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Leserbrief
Uznach
16.01.2022

Parkgebühren: «Das geht gar nicht»

Die neue Tafel in Grynau.
Die neue Tafel in Grynau. Bild: zVg
Die Parkgebühren in der Uzner Grynau wurden von der Gemeinde nahezu verdoppelt. Ein Linth24-Leser aus Uznach schreibt, dass dies sowohl schade als auch unnötig sei.
  • Leserbrief von Dieter Koller aus Uznach

«Es ist wunderschön, an der Linth einen Spaziergang zu machen. Hier kann man die Natur, die Ruhe und die frische Luft geniessen. Eine wundervolle Aussicht dem Fluss entlang, zu den nahen Hügeln, in die Weite und ganz unten über den schönen Zürich-Obersee. Ich komme fast jeden Tag mit meinen zwei Hunden zum Spazieren hier her. Einmal von der Grynau rauf Richtung Benken, das nächste mal runter zum Zürichsee. Wir treffen auf viele andere Spaziergänger. Junge Ehepaare mit ihren Kinderwagen, ältere pensionierte Pärchen, Jogger, Biker und viele Hündeler. So gibt es oft auch einen kleinen Schwatz untereinander und es ist spannend den Hunden beim Balgen und Spielen zuzusehen. Einfach herrlich und auf jeden Fall gesund für Körper und Geist. Dieses wunderbare Naherholungsgebiet nahe bei Uznach ist bei vielen sehr beliebt und vor allem die Flussbadi mit dem Kiosk ist im Sommer eine attraktive Freizeit- und Bade-Anlage.

Nur leider möchte der böse Steuervogt in Uznach den lieben Leuten die Freude nicht gönnen und er sinnt nach Strafe. Und so geschieht es: Seit Anfang Januar 2022 wurden die Parkgebühren auf den Parkplätzen an der Grynau verdoppelt. Von 1.00 CHF pro Stunde auf 2.00 CHF pro Stunde. Die Leute wundern sich verärgert: «Ist das wirklich nötig?» «Braucht das Städtchen Uznach unbedingt Geld? Viel ist das ja eh nicht!»

Müsste man in dieser Corona-Zeit die Freizeit-Aktivitäten wie das Spazierengehen an der frischen Luft nicht fördern statt erschweren? Wir alle wissen: Viel Bewegung an der frischen Luft und Sonnenschein ist nicht nur für die Gesundheit gut sondern verleiht auch gute Laune, Heiterkeit und Lebensfreude.   

Das alles ist dem Steuervogt wohl egal. Obwohl das Städtchen Uznach der Bevölkerung in Sachen Erholung und Freizeit wenig bis gar nichts bietet. Es gibt keine Parks mit hübschen Bänklis, die zum Verweilen und Entspannen einladen. Keine Alleen zum Flanieren, keine Plätze für die Begegnung der Einwohner, keine hübschen Garten-Restaurants und praktisch keine Sport-Anlagen. Dafür gibt es sehr viele Häuser und sehr viel Verkehr. Sehr, sehr viel Verkehr, Staus und schlechte Luft. Die Verdoppelung der Parkgebühren an der Grynau kann bei Haushalten mit kleinem Budget recht weh tun. Ich habe einige Spaziergänger gefragt, was sie von der Erhöhung halten. Die Antworten sind:

«Das ist eine Frechheit!»
«Das ist eine Sauerei!»
«Das geht gegen uns Hündeler!»

Was mich sehr verwundert hat, ist diese Aussage:

«Sie wollen, dass nicht so viele Leute hier her kommen!»

Verstörend kommt noch dazu, dass die Parkgebühren in Uznach am Bahnhof und auf dem Parkplatz Städtli gleich geblieben sind. Einige Leute weichen bereits aus. Oder sie parkieren in der Allmeind in Schmerikon. Hier sind die Gebühren noch 1.00 pro Stunde. Andere parkieren auf dem Gratis-Parkplatz Chlausen beim Schiessstand. Und wieder andere parkieren wild an den Feldern entlang.

Ach wie schade ist das alles und völlig unnötig. Zum Leidwesen der Bevölkerung. Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass es viele Stimmen gibt, die den Steuervogt vielleicht doch noch dazu bewegen können, die Erhöhung rückgängig zu machen.»

Dieter Koller aus Uznach