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20.08.2022
19.08.2022 12:22 Uhr

Quaggamuschel soll den Zürichsee nicht besiedeln

Invasive Quaggamuscheln finden sich aktuell noch nicht im Zürichsee – das soll auch so bleiben.
Invasive Quaggamuscheln finden sich aktuell noch nicht im Zürichsee – das soll auch so bleiben. Bild: zvg
Im Boden- und Genfersee gibt es sie schon: die Quaggamuschel. Die invasive Art belastet Seeökosysteme und Infrastrukturen. Am Zürichsee wird auf sie aufmerksam gemacht, damit sie sich hier nicht ausbreitet.

Weltweit sind invasive Arten mit ein Grund für den Rückgang der Artenvielfalt in Ökosystemen. Eine dieser invasiven, gebietsfremden Arten, die sich gerade in Schweizer Gewässern breitmacht, ist die Quaggamuschel, die vor acht Jahren zum ersten Mal in der Schweiz nachgewiesen wurde. Den Bodensee hat die Migrantin vom Schwarzen Meer bereits eingenommen. Sie soll im Zusammenhang mit dem Rückgang der Felchenbestände im Bodensee stehen, vollständig erforscht ist dies allerdings noch nicht.

Aber es scheint, für die Seeökosysteme hat die Quaggamuschel einschneidende Folgen. So verdrängt sie einheimische Arten, da sie in der Lage ist, in nährstoffärmeren, tieferen und kälteren Gewässern zu überleben und sich fast ganzjährig fortpflanzt.

Zum Leidwesen der Fischer siedeln sich die Quaggamuscheln auch an Reusen, Leinen, Ankern und sogar im Kühlwassersystem der Bootsmotoren an.

Kampagne soll für die Problematik sensibilisieren

Wer sie noch nicht hat, möchte mit allen Mitteln verhindern, dass auch nur eine Muschel ihren Weg ins Gewässer findet, denn im freien Wasser lässt sich die Quaggamuschel nicht bekämpfen, wie Christian Bommer, Vorsteher des Amts für Gewässer des Kantons Schwyz, erklärt.

Eingeschleppt werden können die Quaggamuscheln, indem sich diese etwa an Booten, Wassersportgeräten oder Fischer-Equipment anheften. Besonders im Ballast-, Bilgen- oder Motorenkühlwasser von Schiffen und Freizeitbooten werden die Larven unbeabsichtigt durch den Menschen in die Seen eingeschleppt. «Deshalb ist es wichtig, SUPs oder Boote gut zu reinigen und mehrere Tage trocknen zu lassen, bevor sie in anderen Seen oder Flüssen zu Wasser gelassen werden.»

Vor einem Jahr wurde zusammen mit fünf anderen Kantonen die Kampagne «Vorsicht, blinde Passagiere!» lanciert und insbesondere die Bevölkerung in Gemeinden mit Seeanstoss auf das Thema aufmerksam gemacht.

Aufwendige Unterhaltsarbeiten

Eine grosse Herausforderung stellt die invasive Muschelart auch für Wasserversorger dar. Im Bodensee mussten zusätzliche Mitarbeitende angestellt werden, um die Anlagen regelmässig von den Muscheln befreien zu können.

Die EW Lachen AG hat die Situation am Bodensee genau mitverfolgt und bereitet sich seit Längerem auf das problematische Tier vor. Denn laut Christian Bommer vom Amt für Gewässer des Kantons Schwyz ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Quaggamuschel auch im Zürichsee ankommt. Eine innovative Reinigungstechnik soll bei der Lösung des Problems helfen, sollte dieser «schwarze Tag» gekommen sein.

Dabei werden die Reinigungselemente (Molche) über Schleusen in die Leitung eingebracht und reinigen diese über mehrere Kilometer ohne Aufgrabung bzw. Leitungstrennung in einem Stück. So ist es möglich, Druckrohrleitungen ab einem Durchmesser von 50 Millimetern zu reinigen. 

Anouk Arbenz, Redaktion Höfe24 & March24 / Linth24