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Schmerikon
29.10.2021

Giftige Blaualge: Weiterhin Achtsamkeit geboten

Beim Versuch, die Blaualgen aus dem Uferbereich und dem stehenden Wasser zu verdrängen.
Beim Versuch, die Blaualgen aus dem Uferbereich und dem stehenden Wasser zu verdrängen. Bild: Politische Gemeinde Schmerikon
Eine Blaualge führte im Sommer zum Tod zahlreicher Hunde am Schmerkner Seeufer. Ein neues Monitoring zeigt: Die Alge ist mehrheitlich noch am Seegrund vorhanden. Hündeler sollen wachsam bleiben.

Giftige Blaualgen in Schmerikon: aktuelle Lage

  • Toxine der Blaualge «Tychonema» wurden als wahrscheinlichste Ursache für viele Hunde-Todesfälle an Schmerikons Seeufer im vergangenen Sommer identifiziert.
  • Nach einer aktuellen Untersuchung ist die Alge im Sediment noch vorhanden, jedoch hat ihre aufschwimmende, rötliche Biomasse stark abgenommen.
  • Die Gemeinde Schmerikon stellt die Informationskampagne am See ein, behält sich aber bei Bedarf z.B. ab nächsten Frühling eine Reaktivierung vor.
  • Hundehaltende werden gleichwohl aufgefordert, wachsam zu bleiben.

Im Juli und August 2021 sind mehrere Hunde verstorben, die sich kurz zuvor am Ufer des oberen Zürichsees in Schmerikon aufgehalten hatten.

Die Vermutung des ersten behandelnden Tierarztes einer Vergiftung durch ein Neurotoxin erhärtete sich zeitnah. Im stehenden Wasser an der Mündung des Aabachs konnte ein für Blaualgen bekanntes Toxin nachgewiesen werden. Es handelt sich hierbei um eine in der Schweiz bisher einzig am Obersee, oberhalb Näfels GL, identifizierten Blaualge des Typus «Tychonema».

Gefährdungshinweise am gesamten Ufer

Die Gemeinde Schmerikon hat unmittelbar nach den ersten Vorkommnissen Warntafeln beim Aabach und an der Seeanlage aufgestellt und die Hinweise an den jeweils fortschreitenden Wissensstand angepasst. Auf den Plakaten wird auf die Lebensgefährdung für Hunde sowie auf eine nicht auszuschliessende gesundheitliche Gefährdung für Menschen hingewiesen.

Seit Anfang September wird die toxische Blaualge auch entlang des gesamten Ufers des oberen Zürichsees bis Rapperswil-Jona nachgewiesen.

Laufendes Monitoring

Mitarbeitende der Abteilung Gewässerqualität im Amt für Wasser und Energie AWE des Kantons St.Gallen sind seit Beginn der Vorfälle in regelmässigen Abständen vor Ort und führen Beprobungen durch.

Nachdem die Blaualge «Tychonema» als Ursache der Gefährdung identifiziert wurde, werden die Proben mittels Mikroskop-Analyse auf diese Gattung untersucht. Der Nachweis des Nervengifts «Anatoxin-A», welches potentiell durch diese Art gebildet wird, wird vorerst nicht durchgeführt, da es einer sehr aufwendigen Laboranalytik bedarf, die in der Schweiz kaum vorhanden ist.

Letztmals erfolgte die Probenahme am 19. Oktober 2021. Der Bericht hält fest, dass die Blaualge «Tychonema» lokal am Seegrund noch in grossen Dichten vorhanden ist.

Abgenommen im Vergleich zu den vorangegangenen Untersuchungen hat hingegen die Biomasse. Fast verschwunden ist der zuvor in allen ruhigen Uferbereichen und den Häfen in hoher Dichte vorhandene rötliche Schwimmschlamm («Chrotehüüt»).

Aufhebung bisheriger Informationsmassnahmen in Schmerikon

Aufgrund des vorliegenden Befundes räumt die Gemeinde Schmerikon nun die Warntafeln ab. Es ist davon auszugehen, dass sich die toxische Blaualge ab nächsten Frühling wieder vermehren wird.

Die Wahrnehmung einer Sensibilisierungskampagne schwindet mit der Zeit. Insofern ist es trotz der in geringerem Ausmass vorhandenen Blaualge «Tychonema» nicht mehr angebracht, die Warnung vor Ort aufrecht zu erhalten. Sie wird dann wieder aktiviert, sollte in der nächsten warmen Jahreszeit die Situation wieder akut werden.

Trotz der Aufhebung der Warntafeln sollten Hundehalterinnen und -halter weiterhin Vorsicht walten lassen und sehr aufmerksam den Uferbereich und stehendes Gewässer beobachten.

Gemeinde Schmerikon / Félix Brunschwiler, Gemeindepräsident