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Lifestyle
28.10.2021
24.11.2021 09:25 Uhr

Wer wagt sich in die eisige Kälte?

Der kurze thermische Schock bei -110° kurbelt den Stoffwechsel an und bringt den Kreislauf in Gang.
Der kurze thermische Schock bei -110° kurbelt den Stoffwechsel an und bringt den Kreislauf in Gang. Bild: zvg
Peter Kübli bietet mit VitalFabrik in Rüti ZH eine 3-Stufen Ganzkörper-Kältekammer mit minus 110° sowie ein IHHT Höhentraining-Gerät für Zelltraining. Am Wochenende ist Eröffnung.

«Der Kick ist unglaublich», sagt Peter Kübli, als er mit leicht geröteter Haut aus der Kältekammer mit -110 Grad Celsius kommt. Der innovative Unternehmer und Inhaber der Firma Sportprojekt AG baut und verkauft seit 2005 in der ganzen Schweiz mobile Eisbahnen und ist seit jeher fasziniert von Kälte und Eis.

Es sei vor fünf Jahren gewesen, als er das erste Mal von der Kältekammer gehört habe. Die Idee, dieses Erlebnis auch anderen Abenteurern anzubieten, habe ihn nicht mehr losgelassen. Die Überzeugung, dass dies ein Bedürfnis für andere sein könnte, ist vergleichbar gewesen wie damals bei den mobilen Eisbahnen. «Eine Kältekammer funktioniert ähnlich wie ein Kühlschrank oder ein Chiller. Und damit kenne ich mich aus», sagt Kübli.

Früher Produktion von Nägeln, jetzt Kältekammer

In der ehemaligen «Nagli» von Rüti – vor 100 Jahren gebaut und einst Produktionsstandort für Nägel von Militärschuhen – ist der Unternehmer jetzt fündig geworden und hat dort seit diesem Sommer die VitalFabrik eingerichtet. Jetzt stehen an der Walderstrasse 127 zwei innovative Hightech-Geräte zur Verfügung. Sowohl die Kältekammer, als auch das IHHT Höhentraining-Gerät werden im Sportbereich bereits angewendet, helfen aber Personen jedes Fitnesslevels und jeden Alters, das körperliche Wohlbefinden zu steigern, den Stoffwechsel anzukurbeln und das Immunsystem zu stärken, so Kübli.

In der Kältekammer erlebt der ganze Körper für eine kurze Dauer von zwei bis drei Minuten eine extrem niedrige Temperatur (-110 Grad Celsius). Durch den thermischen Schock werde der Stoffwechsel angekurbelt und der Kreislauf in Gang gebracht, erklärt Jenny Kalt, die für den Betrieb der VitalFabrik verantwortlich zeichnet.

Eis und kaltes Wasser als Therapie

Kalt ist, wie es ihr Name schon verrät, ein grosser Fan des Kältetrainings – sowohl in der Kältekammer als auch im kalten Wasser. Um die Wirkung von kaltem Wasser wusste schon Hippokrates, der kaltes Wasser, kalte Umschläge und kalte Kompressen verwendete. Und der Schweizer Arzt Paracelsus führte vor Operationen Eis- und Schneebehandlungen durch.

Das Intervall-Hypoxie-Hyperoxie-Training (IHHT), das ebenfalls in der VitalFabrik angeboten wird, ist auch als Sauerstofftraining bekannt. Bisher einzigartig in der Schweiz sei die Kombination von Kältekammer und IHHT, sagt Kübli. Diese beiden Behandlungen hintereinander angewendet würden den Vitalisierungs-Effekt verstärken und sich optimal ergänzen.

«Durch die trockene Kälte besteht weder die Gefahr einer Unterkühlung noch des Erfrierens.»
Jenny Kalt, VitalFabrik Rüti ZH

Grossen Wert haben die beiden auf die Gestaltung der VitalFabrik gelegt – passend zum Namen im Industrial-Style, mit warmen Farben und viel Holz. Sie haben eine wohlige und gemütliche Atmosphäre geschaffen, wo man nach der Behandlung noch verweilt, um sich aufzuwärmen, zu entspannen oder für den geselligen Austausch mit Gleichgesinnten.

Auf dem Dach der VitalFabrik befindet sich zudem eine 840 m² grosse Photovoltaik-Anlage, welche den Strom für die Geräte produziert. Gleichzeitig wird die Abwärme der Kältekammer genutzt, um die nebenstehende Halle zu beheizen. Die VitalFabrik könne damit energieneutral betrieben werden, sagt Kübli stolz.

  • Jenny Kalt und Peter Kübli von der VitalFabrik in Rüti ZH. Bild: vitalfabrik.ch
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  • Warme Farben und eine entspannte Atmosphäre laden zum Verweilen ein. Bild: zvg
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Martina Gradmann, Zürioberland24 / Linth24