Immo & Bau
27.06.2019
28.06.2019 13:04 Uhr

Linthgebiet: Hohe Preise für Einfamilienhäuser

Schmerikon ist eine attraktive Wohngegend mit hohen Preisen. (Bild: feusi architektur ag)
Der Wert von einfachen Einfamilienhäusern hat in den letzten zehn Jahren um durchschnittlich 70% zugenommen. Dies zeigt eine Studie der St.Galler Kantonalbank.

Wohneigentum ist im Linthgebiet nach wie vor gefragt. Allerdings ist vor allem das Erstellen von Einfamilienhäusern raumplanerisch zunehmend unerwünscht, da auch in der Ostschweiz vermehrt auf verdichtetes Bauen gesetzt wird.

Für die Nachfrager von Einfamilienhäusern bedeutet dies, dass das Angebot an neuen Objekten immer knapper und teurer wird. So verzeichnete die Region Linthgebiet im Wintersemester 2018/2019 wieder leichte Preisanstiege, obwohl Hauskäufer davor schon tief in die Tasche greifen mussten. Beim Stockwerkeigentum ist die Zahlungsbereitschaft hingegen erneut zurückgegangen.

Am teursten ist Rapperswil. Bei den Eigentumswohnungen sind jene am Obersee teurer als im Hinterland. Bei den Einfamilienhäusern hat Uznach zu Rapperswil aufgeholt.

Eigentumswohnungen

Der Markt für Stockwerkeigentum in der Region Linthgebiet hat sich weiter abgekühlt: Ein Objekt mittleren Standards wurde hier im ersten Quartal 2019 für 2.2 Prozent weniger gehandelt als im Vorjahr.

Während die Verkaufspreise in Rapperswil-Jona und den ebenfalls etwas höherpreisigen Standorten Schmerikon, Uznach und Eschenbach etwas gesunken sind, konnten periphere und entsprechend günstigere Gemeinden preislich aufholen.

Der Druck auf die Verkaufspreise hat verschiedene Ursachen. So haben etwa die Transaktionspreise nach jahrelangen Anstiegen Niveaus erreicht, welche die Zahlungsbereitschaft vieler Käufer übersteigen. Zudem wird der Erwerb eines Einfamilienhauses – sofern es finanzierbar ist – häufig vorgezogen. Hinzu kommt, dass die Auswahl an inserierten Eigentumswohnungen im Linthgebiet grösser ist als in anderen Ostschweizer Regionen – was sich jedoch angesichts der nun rückläufigen Zahl an Baugesuchen bald ändern könnte.

Was die Tabelle bedeutet: Beispiel gestrichelte grüne Linie umfasst einfache Einfamilienhäuser. Deren Durschschnittwert betrug 2009 noch 100% und ist bis heute auf 170% gestiegen. Das heisst: Ein einfaches Einfamilienhaus hat heute 70% mehr Wert als vor 10 Jahren.

Einfamilienhäuser

Die Zahlungsbereitschaft für Einfamilienhäuser ist im Linthgebiet hoch, stösst aber an ihre Grenzen. In der Stadt Rapperswil-Jona, wo die weitaus höchsten Verkaufspreise erzielt werden, pendelten sich die Kosten für ein mittleres Objekt im ersten Quartal 2019 bei knapp 1.7 Millionen Franken ein.

Dagegen legten sie in Eschenbach und Uznach, wo ebenfalls ein erheblicher Teil der Transaktionen stattfindet, um knapp 3 respektive 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu und liegen aktuell bei rund 1.3 Millionen Franken.

Schon seit einiger Zeit ist der regionale Einfamilienhausmarkt von einem geringen Kaufangebot geprägt: Im Linthgebiet kommen auf jedes Inserat, das auf den gängigen Internetkanälen geschaltet wird, mehr als drei Suchende.

Allerdings gibt es grosse Unterschiede zwischen den einzelnen Gemeinden: Während die Situation vor allem in Rapperswil-Jona sehr angespannt ist, halten sich Angebot und Nachfrage in Eschenbach, Kaltbrunn sowie Schänis derzeit die Waage.

«Im Linthgebiet werden Einfamilienhäuser immer knapper und teurer, während sich der Markt für Stockwerkeigentum weiter abkühlt.»
René Walser, Leiter Privat- und Geschäftskunden Ost:
Linth24 / SGKB