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Kultur
05.04.2022
05.04.2022 18:19 Uhr

Eindrückliches Konzert in Schmerikon zum Abschied

Unter Dirigent Róbert Búza bot die Musikgesellschaft Schmerikon einen Konzertabend besonderer Güte zum Abschied.
Unter Dirigent Róbert Búza bot die Musikgesellschaft Schmerikon einen Konzertabend besonderer Güte zum Abschied. Bild: Werner Hofstetter, Linth24
Die Musikgesellschaft Schmerikon gab mit Unterstützung des Musikvereins Degersheim ein beeindruckendes Abschiedskonzert in der Schmerkner Pfarrkirche.

Mit dem «Schmerkner Marsch» verlässt die engagierte Musikgesellschaft Schmerikon (MGS) nach 163 Jahren die Konzertbühne. Die überaus vielen Besucher und Musikfreunde erhielten als Abschluss eine musikalische Reise mit anspruchsvoller Blasmusik.

Fehlender Nachwuchs und Überalterung als Problem

Die MGS hatte am Sonntag zu einem letzten Konzert eingeladen. Im Programmheft stand «Abschiedskonzert». Wie angekündigt, muss die MGS den Probenbetrieb aufgeben, da eindeutig der Nachwuchs fehlt und die Überalterung stark hineinspielt.

Dirigent Róbert Búza dirigiert nebst der MGS den Musikverein Harmonie Degersheim. So konnte das Abschiedskonzert kombiniert werden. Der langjährige Präsident Karl Oberholzer, in den letzten Jahren begleitender Vizepräsident, durfte eine recht grosse Zahl Musikfreunde begrüssen. Er blendete kurz zurück in das Jahr 2009, da durfte die MGS ihr 150-jähriges Bestehen feiern. Er bestätigte, dass über all die Jahre die Kameradschaft einen grossen Stellenwert einnahm.

Ein Konzertabend besonderer Güte

Die Musikfreunde erlebten einen Konzertabend besonderer Güte. Dirigent Búza meinte: «Der schönste Konzertsaal ist die Kirche. Zwei Musikkorps ergeben einen gemeinsamen Klangkörper und präsentierten sich in begeisterter Frische». Durch den Konzertabend führte Micha Granwehr. Die Vorträge in den verschiedenen Musikrichtungen sind ein Markenzeichen der Blasmusik. Gewaltig, was für eine Kraft die Instrumentalisten ausströmten. Da stimmte auch die «Chemie» zwischen beiden Korps.

Die Eingangsfanfare «A Festival Prelude» bildete einen festlichen Auftakt. «The Golden Age of Broadway» blendete in die goldenen Jahre am Broadway zurück. Aber auch das Konzertwerk «Yellow Mountains» mit lyrischer Partitur darf als «schwer» bezeichnet werden. Im von Jakob De Haan komponierten Werk «Oregon» im Westernrhythmus hörte man die Cowboys, Goldgräber oder Planwagen.

«Merci-Grazie-Danke» und Schmerkner Marsch

Dass ein so konzertanter Musikabend nicht einfach Schluss ist, ist verständlich. So präsentierte sich die MGS nochmals alleine. Dirigiert von Ernst Frischknecht, der seit 35 Jahren das Amt als Vizedirigent innehatte, präsentierte sie «Merci-Grazie-Danke» – und das war die schönste Abschiedsmelodie.

Der langanhaltende Applaus und Standing Ovation zwang zum endgültigen Abschiedsvortrag mit dem Schmerkner Marsch, der 2009 vom damaligen Dirigenten Reto Nyffeler komponiert wurde. Jetzt musste die letzte Träne getrocknet werden, denn nun ist die Zeit des Abschieds gekommen von der Schmerkner «Dorfmusik».

Nach 163 Jahren verlässt die Musikgesellschaft Schmerikon die Konzertbühne. Auch der Probebetrieb wird eingestellt. Bild: Werner Hofstetter, Linth24
Werner Hofstetter, freier Mitarbeiter Linth24