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Rapperswil-Jona
04.10.2022
04.10.2022 11:18 Uhr

Eisstadion: Stadtrat seift die Parteien ein

Der Stadtrat funktionierte eine Sitzung zum «Bezahlten Wohnraum» zu einer Lido-Sitzung um. Und seifte darin die Parteien-Vertreter ein. Ohne klare Fakten vorzulegen. Das macht dafür jetzt Linth24. Heute, morgen und übermorgen.
Der Stadtrat funktionierte eine Sitzung zum «Bezahlten Wohnraum» zu einer Lido-Sitzung um. Und seifte darin die Parteien-Vertreter ein. Ohne klare Fakten vorzulegen. Das macht dafür jetzt Linth24. Heute, morgen und übermorgen. Bild: Linth24
Langsam reicht’s: Nun versucht der Stadtrat, seine Desinformation zum Abbruch des Eisstadions zu Lasten von Linth24 schönzureden. Linth24 deckt in drei Teilen weiter auf. Kommentar von Bruno Hug

Letzte Woche mailte Linth24 alle Präsidien der politischen Parteien von Rapperswil-Jona an. Wir wiesen auf die irreführende Stadtrats-Information zum Eisstadion-Abbruch hin. Sie verursache eine Neuplanung des Gesamtareals Lido, jahrelange Ungewissheit und koste mehrere Dutzend Millionen. Und Bauchef Leutenegger habe zu den Kosten der laufenden Lido-Studien gegenüber der Linth-Zeitung nicht die Wahrheit gesagt.

Ist das eine Schlammschlacht?

Linth24 fragte: «Akzeptiert Ihre Partei Irreführung durch den Stadtrat?» «Was unternehmen Sie?» «Verlangen Sie eine Untersuchung?»

Mitte-Präsident Ivo Reichenbach schrieb, der Stadtrat sage, die Vorwürfe von Linth24 seien «aus dem Kontext gerissen». Die SP-Vertreter Helbling / Vogelsanger schrieben, man äussere sich nicht, es seien «keine gesicherten Informationen vorhanden». GLP-Präsident Andreas Bisig teilte mit, die «politische Einordnung» der Sache habe «noch nicht stattgefunden». Identisch äusserste sich Hanspeter Rathgeb von der SVP.
Anders sieht es Klaus Baumann, Grüne. Er schrieb, er unterstützte die «Schlammschlacht» von Linth24 gegen den Stadtrat «in keiner Weise», zumal unsere Berichte nicht wahr seien. Auf Rückfrage, was nicht stimme, blieb Baumann stumm. Genauso wie die FDP, die sich nicht meldete.

Einseifung der Parteien

Die Zurückhaltung, respektive die falsche Beschuldigung der Grünen hat ihren Grund: Einen halben Tag nach unserer Anfrage sassen die Parteien mit dem Stadtrat zum Thema «Bezahlbarer Wohnraum» zusammen. Dabei funktionierte der Stadtrat die erste Hälfte der Sitzung gleich um zu einer Verteidigung seines Tuns im Lido.
Wie mir mehrfach geschildert wurde, griff der Rat dabei Linth24 schamlos an. Er warf uns – in Abwesenheit (!) – vor, durch Auslassung die Fakten zu verzerren.

Glasklare Fakten

Das ist falsch, denn die Fakten sind glasklar: In seiner Sportstättenplanung von Mitte Juni schreibt der Stadtrat:
«Im Jahr 2021 wurde ein technischer Bericht zum Stadion Lido durch Benjamin Bührer BBP Ingenieurbüro AG und dem Architekten Studiomatt Attilio Lavezzari erstellt, welcher – bei werterhaltendem Unterhalt – von einer Rest-Nutzungsdauer von ca. 15 Jahren ausgeht.»

Und zwei Seiten später schreibt der Stadtrat – wieder falsch: «Die Betriebszeit des heutigen Stadions wird durch Experten mit maximal 15 Jahren angegeben».

Irreführung mit gravierenden Folgen

Beide Aussagen sind eine gezielte Irreführung der Bevölkerung – mit immensen Kosten- und Planungsfolgen für die Stadt. Dabei ist festgehalten, dass die Aufdeckung dieser städtischen Desinformation auf klaren Fakten beruht: In der «Zustandsanalyse Stadion Lido Rapperswil» der Ingenieure Bührer/Lavezzari vom 18. Juni 2021 steht von einem Abbruch des Eisstadions in 15 Jahren kein Wort.

Das Eisstadion ist also keine baldige Bauruine, wie es der Stadtrat vortäuscht. Im Gegenteil. In der Bührer/Lavezzari-Studie seht unter Punkt 4: «Das Eisstadion befindet sich bautechnisch in einem generell guten Zustand.» So wie es heute dastehe, habe «es vermutlich noch eine ziemlich lange Lebensdauer vor sich».

Linth24 hat nichts ausgelassen

Linth24 hat auch nichts «aus dem Kontext herausgelöst», wie der Stadtrat gegenüber den Parteien offenbar vorgaukelte. Wir wiesen auf die Problemseiten des Stadions hin. Wir schrieben, es habe «im Bereich Sicherheit Defizite», die aber verbessert werden können, was genau so in der Stadion-Analyse steht.
«Problematisch seien jedoch», so Linth24, die zu steilen Tribünen. Im Falle eines Stadion-Umbaus, wären diese abzuflachen. Damit würde die vom Hockey-Verband geforderte Stadionkapazität unterschritten werden.

Morgen geht es weiter

Linth24 hat den Stadion-Zustand richtig zusammengefasst. Aber auf Details verzichtet. Morgen publizieren wir diese jetzt aber. Sie zeigen auf, dass der Stadtrat bezüglich Stadion-Sicherheit und mit seiner Fixierung auf den Stadion-Abbruch in 15 Jahren unverantwortlich agiert.

Bruno Hug