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Kultur
20.09.2022

«Ab nach Kassel» für 26 Kunstverein-Mitglieder

Der «Sobat» (l.) erklärt den Kunstverein-Mitgliedern vor dem Fridericianum in Kassel die Hintergründe der diesjährigen documenta.
Der «Sobat» (l.) erklärt den Kunstverein-Mitgliedern vor dem Fridericianum in Kassel die Hintergründe der diesjährigen documenta. Bild: Marie-Eve Hofmann-Marsy
Im Sinne dieser geflügelten Worte verbrachte der Kunstverein Oberer Zürichsee vier interessante Tage auf der «documenta fifteen», der Wilhelmshöhe und in der Grimmwelt.

100 Tage lang, beginnend mit dem 18. Juni 2022 fand die «documenta fifteen» in Kassel statt, die es alle fünf Jahre gibt und seit 1955 weltweit zu den bedeutendsten Ausstellungen für zeitgenössische Kunst gehört. Sie wurde von dem indonesischen Künstler*innenkollektiv «ruangrupa» kuratiert, das dort die Werte und Ideen von «lumbung» (Reisscheune) zugrunde gelegt hat. Die Grundsätze Kollektivität, Ressourcenaufbau und gerechte Verteilung standen im Mittelpunkt der kuratorischen Arbeit und prägten den gesamten Prozess der «documenta fifteen».

Die Arbeitsweise des Kollektivs beruht auf einem alternativen, gemeinschaftlich ausgerichteten Nachhaltigkeitsmodell, das ökologische, soziale und ökonomische Aspekte berücksichtigt, wie es in der offiziellen Mitteilung lautet. Die Ressourcen wie Zeit, Geld, Ideen und Wissen werden kollektiv geteilt.

  • Der Orangerie gegenübergestellt: «KAZimKuBA», ein Mahnmal für die Verschwendung wertvoller Ressourcen. Bild: Marie-Eve Hofmann-Marsy
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  • Beim Plastikeimerbrunnen im Fridericianum verfolgen die Mitglieder interessiert die Ausführungen der «Sobat». Bild: Marie-Eve Hofmann-Marsy
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  • Im Hübner-Areal, einem Aussenstandort der documenta, bewundert der Kunstverein die Sammlung der Wunsch- und Sorgenbeutel. Bild: Marie-Eve Hofmann-Marsy
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  • Im zentralen Ruruhaus wird das grosse Wandgemälde gezeigt, auf dem laufend weiter gemalt und gestaltet wird. Bild: Marie-Eve Hofmann-Marsy
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26 Mitglieder des Kunstvereins Oberer Zürichsee scheuten die von Vorstandsmitglied Ursula Grossfeld organisierte lange Reise nicht und liessen sich während vier Tagen auf die nicht ganz einfach zu verstehende Thematik ein. Unter fachkundiger Führung der «Sobats», wie sich die jeweiligen Guides nannten, erschlossen sich nach und nach die einzelnen Schwerpunkte an den verschiedenen Standorten, u.a. documenta Halle, Fridericianum und Ruruhaus.

Grimmwelt und Besuch des Weltkulturerbes Wilhelmshöhe

Eine Abwechslung zu den sehr anspruchsvollen Führungen war zum einen der Besuch der Grimmwelt. Das Leben und Wirken der weltweit bekannten Brüder Grimm mit ihren gesammelten Märchen werden auf künstlerische, mediale und interaktive Weise so spannend und einzigartig vermittelt, dass die Zeit wie im Fluge verging. «Märchenhaft von A bis Z» mit wertvollen Originalen und überraschenden Installationen bringt viel Überraschendes über die Grimms zutage, was längst nicht jedem bekannt ist.

  • Von der Wilhelmshöhe geniessen die Kunstverein-Mitglieder den Blick auf das Schloss und die Stadt Kassel. Bild: Marie-Eve Hofmann-Marsy
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  • Die 26 Mitglieder des Kunstvereins geniessen die vier spannenden Tage in und um Kassel. Bild: Marie-Eve Hofmann-Marsy
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Zum anderen ging es anschliessend für den Kunstverein hoch hinaus. Genauer gesagt auf die Wilhelmshöhe, die seit 2013 zum Unesco-Welterbe gehört. Das monumentale Herkulesbauwerk auf dem Oktogon steht auf 595 Metern Höhe und ist weithin sichtbar. Ganze acht Meter misst die Statue des antiken Helden und überblickt die 350 m lange Kaskadenanlage mit dem berühmten Wasserspiel. Entstanden in den 1680er Jahren gilt diese gartenkünstlerisch gestaltete Anlage als eine der grössten Europas.

Am bemerkenswerten Zusammenhalt im Kunstverein wurde während der interessanten Tage sowie an den gemütlichen Abenden in feinen Kassler Restaurants weiter gefeilt, wie die durchweg gute Stimmung bewies.

Die nächste Veranstaltung des Kunstverein Oberer Zürichsee findet am 1. Oktober mit dem Besuch des Fotofestivals in Lenzburg statt. Weitere Informationen unter www.kunstverein-oz.ch.

Marie-Eve Hofmann-Marsy, Kunstverein Oberer Zürichsee