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Leserbrief
Schmerikon
21.09.2021

«Ist eine Tiefgarage nicht grobfahrlässig?»

Rosmarie Schmid aus Schmerikon stimmt klar Nein zum Dorfzentrum-Projekt und erklärt wieso.
Rosmarie Schmid aus Schmerikon stimmt klar Nein zum Dorfzentrum-Projekt und erklärt wieso. Bild: zvg
Eine Linth24-Leserin aus Schmerikon fragt: «Wer bezahlt jedes Mal die Reinigung der Tiefgarage nach einem Hochwasser?» Sie antwortet gleich selbst: «Wir mit unseren Steuergeldern.»

«Interessant, interessant. Per Zufall bin ich über die Homepage der Gemeinde Schmerikon auf das Gemeinderat Protokoll der Sitzung vom 5. Juli 2021 gestossen. Stimmt, es gibt ja ein Öffentlichkeitsgesetzt, aber ob das viele Bürgerinnen und Bürger auch wissen und nachschauen?

Zum Hochwasserschutz

Im Protokoll vom 5. Juli 2021 ist unter Punkt 10 aufgeführt, dass vom Vorprojekt der Schällibaum AG zum Hochwasserschutz am Schlattbach und Kanzelbach Kenntnis genommen wird. Darin steht, dass abschliessend festgestellt werden muss, dass die erforderten Ableitungskapazitäten nicht bereitgestellt werden können aufgrund der flachen Topografie. Es wäre ein sehr grosser Leitungsquerschnitt erforderlich, die im Strassenraum nicht eingebracht werden können. Die Ableitung des Oberflächenwassers aus den niedrigen Quartiere Seegarten, Sand, Säntisstrasse und Mürtschenstrasse bleiben ungelöst. Es würde sich ein See bilden in diesem Bereich. Der Gemeinderat verzichtet daher auf die weitere Bearbeitung eines Bauprojekts unter Inkaufnahme möglicher Überschwemmungen.

Gemeinderat zahlt Schäden nicht

Es ist ja in Schmerikon allgegenwärtig bekannt, dass Grund-/Hochwasser in die Häuser in der Seeregion eindringt. Der Gemeinderat kann sehr gut schreiben, er verzichtet auf die Bearbeitung eines Bauprojekts und nimmt Überschwemmungen in Kauf. Schlussendlich zahlt er ja die Kosten der Schäden in diesen Gebieten auch nicht!

Ist es nicht grobfahrlässig?

Ist es dann aber nicht grobfahrlässig, dass der Gemeinderat im Gegenzug eine Tief-Garage für fast 6 Millionen Franken bauen möchte und das in unmittelbarer Seenähe? Vor nicht allzu langer Zeit war das sogar noch See und wurde dann aufgeschüttet, womit? Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass uns die Tiefgarage noch teurer zu stehen kommt. Aber dann können wir die Reissleine nicht mehr ziehen. Wenn wir diesem Projekt zustimmen, wird uns die Tiefgarage noch zusätzliche Kosten verursachen und dann könnte auch noch eine Steuererhöhung erfolgen.

Mit den Steuergeldern

Wer bezahlt jedes Mal die Reinigung und Instandstellung der Tiefgarage nach einem Hochwasser? Wir mit unseren Steuergeldern. Und dann sind da noch die jährlichen Unterhaltskosten, die Abschreibungen und Zinsen. Bis jetzt hatte ich immer genügend Parkplätze zur Verfügung, wenn ich auf dem Bahnhofplatz parkieren wollte. Suchen musste ich nie.

Selbst der Gemeinderat bestätigt es mit seiner Ausführung auf 8716.ch vom 10. September 2021 wie folgt: «Der Gemeinderat beschloss daher Ende 2016, das weitere Projekt unter Einbezug der Tiefgarage weiter zu verfolgen, wobei er zur Auflage macht, dass die Bürgerschaft bei der Genehmigung des Baukredits über die Platzgestaltung unabhängig von der Tiefgarage abstimmen kann».

Etappenweise sanfte Sanierung

Wir bezahlen für diese Tiefgarage mit 70 Parkplätzen je Fr. 80'000 pro Parkplatz, wenn es dann reicht. Dafür haben wir 3 Parkplätze mehr als heute. Brauchen wir diese 3 Parkplätze mehr? Dazu haben wir während der Bauphase von ca. 2 Jahren auf dem ganzen Areal keine Parkplätze mehr zur Verfügung. Eine etappenweise sanfte Sanierung vom Dorfplatz würde dem Gewerbe eher entgegenkommen. Das sind alles Existenzen die bedroht werden mit dem Bau der Tiefgarage. Das müssen sich alle bewusst sein! Mit einer guten Planung des Dorfplatzes müssen auch nicht 70 Parkplätze reduziert werden, das ist doch eine rein theoretische Aussage des Gemeinderates.

Anbindung der Industrie an die Autobahn

Mir ist eine Anbindung der Industrie an die Autobahn lieber. Dann müsste ich nicht fast jeden Morgen um ca. 7 Uhr im Stau vor dem Kreisel stehen. Das würde unser Dorf und die Anwohner viel mehr entlasten. Zudem werden die Schliessungszeiten des Bahnübergangs nach dem Doppelspur-Ausbau noch länger. Darum ein NEIN zu diesem Projekt.»

Rosmarie Schmid aus Schmerikon