Kanton
30.04.2019

FÜNF GEMEINDEN WEHREN SICH FÜR IHRE SPITÄLER

Die Spitalgemeinden Altstätten, Walenstadt, Wattwil, Flawil und Rorschach sehen die Versorgung ihrer Bevölkerung mit Spitälern bedroht. Sie verlangen vom sogenannten «Lenkungsausschuss», dass ihre Vorschläge ernsthaft geprüft werden.

Nach den Bevölkerungsgesprächen erwarten die Spitalgemeinden Altstätten, Walenstadt, Wattwil, Flawil und Rorschach vom Lenkungsausschuss der Regierung nun baldmöglichst konkrete Antworten auf ihre standortspezifischen Forderungen und Vorschläge. Ein zentralistischer Kahlschlag de stationären Gesundheitsversorgung wird in jedem Fall bekämpft.

An den Bevölkerungsgesprächen in den Wahlkreisen erläuterte der Lenkungsausschuss der St.Galler Regierung in den letzten Monaten seine Gründe für eine Weiterentwicklung der Strategie der Spitalverbunde und skizzierte dabei auch das weitere Vorgehen. Aktuell prüfen Teilprojektgruppen betriebliche, wirtschaftliche und rechtliche Fragen zur Spitalplanung des Kantons. Für die einzelnen Spitalstandorte sollen, nach Aussagen der Mitglieder des Lenkungsausschusses, zukunftsweisende Lösungsvorschläge ergebnisoffen erarbeitet werden.

Weiterentwicklung der Spitalstrukturen

Die Spitalkonferenz der St.Galler Gemeinden, ein Gremium in dem insbesondere die Stadt- und Gemeindepräsidenten von Altstätten, Walenstadt, Wattwil, Flawil und Rorschach mitwirken, verfolgt den laufenden Arbeitsprozess des Lenkungsausschusses skeptisch und kritisch. Die Konferenz anerkennt zwar die verlautbarten Bestrebungen des Lenkungsausschusses, für eine qualitativ gute Gesundheitsversorgung der Bevölkerung sowie für eine unternehmerische Sicherheit der Spitäler sorgen zu wollen. Sie nimmt auch den gewählten Ansatz zur Kenntnis, die Spitalplanung im Kanton St.Gallen zielgerichtet weiter zu entwickeln. Sie erwartet aber auch, dass diese strategischen Ziele keine «Lippenbekenntnisse» bleiben, sondern der Sichtweise einer funktionieren Gesundheitsversorgung der Regionen entsprechend umgesetzt werden.

Vorausschauende Gesundheitspolitik

Im Gegensatz zum Verwaltungsrat der Spitalverbunde, der von einer baldigen Schliessung einzelner Spitäler sprach, sind dies erste positive Zeichen einer verantwortungsbewussten Gesundheits- und Spitalpolitik. In diesem Sinne fordert die Spitalkonferenz der St.Galler Gemeinden, dass die eingereichten, standortspezifischen Ideen, Vorschläge und Konzepte der letzten Wochen vom Lenkungsausschuss baldmöglichst vertieft geprüft werden. Haben die von der Schliessung betroffenen Spitalgemeinden doch allesamt versorgungspolitisch angemessene sowie bedürfnisorientierte Vorschläge ausgearbeitet, welche die übergeordnete Zielsetzung einer guten Gesundheitsversorgung des Kantons und der Regionen erfüllen.

Zukunftsorientierte regionale Versorgung

Die Mitglieder der Spitalkonferenz rufen mit Nachdruck in Erinnerung, wie gut besucht die Bevölkerungsgespräche waren und wie deutlich die jeweils bis zu 800 anwesenden Zuhörerinnen und Zuhörer die Erhaltung der medizinischen Versorgung vor Ort, der jeweiligen Spitalinfrastrukturen und der entsprechenden Arbeitsplätze forderten. Der Lenkungsausschuss wird deshalb aufgefordert, die bedrohten Spitalstandorte mit einer medizinischen Angebotspalette unwiderruflich zu erhalten sowie für eine zukunftsorientierte und attraktive Gesundheitsversorgung der Bevölkerung in den einzelnen Regionen zu sorgen.

Weitere positive Signale sind nötig

Die Stadt- und Gemeindepräsidenten der Spitalkonferenz sind bereit, bei der Ausarbeitung neuer Konzepte und Lösungen konstruktiv-kritisch mit dem Lenkungsausschuss zusammenzuarbeiten. Sie erwarten aber auch, dass ihre Vorschläge offen und unvoreingenommen geprüft werden und baldmöglichst positive Signale erfolgen. Die aktuelle Spitaldiskussion gefährdet nicht nur wertvolle Arbeitsplätze, sie führt auch dazu, dass kompetente medizinische Fachkräfte verständlicherweise nach neuen Anstellungen Ausschau halten und dem Kanton so wichtige Spezialisten des Gesundheitswesens unwiederbringlich verloren gehen. In jedem Fall gilt es, konstruktive Lösungen für die einzelnen Spitalstandorte auszuarbeiten sowie einen unüberlegten «Kahlschlag» der stationären regionalen Gesundheitsversorgung zu verhindern.

(OriginalMitteilung,

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