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Kanton
12.11.2021

«Kaum Geimpfte auf Intensivstation»

Regierungsrat Bruno Damann ist Vorsteher des Gesundheitsdepartements des Kantons St.Gallen.
Regierungsrat Bruno Damann ist Vorsteher des Gesundheitsdepartements des Kantons St.Gallen. Bild: Patrice Ezeogukwu
Die Fallzahlen im Kanton St.Gallen steigen und damit auch die Möglichkeit für neue Massnahmen. Regierungsrat Bruno Damann schätzt die aktuelle Lage im Interview ein und räumt mit Gerüchten auf.

Am Freitag meldet der Kanton 457 Neuinfektionen in 24 Stunden – das sind 158 mehr als vor einer Woche. Damit steigen die Fallzahlen im Kanton St.Gallen, aber auch in der restlichen Schweiz weiter an. Stehen wir wieder am gleichen Ort wie vor einem Jahr?

«Nein, es ist nicht die gleiche Situation wie letztes Jahr. Wir haben heute einen wirksamen Impfstoff und kaum noch ältere Menschen, die sich infizieren. Damit haben wir weniger Todesfälle, aber dafür gibt es viele 30- bis 60-Jährige, die das Virus kriegen und auch auf der Intensivstation landen. Das zeigt, dass das Virus vor niemandem Halt macht», sagt Damann zu stgallen24 in Altstätten, wo Bundesrätin Karin Keller-Sutter die Pop-Up-Impfstation im Rahmen der nationalen Impfwoche besuchte.

Zwar liegen noch keine genauen Zahlen zur Impfwoche vor, aber trotzdem hätten sich die Anstrengungen gelohnt und Damann zieht eine positive Bilanz. Jede geimpfte Person würde einen Beitrag zur Situation leisten. Die steigenden Fallzahlen besorgen Damann zwar, seien aber nicht das Mass aller Dinge. «Vor allem die Hospitalisierungen sind wichtig und da haben wir zurzeit eine Lage in St.Gallen, die stabil ist. Sollte sich dies ändern, dann müssen wir neue Massnahmen in Betracht ziehen.» Wie diese aussehen, könne der Regierungsrat aber noch nicht sagen. «Wir bereiten uns aber darauf vor und schauen auch, was der Bund macht.»

Besonders ländliche Gebiete wie beispielsweise das Toggenburg haben tiefe Impfquoten – dort gilt es die Menschen zu erreichen und zur Impfung zu mobilisieren. «In der Landwirtschaft ist man tendenziell skeptischer eingestellt gegenüber Impfungen. Das ist aber kein regionales Phänomen, sondern auch ausserhalb der Landesgrenze zu beobachten. Im Toggenburg konnten wir einige Leute während der Impfwoche erreichen. Das ist ein Erfolg.»

Dass mehr Geimpfte als Ungeimpfte in den Spitälern liegen, sei ein Gerücht. «In St.Gallen liegt die Anzahl der geimpften Personen, die hospitalisiert werden müssen, bei unter 20 Prozent. Auf den Intensivstationen haben wir keine Person, die geimpft sind», so Damann.

Miryam Koc, stgallen24 / Linth24