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Schmerikon
09.09.2021

Wieder toter Hund: Blaualgen-Warnung für gesamtes Ufer

Die Lage im Hafen Jona.
Die Lage im Hafen Jona. Bild: z.V.g
In Schmerikon ist es erneut zu einem Blaualgen-Vorfall mit tödlichem Ausgang für einen Hund gekommen – total sind 9 Hunde tot. Nun wird die Warnung auf das gesamte Ufer der Gemeinde ausgedehnt.

Ende Juli 2021 wurde bekannt, dass zwei Hunde innert Kürze verstarben, nachdem sie sich bei der Aabach-Mündung aufhielten. Zeitnah wurden weitere Vorfälle mit vergleichbarem Verlauf bekannt. Sie standen alle im Zusammenhang mit einem Aufenthalt im Flachwasser oder im Uferbereich beim Aabach-Delta oder an der Seeanlage, unmittelbar beim Restaurant Pier 8716. Mit der Unterstützung des Vereins Tierfreunde Linth konnte rekonstruiert werden, dass es nachweislich zehn gleichartige Vorfälle zwischen Juni und dem 13. August 2021 gab, von denen acht tödlich endeten. Am letzten Wochenende verstarb ein weiterer Hund, dessen Tod im Zusammenhang mit dem Aufenthalt am Ufer beim Strandweg Richtung Ziegelhof stehen könnte.

Bisher kaum bekannte Blaualge

Die Vermutung des ersten behandelnden Tierarztes einer Vergiftung durch ein Neurotoxin erhärtete sich bereits in den ersten Tagen. Im stehenden Wasser an der Mündung des Aabachs konnte ein für Blaualgen bekanntes Toxin nachgewiesen werden. Es handelt sich hierbei um eine in der Schweiz bisher einzig am Obersee, oberhalb Näfels GL, identifizierten Blaualge des Typus «Tychonema».

Gefährdungshinweise durch Absperrung und Plakate

Die Gemeinde hat unmittelbar nach den ersten Vorkommnissen Warntafeln beim Aabach und an der Seeanlage aufgestellt und die Hinweise an den jeweils fortschreitenden Wissensstand angepasst. Seit dem letzten Todesfall sind die Seeanlage und der Aabachspitz mit Absperrband gekennzeichnet.  Hundehalterinnen und Hundehalter werden mittels Plakaten auf die Lebensgefährdung für Hunde hingewiesen. Für die Menschen wird eine nicht auszuschliessende gesundheitliche Gefährdung hervorgehoben. Die Warnhinweise werden nun auf den gesamten Uferbereich ausgeweitet.

Laufendes Monitoring

Seit Beginn der Vorfälle finden in regelmässigen Abständen Begehungen und Beprobungen durch Mitarbeitende der Abteilung Gewässerqualität im Amt für Wasser und Energie AWE des Kantons St.Gallen statt. Nachdem die Blaualge «Tychonema» als Ursache der Gefährdung identifiziert wurde, werden die Proben mittels Mikroskop-Analyse auf das Vorhandensein dieser Gattung untersucht. Es handelt sich um eine potentiell toxinbildende Art mit dem Nervengift «Anatoxin-A».

An verschiedenen Uferabschnitten

An verschiedenen Uferabschnitten des St.Galler Zürich-Obersees, auf dem Gebiet der Gemeinden Schmerikon und Rapperswil-Jona, wurde die Blaualge Tychonema gehäuft beobachtet: Das Amt für Wasser und Energie AWE hat an neun Stellen am Obersee Wasserproben untersucht. In allen Proben wurde die Blaualge von der Gattung Tychonema nachgewiesen.

Letztmals erfolgte die Probenahme am 6. September 2021. In hoher Dichte finden sich diese Blaualgen im rötlichen Schwimmschlamm («Chrotehüüt»), der sich vornehmlich in allen ruhigen Uferbereichen und den Häfen anreichert. Jedoch auch im Plankton entlang des gesamten Ufers lässt sich «Tychonema» nachweisen.

Die Gemeinde Schmerikon warnt: In hoher Dichte finden sich die Blaualgen im rötlichen Schwimmschlamm («Chrotehüüt»). Bild: zVg

Aufrechterhaltung der bisherigen Massnahmen

Die Gemeinde Schmerikon rät in Absprache mit den kantonalen Fachstellen aufgrund dieses erneuten Befundes Hundehalterinnen und Hundehalter weiterhin, sich nicht mit den Hunden im Uferbereich der gesamten Schmerkner Bucht, inklusiv entlang des Strandwegs aufzuhalten. Die Behörden empfehlen, Hunde vom Wasser fernzuhalten. Auch beim Menschen kann für bestimmte lokale Bereiche eine gesundheitliche Schädigung nicht ausgeschlossen werden. Vor allem bei Kleinkindern ist erhöhte Vorsicht geboten.

Die Menschen sollten das Baden im See auf die Stellen beschränken, die frei von Schwimmschlamm sind und klares Wasser aufweisen. Sollte jemand trotz der Algensituation in der genannten Region baden, ist darauf zu achten, dass das Wasser nicht verschluckt und anschliessend gut geduscht wird. 

Eine Neubeurteilung findet im Verlauf der nächsten Woche statt.

Gemeinde Schmerikon / Kom. SG