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Kolumne
02.12.2021
02.12.2021 07:07 Uhr

«BAG-Bewerber» Feltre entdeckt die soziale Verantwortung

Mauro Feltre erklärt seinem «Fast-Arbeitskollegen» Berset, warum er seine «Bewerbung zurückzieht.»
Mauro Feltre erklärt seinem «Fast-Arbeitskollegen» Berset, warum er seine «Bewerbung zurückzieht.» Bild: Linth24
Der satirische Linth24-Kolumnist Mauro Feltre zieht seine «Bewerbung» beim BAG zurück. Aufgaben wie das tägliche Umstellen von 3G auf 2G seien ihm schlicht «zu simpel, zu profan, zu banal».
  • Kolumne von Mauro Feltre

Grüezi Herr Berset

Ich bin es wieder und ich werde meine Bewerbung zurückziehen. Jawohl. Aber dazu später. 

Was für ein Triumph, Herr Berset! Was für eine – vom Volk abgesegnete – freie Bahn für Sie. Ich gratuliere. All die Millionen, mit denen Ihre Ämter die Massenmedien bis jetzt mit Texten und Indiskretionen gefüttert haben, waren ein Garant für diesen Erfolg. Das wurde mit Weitsicht geplant und verdient wieder einmal meinen Respekt. Sie setzen ab sofort eigentlich nur noch den Volkswillen um. Bis 2031. Als Einziger. Weltweit. Brillant!

Aber nun zum Grund meines Rückzugs. Meine strategische Weitsicht ist nicht mehr gefragt! Oder besser gesagt, ich stelle sie nicht mehr zu Verfügung. Zugegeben, etwas beleidigt bin ich auch. Ich habe Ihnen schon viele Tipps zur präzisen Umsetzung des Aluhütler-Plans gegeben. Und Einiges haben Sie – ganz zu meiner Freude – realisiert. Letzte Woche dann ein gemeinsames Titelbild in der Presse. Ich habe mich gefreut wie ein kleines Kind.

Langweile unerwünscht

Die Frage wäre: Welche Aufgaben sollten mich denn nun in Ihrem BAG noch reizen? Täglich die Umstellung von 3G zu 2G, dann wieder 3G plus, 1G minus etc. kommunizieren? Mich um die Farbe der Armbändeli kümmern, welche die 4-fach von den 5-fach Geimpften unterscheiden? Neue Virusnamen erfinden? Sorry, aber bei Omikron denke ich eher an eine Fräsmaschine als an einen neuen Virus. Das ist mir alles zu simpel, zu profan, zu banal.

Meine Zukunft bei Pro Senectute

Meine Wenigkeit denkt weiter und bewirbt sich jetzt bei der Pro Senectute um einen Job! Sie staunen, Herr Berset? Was macht ein Stratege wie ich bei diesem Altersverein? Nun, ich erkläre es Ihnen.

Aus Jung gegen Alt wird Win-win

Der Graben, der sich zwischen Jung und Alt aufgerissen hat, ist meine neue Herausforderung! Die U30 Generation hat das Covid Gesetz klar abgelehnt. Und die Rentner – die haben es ebenso klar angenommen. Da hat Ihnen der demografische Wandel Richtung Alter sauber den Sieg eingefahren. Nur, die Jungen finden das nicht so lustig. Diesen Generationengraben gilt es nun zu überwinden. Ich gehe nicht davon aus, dass künftig Sie oder ein anderer Bundesrat sich um derartige gesellschaftliche und soziale Aspekte kümmern wird. Sie haben nun genug andere Sorgen. Sie wissen schon, die Farben der Armbändeli und so.

Mein Abschied – Ciao BAG

Die ersten Ideen sind schon auf Papier festgehalten. Eine Kostprobe meiner zahlreichen Ideen zum Abschied?

Rentner versorgen zertifikatslose Studenten, denen der Zutritt zur Uni-Mensa verboten wird, mit einer kostenlosen Suppenküche im beheizten Aussenzelt. Im Gegenzug richten die Studenten den Senioren die neusten digitalen Impf-, Zugangs- und Rentnerpässe auf den Handys ein. Win-win!

Ich bin überzeugt, mit solchen Massnahmen werde ich Generationen versöhnen, Brücken schlagen und meine Fähigkeiten endlich sinnvoll einbringen.

In dem Sinne – Adieu Herr Berset und Hallo soziale Verantwortung.

Mauro Feltre

Mauro Feltre berät mit seiner Firma digitelliQ.ch Firmen und entwickelt Zukunftsstrategien. Er plädiert dafür, die Mitarbeitenden in die Unternehmens-Entwicklung einzubeziehen. Darum hat er sich beim BAG schon mehrfach auf satirische und humorvolle Weise als Mitarbeiter beworben – erhielt aber noch keinen Vorstellungstermin.

Mauro Feltre, Kolumnist Linth24