Home Region Sport In-/Ausland Magazin Agenda
Eschenbach
05.05.2022
05.05.2022 13:07 Uhr

Eschenbach kämpft mit Wellen von Vandalismus

Buswarteunterstand in Eschenbach mit zerbrochenem Glas (r.): Was steckt dahinter?
Buswarteunterstand in Eschenbach mit zerbrochenem Glas (r.): Was steckt dahinter? Bild: Gemeinde Eschenbach
Seit Anfang Jahr registrierte die Gemeinde Eschenbach Wellen von Vandalismus, Schmierereien und Littering im öffentlichen Bereich. Ein Gebiet ist besonders betroffen. Die Gemeinde trifft bereits Massnahmen.

Es sind unschöne Bilder aus der Gemeinde Eschenbach: zerbrochene Glasscheiben, verschmierte Fassaden und Sportgeräte bei einem Skaterplatz. In den vorangehenden Wochen sind «auch in Eschenbach leider zunehmend mehr Fälle von Vandalismus feststellbar» gewesen, bedauerte die Gemeinde in einer diesjährigen Ausgabe ihres Mitteilungsblatts «Eschenbach aktuell».

Die Schäden an öffentlicher Infrastruktur rührten wohl von «mutwilliger Zerstörung» her, hiess es weiter. Die Gemeinde habe Anzeige erstattet und betreibe Präventionsarbeit, gleichzeitig werde die Bevölkerung zu mehr Wachsamkeit aufgerufen und um mögliche Hinweise gebeten.

Wellenartig und meist zwischen Schulhaus Breiten und Dorftreff

Um mehr über dieses Vandalismus-Phänomen, dessen Hintergründe, entstandene Kosten und die Wirksamkeit der Präventionsmassnahmen zu erfahren, wandte sich Linth24 kürzlich an die Gemeinde Eschenbach.

Die Vorkommnisse seien «erfahrungsgemäss wellenartig», antwortete die Gemeinde, «teilweise häufen sie sich und dann ist über Monate wieder Ruhe». Doch eine statistische Auswertung werde dazu nicht erhoben. Zudem habe leider auch das Littering zugenommen: liegengelassene Abfälle, Scherben und Alkoholflaschen, dies oft bei Schulanlagen.

Am stärksten von Vandalismus betroffen sei der Bereich zwischen dem Eschenbacher Schulhaus Breiten und der Sportanlage Dorftreff. Viele Vorfälle ereigneten sich rund um die öffentlichen Anlagen wie Schulhäuser, Sportanlagen und Bushaltestellen.

Frustrierte Jugendliche im Fokus – kein Generalverdacht

Angesichts der räumlichen Verteilung der Vandalismus- und Littering-«Hotspots» vermutet die Gemeinde, dass (frustrierte) Jugendliche daran zumindest mitbeteiligt sind.

Gleichzeitig weist sie jedoch auch darauf hin, dass «ein Grossteil der Jugendlichen in Eschenbach sehr umweltbewusst unterwegs ist und unnötigen Abfall oder Materialverschleiss bestmöglich verhindert».

Diese Scherben an der Bushaltestelle bringen kein Glück, aber eine Strafanzeige durch die Gemeinde. Bild: Gemeinde Eschenbach

2'000 bis 5'000 Franken für grösseren Schaden

Welche Kosten für die Beseitigung bzw. Instandstellung der Vandalismus-Schäden bislang der Gemeinde – und letztlich auch den SteuerzahlerInnen – insgesamt entstanden sind, war jedoch nicht zu erfahren. Laut der Gemeinde schwankten die Kosten je nach Art der Vorkommnisse stark, bei grösseren Schäden und Schmierereien lägen sie «zwischen Fr. 2'000.- und Fr. 5'000.-».

Doch ist es nicht nur die Wiederinstandstellung von Schäden, die kostet. Auch verschiedene Massnahmen zur Vandalismus-Prävention führen zu teils hohen Ausgaben.

Gittertor, Schockbeleuchtung, Dialog und Patrouillen

Die Gemeinde Eschenbach unternimmt Prävention auf verschiedenen Ebenen. Genannt werden zunächst punktuelle bauliche Massnahmen zum Schutz: konkret etwa ein Gittertor beim Schulhaus Kirchacker oder «Schockbeleuchtung beim Schulhaus Dorf». Mit je nach Umfang auch unterschiedlich hohen Kosten.

Ausserdem sensibilisiere die Jugendarbeit Eschenbach hinsichtlich der Vandalismus-Thematik und suche die Jugendlichen im öffentlichen Raum für Gespräche auf. Ziel sei es, «einen Dialog zu führen und allfälliges Frustrationspotenzial abzufangen», so die Gemeinde. Damit könne die Energie der Jugendlichen auf «positive Projekte» gelenkt werden. Ebenfalls werde mit privaten Sicherheitsdiensten zusammengearbeitet. Diese patrouillieren besonders an Wochenenden auf öffentlichen Plätzen.

Ein weiteres Element der Prävention ist die konsequente Einreichung einer Strafanzeige bei der Kantonspolizei, wenn es zu einem Vorfall kommt.

Stefan Knobel, Linth24