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Kanton
08.09.2021
09.09.2021 09:26 Uhr

Keine Maske mehr, dafür Zertifikat – mit Busse

Der Bundesrat hat entschieden: Die Zertifikatspflicht wird ausgeweitet.
Der Bundesrat hat entschieden: Die Zertifikatspflicht wird ausgeweitet. Bild: zvg
Die Anwendung des Covid-Zertifikats wird ab dem kommenden Montag ausgeweitet, so der Entscheid des Bundesrates. Wer sich widersetzt, kann mit einer Busse von 100 Franken bestraft werden.

Das Wichtigste in Kürze

Der Bundesrat hat heute entschieden, die Zertifikatspflicht ab kommenden Montag, 13. September 2021, auszuweiten bis voraussichtlich 24. Januar 2022. Wenn sich die Lage in den Spitälern entspannt, kann sie aber früher aufgehoben werden.

Zertifikatspflicht:

  • Innenbereiche von (Hotel-)Bars und Restaurants
  • Freizeit-, Sport und Unterhaltungsbetriebe, wie Theater, Kinos, Casinos, Schwimmbäder, Museen, Zoos etc.
  • Veranstaltungen im Innenbereich (Konzerte, Sportveranstaltungen, Vereinsanlässe, Privatanlässe wie Hochzeiten ausserhalb von Privaträumen)

Wer sich der Pflicht widersetzt, kann mit einer Busse von 100 Franken bestraft werden.

Keine Zertifikatspflicht:

  • Veranstaltungen unter 30 Personen, bei denen sich die teilnehmenden Personen alle kennen und die in abgetrennten Räumlichkeiten in beständigen Gruppen durchgeführt werden (z.B. Sporttrainings oder Musikproben).
  • religiöse Veranstaltungen, Bestattungsfeiern, Treffen etablierter Selbsthilfegruppen und Veranstaltungen zur politischen Meinungsbildung mit unter 50 Personen
  • Treffen von Parlamenten und Gemeindeversammlungen
  • öffentlichen Verkehr, Detailhandel sowie im Transitbereich von Flughäfen
  • Dienstleistungen von Behörden sowie personenbezogene Dienstleistungen, wie etwa Coiffeursalons, therapeutische und Beratungsangebote, Gastronomieangebote in sozialen Anlaufstellen
  • Aussenräume (ausser die Besucherinnen und Besucher von Freizeit-, Sport und Unterhaltungsbetrieben wechseln zwischen Innen- und Aussenräumen hin und her)

«Wir wollen eine weitere Belastung des Spitalsektors vermeiden und neue Schliessungen von Betrieben verhindern». So erklärt Bundespräsident Guy Parmelin die Ausdehnung der Zertifikatspflicht. Dadurch würden jedoch auch neue Freiheiten locken, so entfalle nämlich die Maskenpflicht und Abstandsregeln in Restaurants, Stadien und Theatern. Die Einführung der Zertifikatspflicht erlaube also einen Schritt hin zu mehr Normalität. Ungeimpfte würden nicht vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen, da sie sich testen lassen könnten (Sie müssten diese Tests aber ab dem 1. Oktober selbst bezahlen).

Widerstands-Beizen können geschlossen werden

Gesundheitsminister Alain Berset erklärt, dass die Spitäler nahezu ausgelastet seien, auf den Intensivstationen würden Covid-Patienten um ihr Leben kämpfen – 90 Prozent seien nicht geimpft. Viele davon seien zwischen 30 und 60 Jahre alt. «Das ist schon ein Unterschied zu den vorherigen Wellen», so Berset.

Wer sich gegen die Zertifikatspflicht wehrt, kann mit Bussen bestraft werden, informiert Berset weiter. Das liege aber in der Kompetenz der Kantone. Diese können sogar Betriebe, die sich gegen die Kontrolle des Zertifikats wehren, schliessen, d.h.: Weigert sich ein Wirt oder ein Fitnessbetreiber, das Zertifikat von seinen Kunden zu verlangen, kann der Kanton den Betrieb dichtmachen.

Das gilt am Arbeitsplatz

Am Arbeitsplatz wird das Zertifikat nicht Pflicht. Auch nicht für Mitarbeitende in Restaurants und Fitnesscentern. Ein Arbeitgeber kann aber für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Rahmen seiner Fürsorgepflicht das Vorliegen eines Zertifikats verlangen. 

Der Arbeitgeber muss seine Mitarbeitenden dazu anhören. Zudem darf es zu keiner Diskriminierung zwischen geimpften und genesenen sowie ungeimpften Arbeitnehmenden kommen.

Linth24