Home Gemeinden In-/Ausland Sport Magazin Agenda
Rapperswil-Jona
24.09.2021
26.09.2021 09:10 Uhr

Autorin aus Rappi überrascht mit Debut

Daniela Huwylers erstes Buch beschäftigt sich mit menschlichen Knochen.
Daniela Huwylers erstes Buch beschäftigt sich mit menschlichen Knochen. Bild: Jérôme Stern/LInth24
Daniela Huwyler widmet ihre Gedichte ganz den Knochen des menschlichen Körpers. Diesen Sonntag präsentiert die Radiojournalistin aus Rapperswil-Jona ihren ersten Lyrikband.

Daniela Huwyler sitzt vor einem Café in der Rapperswiler Altstadt, auf dem Tischchen vor ihr liegt ihr erster Lyrikband «Lunatum». Speziell an dieser Gedichtsammlung ist, dass sie alle Texte der menschlichen Anatomie, genauer den Knochen gewidmet hat. So beschreibt sie etwa den Mondknochen – eben den «Lunatum»: «In meiner Hand liegt der Mond/mittendrin als Knopf.»

Noch bemerkenswerter wird ihre Gedichtsammlung durch die Tatsache, dass sie dem deutschen Text jeweils eine französische Übersetzung gegenüber gestellt hat. Wie kam Daniela Huwyler auf die Idee? Sie haben an einem Kurs für literarisches Schreiben teilgenommen und dabei ihre Liebe für Lyrik entdeckt. «Als ich beim Schreiben eines Gedichts ein anderes Wort für Schale suchte, stiess ich auf Patella, das lateinische Wort für Kniescheibe.» Sie forschte weiter, entdeckte immer mehr Bezeichnungen für Knochen. «Ich fand diese Ausdrücke toll, sie inspirierten mich», erinnert sich Huwyler lachend. Sie erzählte ihrem Kursleiter davon – und der schlug ihr vor, einen Lyrikband über menschliche Knochen zu schreiben. 

 

 

In ihren Gedichten geht Daniela Huwyler eigene Wege- Bild: zVg

Inspiration zum Tanz 

Auffallend ist sofort, mit welcher Sorgfalt Daniela Huwyler Sprache einsetzt: Wie hingetupfte Farben scheinen ihre Sätze zu leuchten. Huwyler sagt, sie sei fasziniert von der Sinnlichkeit des Körpers. «Unsere Knochen tragen uns – und wenn wir dann mal tot sind, bleiben sie als letztes von uns übrig.»

Ebenso augenfällig ist Huwylers Affinität zur französischen Sprache. Tatsächlich wuchs sie dreisprachig auf, lebte als Kind in Amerika, Genf, Rorschacherberg und Zug. Gedichte könne man ja nicht einfach übersetzen, man müsse mit den Worten spielen bis es passe, betont sie. 

Interessant ist eine Zusammenarbeit über zwei verschiedene Kunstgattungen, welche dieses Wochenende in der Alten Fabrik in Rapperswil stattfindet: Schon ein Tag vor der Buchpräsentation kann man Huwylers Gedichte quasi getanzt erleben. Die bekannte Tänzerin und Choreografin Nelly Büttikofer liess sich von einem der Texte inspirieren und betitelte ihre Aufführung entsprechend: «Wir könnten fliegen, wollten wir». Apropos Kunstgattungen – Huwylers Lesung wird durch den Musiker Francois Vé begleitet. 

 

Buchpräsentation in der Alten Fabrik Rapperswil-Jona: 

Sonntag, 26. September, 11 Uhr. Lesung Daniela Huwyler, musikalische Umrahmung Francois Vé, Moderation Daniela Colombo. Zutritt mit Covid-Zertifikat und amtlichen Ausweis. 

 

Jérôme Stern, Linth24