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Eishockey
03.07.2021
03.07.2021 13:44 Uhr

Lakers-Trainer: «Ich sehe eine rosige Zukunft für den Klub»

Geht es nach dem neuen Trainer Stefan Hedlund, soll es für die SCRJ Lakers noch weiter nach oben gehen.
Geht es nach dem neuen Trainer Stefan Hedlund, soll es für die SCRJ Lakers noch weiter nach oben gehen. Bild: Franz Feldmann
Der Schwede Stefan Hedlund ist der neue Trainer an der Bande der Lakers. Er hat mit dem Klub grosse Ziele und verspricht, dass seine Mannschaft jeden Abend alles für den Sieg tun wird.

Zwei Monate ist es her, seit die SCRJ Lakers das vierte Spiel im Playoff-Halbfinal gegen den EV Zug verloren und ihren damaligen Cheftrainer Jeff Tomlinson mit vielen Emotionen verabschieden mussten. Mittlerweile stecken die SCRJ Lakers mitten in der Vorbereitung auf die neue Saison. Seit Kurzem ist auch ihr neuer Trainer, der Schwede Stefan Hedlund in der Rosenstadt angekommen. Er spricht im Interview exklusiv über seine ersten Eindrücke, seine Visionen und seine Mannschaft.

Stefan Hedlund, seit gut zehn Tagen sind Sie nun in Rapperswil. Was sind Ihre ersten Eindrücke?
Ich bin sehr beeindruckt von der Region, vom Klub. Es hat mir imponiert, wie bescheiden und hart arbeitend die Mitarbeiter des Klubs sind. Es herrscht eine richtig familiäre Atmosphäre hier. Das war auch mit ein Grund, weshalb ich hierher gekommen bin. Nun bin ich vor allem mal damit beschäftigt, die Namen aller Spieler richtig zu lernen, sie zu beobachten und ihnen ein erstes Feedback zu geben.

Stefan Hedlund fühlt sich schon nach wenigen Tagen wohl in Rapperswil. Bild: Franz Feldmann

Was reizt Sie besonders an der Aufgabe in Rapperswil?
Hier herrschen optimale Voraussetzungen für eine Hochleistungskultur. Wir können hier eine Umgebung schaffen, wo die Spieler besser werden. Das gilt für die jungen, talentierten Spieler und auch für die Routiniers. Der Mix in der Mannschaft stimmt, das Entwicklungspotenzial ist gross. Es ist ein interessantes Projekt hier in Rapperswil.

So eine Hochleistungskultur lässt sich aber nicht in wenigen Monaten aufbauen.
Das stimmt, es wird seine Zeit brauchen. Doch ich bin überzeugt, dass wir hier in Rapperswil alle Voraussetzungen haben, um längerfristig erfolgreich zu sein. Ich sehe eine rosige Zukunft für den Klub. Aber ja, es braucht Zeit.

«Uns muss klar sein, dass wir auch Fehler machen werden.»

Welches Eishockey schwebt Ihnen für diese Mannschaft vor?
Die Spieler sollen mehr Freiheiten bekommen und mit dem Puck etwas kreieren dürfen. Wir wollen mehr Spielkontrolle, mehr Spiel nach vorne, weniger verstecken. Ich will, dass die Mannschaft gut performt und mutig ist, ohne gross nachzudenken oder Angst zu haben.

Am Schluss müssen aber Punkte her, daran werden auch Sie gemessen.
Klar sind die Resultate entscheidend. Doch uns muss klar sein, dass wir auch Fehler machen werden, ja sogar müssen. Denn Fehler fördern die Weiterentwicklung eines Spielers. Es wird Zeit brauchen, bis alle unser System und unsere Philosophie verinnerlicht haben und genau wissen, was zu tun ist. Anfangs Saison werden wir wohl mehr Fehler machen. Aber ich habe Vertrauen in meine Spieler. Ich bin überzeugt, dass wir im Verlaufe der Saison immer besser werden.

«Wenn die Leistung nicht gebracht wird, muss ich auch mal den ‹McSorley-Style› auspacken.»

Was für eine Art Trainer erhalten die SCRJ Lakers mit Ihnen?
Ich will die Spieler involvieren. Ich bin kein Nordamerikaner, der strikte Regeln aufstellt, herumschreit und befiehlt. Ich bin überzeugt, dass es besser funktioniert, wenn man die Spieler mitnimmt und eine Beziehung zu ihnen aufbaut. Die Spieler sollen sich wohlfühlen bei uns, sie sollen das Gefühl haben, «ja, das will ich wirklich». Ich will zudem eine «Dynamic Leadership» aufbauen. Das heisst, ich fordere gleichzeitig viel Leistung. Wenn diese nicht gebracht wird, muss ich auch mal den «McSorley-Style» (Lugano-Trainer Chris McSorley ist für seine harte Gangart bekannt – Anm. d. Red.) auspacken (lacht).

Schwierig dürfte dabei sein, die richtige Balance zu finden.
Jeder Spieler ist anders. Ich muss herausfinden, wie ich mit jedem einzelnen kommunizieren muss, wie ich ihn erreiche. Einige brauchen vielleicht etwas mehr einen Tritt in den Hintern, bei anderen fehlt es in anderen Bereichen. Das müssen wir als Trainer-Staff herausfinden. Denn um Erfolg zu haben, ist jeder einzelne wichtig.

Stefan Hedlund hat eine klare Vorstellung davon, wie die Lakers auftreten sollen. Bild: Franz Feldmann

Sie sprechen Erfolg an. Ihr Vorgänger Jeff Tomlinson erreichte im Frühling die Playoff-Halbfinals. Können wir dies nun jedes Jahr von den Lakers erwarten?
Nein. Ich habe riesigen Respekt vor der Arbeit, die Jeff geleistet hat und bin dankbar, dass ich von ihm eine solch intakte Mannschaft übernehmen darf. Aber wir müssen realistisch und bescheiden bleiben. Das Primärziel ist es, die Pre-Playoffs zu erreichen. Und dass dann alles möglich ist, wissen wir ja seit diesem Frühling (schmunzelt).

Sie sprachen davon, dass Sie die Mannschaft weiterentwickeln wollen. Also sollte das Ziel nach letztem Jahr jetzt Playoffs heissen.
Es ist unser längerfristiges Ziel, uns als Playoff-Mannschaft zu etablieren. Da helfen uns die Erfahrungen aus der letzten Saison sicher weiter. Wir wollen immer besser werden. Das wollen die anderen Teams aber auch. Daher wird es ein langer Weg, bis wir tatsächlich ein etabliertes Playoff-Team sind. Wir müssen jetzt Schritt für Schritt nehmen.

«Wir wollen mehr grossartige Momente»

Beim Saisonstart im September dürften die Zuschauer wieder in die Stadien kommen. Haben Sie eine Message an die Lakers-Fans?
Wir haben alle mitbekommen, was die Fans in den Playoffs gemacht haben. Das war schlicht fantastisch. Wir wollen mehr solche grossartigen Momente kreieren und mit unseren Fans teilen. Wir werden jeden Tag alles tun, damit wir besser werden. Ich kann versprechen, dass wir immer alles geben werden, um den Sieg zu holen.

Lars Morger, Linth24/Höfe24