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Kolumne
08.08.2021
08.08.2021 17:44 Uhr

Dr. Gut: «Corona-Panikorchester ausser Rand und Band»

Dr. Philipp Gut: «Wegen dem Club geriet das vereinigte Corona-Panikorchester ausser Rand und Band.»
Dr. Philipp Gut: «Wegen dem Club geriet das vereinigte Corona-Panikorchester ausser Rand und Band.» Bild: Screenshot SRF
Eine SRF-«Club»-Sendung brachte den Mainstream in Rage. Die empörten Reaktionen sind Ausdruck der Engstirnigkeit der selbsternannten politischen Linienrichter.
  • Kolumne von Dr. Philipp Gut

Seit Tagen hagelt es Kritik. Der Mainstream ausserhalb drischt auf den Mainstream innerhalb der Fernsehstudios von Leutschenbach ein. Der Grund für die Aufregung: Im «Club» vom vergangenen Dienstag traten drei Kritiker der behördlichen Corona-Massahmen gegen zwei Befürworter an.

Die Kritiker waren also ausnahmsweise mit einer Person in der Überzahl.

Intoleranz der gekauften Medien  

Diese banale Ausgangslage reichte aus, dass das vereinigte Corona-Panikorchester ausser Rand und Band geriet. Von einem misslungenen Experiment war die Rede und von einem «Gugus-Spreader-Event». Sogar das Unwort einer «False Balance» machte die Runde – gemeint ist damit, dass einer angeblichen Minderheitenposition zu viel Platz eingeräumt werde. Der Zürcher «Tages-Anzeiger» stellte allen Ernstes die Frage: «Sollen Medien mit Corona-Skeptikern reden?»

Natürlich sollen sie das! Es ist sogar ihre Pflicht, wenn sie weiterhin als seriöse Informationsvermittler gelten wollen. Dass diese Frage überhaupt gestellt und zum Aufhänger für einen Artikel gemacht wird, zeigt, wie borniert und intolerant die vom Staat mit Corona-Geld sowie weiteren teuren Subventionsversprechen gekauften Medien geworden sind. Die empörten Reaktionen entlarven sich selbst.

 «Das dürfen Sie jetzt nicht sagen»

Könnte es sein, dass der Mainstream derart täubelet, weil die Massnahmenkritiker im Wettstreit der Argumente gesiegt haben?

An der nackten Zahl der Talkshow-Gäste kann es jedenfalls nicht gelegen haben. Ich habe selbst schon an Rededuellen teilgenommen, an denen ich praktisch allein gegen vier oder fünf Gegner angetreten bin. Gejammert habe ich deswegen nicht. Die David-gegen-Goliath-Konstellation hat ihren eigenen Charme.

Hinzu kommt, dass nur wenige Moderatoren wirklich neutral sind. Die meisten neigen ebenfalls dem linken Mainstream zu. Starmoderatorin Sandra Maischberger verstieg sich im ZDF einmal zu der Aussage: «Herr Gut, das dürfen Sie jetzt nicht sagen!»

Totalitär angehauchte Ausschlussfantasien

Das führt uns zurück zum Schweizer «Club», der es wagte, mit einer immerhin stolzen 40-Prozent-Minderheit – gemessen an der Covid-Gesetz-Abstimmung vom 13. Juni – zu reden. Denn auch Co-Moderator Sandro Brotz hat aus seiner Haltung nie ein Hehl gemacht: Er titulierte die Teilnehmer an einer massnahmenkritischen Demonstration als «Flat Earther», also als Spinner, die glauben, die Erde sei flach.

Im Unterschied zu den Kollegen, die regierungs- und massnahmenkritische Stimmen am liebsten ganz aus den Medien verbannen würden, spricht Brotz noch mit den Akteuren des anderen politischen Lagers. Dass dies schon reicht, um positiv aufzufallen, ist ein Armutszeugnis für die selbsternannten politischen Linienrichter, für die Medienbranche und die öffentliche Debatte in der Schweiz.

Wenn die eigene Engstirnigkeit in totalitär angehauchte Ausschlussfantasien kippt, wird es gefährlich.

Dr. Philipp Gut schreibt auf dem Online-Verbund von Portal24 jede Woche eine Kolumne, die auf den 10 dem Verbund angeschlossenen Portalen jeden Sonntagmorgen publiziert wird. Philipp Gut ist Geschäftsführer des Referendumskomitees «Staatsmedien Nein», Buchautor, Verleger der «Umwelt Zeitung» und einer der profiliertesten Journalisten der Schweiz. Mit seiner Kommunikationsagentur Gut Communications GmbH berät er Parteien, Verbände, Unternehmen und Privatpersonen. 

www.gut-communications.ch

Dr. Philipp Gut, Kolumnist Linth24