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Gemeinden
28.11.2021
03.12.2021 21:30 Uhr

So votierte das Linthgebiet am 28. November 2021

Darüber wurde abgestimmt: (v.l.n.r.) Pflegeinitiative, Justizinitiative und Änderung des Covid-19-Gesetzes.
Darüber wurde abgestimmt: (v.l.n.r.) Pflegeinitiative, Justizinitiative und Änderung des Covid-19-Gesetzes. Bild: Linth24
An diesem Sonntag wurde im Wahlkreis See-Gaster über drei nationale Vorlagen abgestimmt: zwei Volksinitiativen und ein Referendum. Das sind die Resultate aus den 10 Linthgebiet-Gemeinden.

Sämtliche zehn Gemeinden zwischen Amden und Rapperswil-Jona waren am Sonntagnachmittag kurz vor 14:30 Uhr komplett ausgezählt. Die Stimmbeteiligung lag im Bereich zwischen ca. 65% und ca. 73% und war somit überdurchschnittlich hoch. Dies widerspiegelt auch den nationalen Befund.

Die eidgenössischen Vorlagen vom 28. November 2021

Zur Abstimmung gelangten an diesem Tag zwei Volksinitiativen: Die Volksinitiative «Für eine starke Pflege (Pflegeinitiative)» will gegen den Pflegenotstand vorgehen und verlangt, dass Bund und Kantone die Pflege fördern. Die Vorlage wurde deutlich angenommen. Die Justiz-Initiative forderte die Einführung des Losverfahrens bei der Wahl der BundesrichterInnen. Die Vorlage war an der Urne chancenlos.

Daneben wurde über die Änderung vom 19. März 2021 des Covid-19-Gesetzes abgestimmt, da ein Komitee erfolgreich das Referendum dagegen ergriffen hatte. Im Gesetz ist festgelegt, mit welchen zusätzlichen Massnahmen der Bundesrat die Corona-Pandemie bekämpfen und wie er wirtschaftliche Schäden eindämmen soll. Die Vorlage wurde deutlich angenommen.

Einen Überblick zu den nationalen Ergebnissen finden Sie hier.

Pflegeinitiative: Endergebnis national 61% Ja – 39% Nein

Endergebnis des Kantons St.Gallen: 56.8% Ja, 43.2% Nein.

Hier präsentiert sich die Lage im Linthgebiet eindeutig: Sämtliche Gemeinden und somit auch der gesamte Wahlbezirk See-Gaster stimmen der Pflegeinitiative deutlich zu, zum Teil recht deutlich.

Absolute Stimmenzahlen:

  Ja Nein
Amden 585 408
Benken 785 665
Eschenbach 2'582 2'183
Gommiswald 1'563 1'237
Kaltbrunn 1'201 997
Rapperswil-Jona 7'931 5'301
Schänis 1'048 857
Schmerikon 905 734
Uznach 1'449 1'025
Weesen 601 348
Total See-Gaster 18'650 13'755

Prozentzahlen der Stimmanteile:

  Ja Nein
Amden 58.9% 41.1%
Benken 54.1% 45.9%
Eschenbach 54.2% 45.8%
Gommiswald 55.8% 44.2%
Kaltbrunn 54.6% 45.4%
Rapperswil-Jona 59.9% 40.1%
Schänis 55.0% 45.0%
Schmerikon 55.2% 44.8%
Uznach 58.6% 41.4%
Weesen 63.3% 36.7%
Total See-Gaster 57.6% 42.4%

Ein Blick auf die untenstehende Grafik zu den Gemeinden des Kantons St.Gallen zeigt ein doch relativ klares Bild. Abgesehen von zwei Gemeinden im Wahlkreis Toggenburg (Wildhaus-Alt St.Johann und Hemberg), einer Gemeinde im Wahlkreis St.Gallen (Andwil) sowie zwei Gemeinden im Wahlkreis Wil (Oberbüren und Niederbüren) errangen überall die Nein-Stimmen die Überhand:

Abstimmungsverhalten der St.Galler Gemeinden zur Pflegeinitiative. Scrollen Sie über bzw. berühren Sie eine Gemeinde, um mehr über das dortige Mehrheitsergebnis zu erfahren.

Justiz-Initiative: Endergebnis national 68.1% Nein – 31.9% Ja

Endergebnis des Kantons St.Gallen: 68.2% Nein, 31.8% Ja.

Im sämtlichen Gemeinden des Linthgebiets und somit auch im Wahlkreis See-Gaster war die Justiz-Initiative chancenlos, die jeweiligen Zustimmungsraten bewegten sich auf eher tiefem Niveau.

Absolute Stimmenzahlen:

  Ja Nein
Amden 326 622
Benken 461 952
Eschenbach 1'414 3'184
Gommiswald 867 1'864
Kaltbrunn 665 1'456
Rapperswil-Jona 4'339 8'539
Schänis 552 1'316
Schmerikon 543 1'053
Uznach 749 1'644
Weesen 299 621
Total See-Gaster 10'215 21'251

Prozentzahlen der Stimmanteile:

  Ja Nein
Amden 34.4% 65.6%
Benken 32.6% 67.4%
Eschenbach 30.8% 69.2%
Gommiswald 31.8% 68.2%
Kaltbrunn 31.4% 68.6%
Rapperswil-Jona 33.7% 66.3%
Schänis 29.6% 70.4%
Schmerikon 34.0% 66.0%
Uznach 31.3% 68.7%
Weesen 32.5% 67.5%
Total See-Gaster 32.5% 67.5%

Bei der Justiz-Initiative zeigt sich bei den St.Galler Gemeinden ein recht einheitliches Bild einer deutlichen bis sehr deutlichen Ablehnung (diverse Rottöne):

Abstimmungsverhalten der St.Galler Gemeinden zur Justiz-Initiative. Scrollen bzw. Wischen Sie über eine Gemeinde, um mehr zu erfahren.

