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Rapperswil-Jona
11.06.2020

Trinkwasser auch bei längerem Blackout

V.l.: Roland Helbling (Leiter Netzbau EWJR) und Thomas Rüegg (Brunnenmeister Wasserversorgung Rapperswil-Jona) testen die Notstrommaschine beim Grundwasserpumpwerk Tägernau.
V.l.: Roland Helbling (Leiter Netzbau EWJR) und Thomas Rüegg (Brunnenmeister Wasserversorgung Rapperswil-Jona) testen die Notstrommaschine beim Grundwasserpumpwerk Tägernau. Bild: ZVG / EWJR
Eine leistungsstarke, mobile Notstromlösung soll bei längerem Stromausfall die Stadt mit Trinkwasser versorgen. Elektrizitätswerk und Wasserversorgung der Stadt spannen dafür zusammen.

Bei einem Stromausfall kann die Wasserversorgung Rapperswil-Jona die Bevölkerung der Stadt noch einen bis drei Tage mit frischem Trinkwasser versorgen. Danach sind die Reservoirs leer und Grundwasser kann keines mehr gepumpt werden. Um für einen solchen Fall gerüstet zu sein, hat die Genossenschaft in enger Zusammenarbeit mit der Elektrizitätswerk Jona-Rapperswil AG (EWJR) eine Notstromlösung realisiert.

Aus diesem Grund hat die EWJR eine mobile Notstrommaschine mit einer Leistung von 200 Kilovoltampere (kVA) angeschafft. Es handelt sich um eines der grössten Dieselaggregate auf dem Markt, das noch auf einem PKW-Anhänger Platz hat und deshalb von einem Personenwagen flexibel an seinen Einsatzort gezogen werden kann. Im Falle eines «Blackouts» ist die Notstrommaschine innert kürzester Zeit einsatzbereit und kann jedes einzelne Grundwasserpumpwerk in Rapperswil-Jona mit Strom versorgen. Favorisiert wird die Stromversorgung des Grundwasserpumpwerks Tägernau. Dieses ist hydraulisch so ausgelegt, dass es alle Zonen von Rapperswil-Jona mit Wasser beliefern kann, wenn auch gewisse Einschränkungen beim Verbrauch nötig wären.

Erfolgreicher Probelauf

Um für den Ernstfall gerüstet zu sein, finden jährliche Probeläufe mit diversen Szenarien statt. Ein erster Probelauf im vergangenen Frühling hat gezeigt, dass die Notstromlösung einwandfrei funktioniert.

Martin Büeler, Geschäftsführer der Wasserversorgung Rapperswil-Jona, bezeichnet die Partnerschaft der beiden Werke als ideale Lösung. «Eine eigene Anschaffung hätte keinen Sinn gemacht. Die Mitarbeitenden der EWJR sind die Fachleute auf diesem Gebiet, sie können das Gerät warten und optimal auslasten. So wissen wir, dass es im Notfall immer einsatzbereit ist.» Ein solcher Notfall ist bisher glücklicherweise nie eingetroffen, doch: «Wir überprüfen unsere Betriebsrisiken regelmässig und sind jetzt zum Schluss gekommen, dass die Zeit zum Handeln gekommen ist. So können wir auch in einer Stromnotlage eine eingeschränkte Wasserversorgung für die Bevölkerung von Rapperswil-Jona garantieren.»

Stromversorgung ohne Unterbruch

Die EWJR hat für Notstromszenarien in dieser Grössenordnung bisher auf die Leistungen von Dritten gezählt. Mit der Neuanschaffung kann die EWJR ab jetzt eine eigene Lösung anbieten. «Einer der Vorteile der neuen Notstrommaschine ist, dass wir die Stromversorgung umschalten können, ohne dass ein Unterbruch entsteht», erklärt Christoph Züger, Bereichsleiter Netze und Mitglied der Geschäftsleitung bei der EWJR.

Die EWJR bietet diverse mobile Notstromlösungen für Unternehmen und Private an. In diesem Rahmen kann künftig auch die neue Notstrommaschine gemietet werden. «Priorität hat aber in jedem Fall der Einsatz für die Wasserversorgung Rapperswil-Jona», sagt Züger.

Über die EWJR

Seit 1902 versorgt die EWJR die Stadt Rapperswil-Jona mit elektrischer Energie. Mit über 1300 Aktionärinnen und Aktionären sowie der Stadt Rapperswil-Jona als grösster Einzelaktionärin ist die Unternehmung regional breit abgestützt und politisch unabhängig.

Die EWJR setzt sich für eine sichere, wirtschaftliche und zukunftsorientierte Energieversorgung der Stadt Rapperswil-Jona ein. Ihre Dienstleistungen in den Bereichen Energie, Installation sowie Netze stellt sie vermehrt auch Kundinnen und Kunden ausserhalb der Stadt Rapperswil-Jona zur Verfügung.

Über die Wasserversorgung Rapperswil-Jona

Die Genossenschaft Wasserversorgung Rapperswil-Jona ist 2007 aus den beiden eigenständigen Wasserversorgungen der beiden Stadtteile entstanden. Als nicht gewinnorientiertes Unternehmen ist es ihr Hauptziel, die Einwohner der Stadt mit genügend Trink-, Brauch- und Löschwasser in bester Qualität zu versorgen. Mit 600 Genossenschafterinnen und Genossenschaftern ist die Wasserversorgung Rapperswil-Jona in der Bevölkerung breit abgestützt.

OM, Elektrizitätswerk Jona-Rapperswil