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11.09.2021
11.09.2021 07:07 Uhr

«So hab ich 9/11 erlebt»

Die Schreckensmomente von 2001 bleiben allen in Erinnerung.
Die Schreckensmomente von 2001 bleiben allen in Erinnerung. Bild: Linth24
Die Terror-Anschläge vom 11. September jähren sich heute zum 20. Mal. Die meisten Menschen erinnern sich immer noch genau daran, was sie in dem Moment gemacht haben, als sie davon erfuhren.

Die schrecklichen Ereignisse vom 11. September 2001: Praktisch jeder weiss noch fast auf die Minute genau, wo er oder sie war, als sie vor 20 Jahren von den Attentaten erfahren haben. Linth24 hat Menschen auf der Strasse befragt, wie sie 9/11 erlebt haben. 

Ursula, 62: Ich es weiss noch ganz genau, so wie wenn es gestern gewesen wäre. Ich war in Estavayer-le-Lac am Wandern, und dort sah ich, wie eine Menschenmenge an der Strasse stand und durch ein Schaufenster auf einen Fernsehen starrte. Ich dachte zuerst, das sei ein Science-Fiction-Film. Erst zuhause habe ich es richtig realisiert. Natürlich hatte ich eine grosse Betroffenheit, und es hat mir auch Angst gemacht und aufgezeigt, was für eine Bedrohung dies für die ganze Welt bedeutete.

Ursula war in Estavayer-le-Lac am Wandern, als sie es erfahren hat. Bild: Rolf Lutz Linth24

Marianne, 68: Ich kam gerade ins Büro vom Mittagslunch und merkte sofort, dass eine sehr bedrückte Stimmung herrschte. Zuerst dachte ich, dass etwas Schlimmes im Geschäft passiert sei, aber man erklärte mir dann sofort, was sich ereignet hatte. Das war für mich ein riesiger Schock, denn ich hatte eine spezielle Verbindung zu den Towers: Als die zwei Türme gebaut wurden, konnte ich die zwei obersten Stockwerke besichtigen, bevor sie fertig erstellt waren und wusste so genau, wie sich die Situation dort präsentierte.

Marianne kam gerade aus dem Mittagslunch, als sie von ihren Bürokollegen über die Situation aufgeklärt wurde. Bild: Rolf Lutz Linth24

Daniel, 55: Ich war im Camion unterwegs und während einer Pause in einem Restaurant habe ich davon erfahren. Ich konnte es, wie wohl die meisten, zuerst gar nicht glauben, was da passiert ist und dachte es sei ein Film, der am Fernsehen läuft. Ich war unwahrscheinlich berührt und kriege auch gerade jetzt wieder eine Hühnerhaut, wenn ich an die Gefühle von damals zurückdenke.

Daniel war mit dem Camion unterwegs. In einer Pause im Restaurant hat er davon erfahren. Bild: Rolf Lutz Linth24

Max, 82: Wir waren gerade in Spanien im Urlaub, und dort haben wir es dann am Fernsehen gesehen. Ich verstand zuerst nicht, um was es da ging. Erst am anderen Tag, als es dann überall in den Zeitungen stand, da haben wir es wirklich realisiert. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass ein Attentat in dieser Dimension überhaupt möglich ist. Eines war für mich nachher sicher: In einem Hochhaus könnte ich nicht leben.

In Spanien im Urlaub erfuhr Max vom Attentat. Bild: Rolf Lutz Linth24

Edith, 66: Ich hatte einen strengen Tag im Geschäft und am Abend, um 19.00 Uhr, informierte mich ein Kollege, was passiert war. Zuerst dachte ich, er mache einen Witz, aber als ich die Bilder im Fernsehen sah, war mir alles klar. Ich war schockiert und dachte an die Menschen, die im Gebäude waren. Man fühlt sich in einer solchen Situation einfach hilflos und kann nur die Bilder anschauen, die einem präsentiert werden. Der Gedanken, dass es die heile Welt einfach so nicht gibt, das alles sehr fragil geworden ist, das begleitet mich bis heute.

Edith erinnert sich genau: Es war 19.00 Uhr, als ihr ein Kollege erzählte, was passiert war. Bild: Rolf Lutz Linth24
Rolf Lutz, Linth24