Änderung des Covid-19-Gesetzes: Endergebnis national 62% Ja – 38% Nein

Endergebnis des Kantons St.Gallen: 54.7% Ja, 45.3% Nein.

Der Wahlkreis See-Gaster als ganzes stimmte der Vorlage zu.

Betrachtet man die Situation jedoch genauer, zeigt sich ein heterogenes Bild: Schmerikon, Uznach und Rapperswil-Jona nahmen das Covid-19-Gesetz recht deutlich an. Doch in den übrigen ausgezählten Gemeinden gewannen die Kritiker die Überhand – teils recht knapp (z.B. in Weesen Unterschied von 30 Stimmen), teils etwas deutlicher (z.B. Schänis).

In der Endabrechnung fiel der hohe Ja-Stimmen-Anteil in drei Gemeinden, darunter in der bevölkerungsreichen Stadt Rapperswil-Jona, derart stark ins Gewicht, dass der Wahlkreis See-Gaster als Ganzes schliesslich der Vorlage zustimmte.

Absolute Stimmenzahlen:

  Ja Nein
Amden 472 544
Benken 628 846
Eschenbach 2'264 2'566
Gommiswald 1'307 1'541
Kaltbrunn 1'036 1'195
Rapperswil-Jona 8'573 4'761
Schänis 795 1'152
Schmerikon 994 682
Uznach 1'431 1'079
Weesen 470 500
Total See-Gaster 17'970 14'866

Prozentzahlen der Stimmenanteile:

  Ja Nein
Amden 46.5% 53.5%
Benken 42.6% 57.4%
Eschenbach 46.9% 53.1%
Gommiswald 45.9% 54.1%
Kaltbrunn 46.4% 53.6%
Rapperswil-Jona 64.3% 35.7%
Schänis 40.8% 59.2%
Schmerikon 59.3% 40.7%
Uznach 57.0% 43.0%
Weesen 48.5% 51.5%
Total See-Gaster 54.7% 45.3%

Wie die untenstehende Grafik zeigt, lagen die drei Gemeinden des Linthgebiets, die der Änderung des Covid-19-Gesetzes zustimmten, zufällig geografisch nebeneinander. Man könnte von einer Art «Achse» Rapperswil-Jona – Schmerikon – Uznach sprechen, wobei der Ja-Anteil in Richtung Osten leicht abnimmt.

Abstimmungsverhalten der St.Galler Gemeinden zur Änderung des Covid-19-Gesetzes. Scrollen Sie über bzw. berühren Sie eine Gemeinde, um mehr über das dortige Mehrheitsergebnis zu erfahren.

Betrachtet man die einzelnen Wahlkreise des Kantons St.Gallen, zeigt sich, dass die Änderung des Covid-19-Gesetzes einzig im Rheintal – hier hauchdünn – und Toggenburg – hier relativ deutlich – abgelehnt wurde:

Abstimmungsverhalten der St.Galler Wahlkreise zur Änderung des Covid-19-Gesetzes. Scrollen Sie über bzw. berühren Sie eine Gemeinde, um mehr über das dortige Mehrheitsergebnis zu erfahren.

(Quellen: Abstimmungsprotokolle der Gemeinden, wab.sg.ch; Hinweis: Zahlen teils auf eine Stelle nach Komma gerundet)

Das schreibt der Kanton St.Gallen zum Abstimmungssonntag:

Kanton stimmt zweimal Ja und einmal Nein

Am heutigen Abstimmungssonntag stimmten die St.Gallerinnen und St.Galler zahlreich ab. Es resultierte ein Ja zur Änderung des Covid-19-Gesetzes und zur Pflegeinitiative. Die Justiz-Initiative wurde im Kanton St.Gallen abgelehnt.

Die Änderung vom 19. März 2021 des Covid-19-Gesetzes haben 54,73 Prozent der Stimmenden im Kanton St.Gallen angenommen. Die Stimmbeteiligung war bei allen Vorlagen hoch. So gaben 68,89 Prozent der Stimmberechtigten im Kanton ihre Stimme zum Covid-19-Gesetz ab.

Die Initiative «Für eine starke Pflege» fand im Kanton St.Gallen ebenfalls Zustimmung. 56,75 Prozent der Stimmenden sagten Ja zur Pflegeinitiative. Die Stimmbeteiligung lag bei 68,26 Prozent.

Klar abgelehnt haben die St.Galler Stimmenden die Initiative «Bestimmung der Bundesrichterinnen und Bundesrichter im Losverfahren» mit 68,18 Prozent. Es zeigte sich ein einheitliches Bild: Mit einer Stimmbeteiligung von 67,48 Prozent haben alle Gemeinden gegen die Vorlage gestimmt.

Stefan Knobel, Linth24