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Amden
02.08.2021

Museum Amden zeigt Scherenschnittkunst

Sandra Rhyner fertigt ganze Kunstwerke an Scherenschnitten an.
Sandra Rhyner fertigt ganze Kunstwerke an Scherenschnitten an. Bild: zVg
Sandra Rhyner aus Amden stellt vom 15. August bis am 31. Oktober 2021 im Museum Amden 16 Scherenschnittbilder aus, die das Thema Baum in kaum dagewesener Art in Szene setzen.

Eiche, Ahorn, Föhre…der Reigen der Bäume, die Sandra Rhyner mit ihrer Scherenschnittkunst porträtiert hat, widerspiegelt unsere grossartige Baumvielfalt und zeigt dabei auch die Mystik, welche mit den verschiedenen Baumarten einhergeht. Um die Linde tanzende Kinder, eine Birke, welche sich am Wasser labt, eine keltisch inspirierte Szene mit Dudelsackspielern und Hochlandrindern, ein majestätischer Hirsch als Zierde der malerischen Föhren. Gesamtansichten und Details laden zur Betrachtung von Nahem und von Weiten ein. Immer wieder tut sich Überraschendes auf. Zwei Kühe mit ihren säugenden Kälbern verwandeln sich – einer optischen Täuschung gleich – in einen Zwerg mit Bart und Kappe.

Symbiose von Pflanze, Tier und Mensch

Vieles ist auch für die Künstlerin überraschend, wenn sie ihren Faltschnitt sorgfältig zum vollendeten Werk öffnet. Nichts wirkt gesucht, sondern fügt sich wie selbstverständlich ins Bild ein. «Inspirationen finde ich in der Natur, in Büchern und auf Reisen. Dann sehe ich beim Zeichnen des Bildes auf der weissen Rückseite des Papiers schon den Fuchs hinter dem Busch und die Maus unter der Baumwurzel hervorkommen», erklärt Rhyner und lacht. Die Symbiose von Pflanze, Tier und Mensch wirkt auf den Betrachter und weckt den Sinn fürs Ewige. Das handgeschöpfte Papier als Hintergrund der feinen Werke unterstreicht diese Lebendigkeit zusätzlich.   

Vom 15. August bis am 31. Oktober 2021 stellt Sanra Rhyner im Museum Amden 16 Scherenschnittbilder aus und am 14. August, um 17 Uhr, ist Vernissage.

Sehnsuchtslandschaften in perfekter Symmetrie und spielerischer Gestaltung. Bild: zVg

Dreijähriger Prozess

Seit ihrer Kindheit fertigt Sandra Rhyner autodidaktisch Scherenschnitte. Heute tut sie dies bei ihren grossformatigen Werken mit dem Skalpell. Die Baumbilder hat sie extra für die Ausstellung im Museum Amden gemacht. Drei Jahre dauerte dieser Prozess, denn in den Werken stecken unzählige Stunden Arbeit. Zudem arbeitet die gelernte Orgelbauerin und heutige Mechapraktikerin 80 % in ihrem Beruf.

Im eigenen Holz eingefasst

Zur Idee der Bäume in meisterhaftem Scherenschnitt kam schliesslich auch noch der spezielle Rahmen, der das Ganze abrundet. «Jede Baumart wird mit ihrem eigenen Holz eingefasst», so Rhyner. Einige Hölzer, zum Beispiel die Eibe, waren gar nicht so einfach zu kriegen. Sandra Rhyner hatte jedoch bei der Beschaffung des Holzes und bei der Erarbeitung des Rahmens Unterstützung von Bekannten. Der Rest der Geschichte ist Talent, Akribie und Ausdauer. Bescheiden meint die Künstlerin, die zum ersten Mal ihre Scherenschnitte zeigt: «Ich bin einfach sehr gerne kreativ».

Vielseitige Autodidaktin

Der Sinn für das Gestalterische ist der 45jährigen in die Wiege gelegt worden – schon die Grosseltern und die Mutter waren künstlerisch begabt. Es erstaunt darum kaum, dass Rhyner nicht nur eine Passion für die Scherenschnittkunst hat und das traditionelle Kunsthandwerk pflegt, sondern auch moderne Bilder malt oder sich zuhause am Webstuhl versucht. Sandra Rhyner freut sich nun sehr darauf, ihre 16 Bäume als Ensemble im Ausstellungsraum des Museums Amden zu sehen. Als das letzte Bild fertig war, hat sie stellvertretend für alle Bäume, die sie porträtieren durfte, eine Föhre in ihren Garten gepflanzt.

Künstlerin über die Schulter schauen

Und nun sollen die Bilder in den nächsten Monaten den Ausstellungsbesuchenden Freude schenken und den Blick für die Schönheit der Natur schärfen. An einzelnen Tagen wird man Gelegenheit haben, der Künstlerin über die Schuler zu schauen und ihr beim Fertigen ihrer aussergewöhnlichen Scherenschnitte zuzusehen.

Museum Amden