viertlinien-Center, in der ersten und zweiten Linie hatten wir Handlungsbedarf.

Wird es noch weitere Änderungen im Kader geben?
Wir werden in kürze noch einen Abgang im Kader kommunizieren, dann haben wir 16 Stürmer, und 10 Verteidiger, das ist für uns eine ideale Grösse. Aber ehrlich gesagt, das Kader ist für mich nie definitiv abgeschlossen - es ist ein Thema, das mich dauernd beschäftigt. Ich will 12 Monate im Jahr die Mannschaft verbessern, das ist mein Ziel.

Ist aus Ihrer Sicht das Kader gut genug, um den Anschluss an die oberklassierten Mannschaften zu schaffen?
Ich bin sicher, wir sind stärker als letzte Saison, aber eine genau Prognose zu machen, ist immer schwierig. Die Mannschaft muss sich nun finden, denn wir haben 10 neue Spieler im Team und 13 sind gegangen oder die Verträge sind nicht verlängert worden. Dann muss die Mannschaft auch das System des Trainers umsetzen können. Ich habe aber ein sehr gutes Gefühl und bin sicher, dass wir einen Sprung machen können.

Wie sieht nun der weitere Fahrplan aus?
Offizieller Start und Kick-Off ist am Montag, 5. August. Wahrscheinlich werden wir am ersten Tag aber noch kein Eis haben. Es stehen die diversen Leistungstests an, ebenfalls der Fototermin. Wir wollen dies alles in den ersten Tagen reinpacken, damit wir uns dann vollumfänglich aufs Training und auf die Vorbereitung fokussieren können.

Wir bedanken uns ganz herzlich für dieses Gespräch und wünschen Ihnen viel Erfolg in der neuen Saison.

Hanspeter Haussener, Linth24