Uznach
31.12.2018

WERNER HOFSTETTER NEU BEI LINTH24

Linth24 gibt es erst seit zehn Wochen. Und nun hat das Onlineportal mit Werner Hofstetter den ersten freien Mitarbeiter. Kleine Biographie einer Legende.

Journalismus und Turnen halten jung. Werner Hofstetter, 81 Jahre alt, ist der lebende Beweis dafür. Und Werner – nicht «Werni» - belegt auch: Die Gegend kennt nur, wer lange in der Gegend lebt und am Geschehen teilnimmt.  Er ist Uzner seit 1937. Aufgewachsen ist er in der«Dornwiese» Uznach bei der Furhalterei Hofstetter. Nun wohnt er seit 43 Jahren im selben Haus am Tönierweg.

Ich treffe Werner, mit dem das «Du» sofort eine Selbstverständlichkeit ist, in einem Restaurant in Jona zum ersten Mal. Und er erzählt:

Eine Lehre machte Werner in St. Gallen als Buchbinder. «Wäre ich dabeigeblieben, hätte ich viel Geld verdienen können. Dieser Beruf ist heute gefragt», sagt er. Stattdessen wechselte er ins Büro zu seinem Bruder, der damals die Firma «Otto Hofstetter, Werkzeug- und Formenbau, Uznach» gründete. Er übernahm - nach einer KV-Zusatzlehre - in der rasch wachsenden Firma den kaufmännischen Bereich und blieb der Firma 40 Jahre lang treu. «Ich leitete das Büro, die Buchhaltung, den Export, das Personalwesen und vieles mehr».

Nicht nur Werner, sondern auch sein Bruder Otto waren schon damals starke Persönlichkeiten: «Wir kamen ab und zu aneinander, konnten streiten, uns aber auch wieder versöhnen». Worauf Werner noch heute Wert legt: Er sei nie an der Firma beteiligt gewesen, habe das nie gewollt, eine Prokura habe ihm genügt und der regelmässig eintreffende Lohn. «Es war eine schöne Lebensphase», erinnert sich der Pensionär. «Ich hatte neben der Arbeit auf dem Büro genug Zeit um zu Reisen und fürs Schreiben.» Ab und zu konnte er vom Büro weg, wenn es einen Anlass gab, über den er berichtete. Und oft musste er auch zur Unzeit die Arbeit verlassen, denn Werner Hofstetter war 35 Jahre lang bei der Feuerwehr Uznach, am Schluss im Rang eines Vizekommandanten. Es gab manchen Notfall, den er begleitete oder bei dem er den Einsatz leitete. Die Arbeit im Büro, die Teilnahme in den Ortsvereinen wurde abgerundet mit seinem Engagement als Turner: «Die Hofstetters sind eine Turnerfamilie, beide Brüder, die Schwester und ich waren im Turnverein Uznach.» Der junge Mann fiel dem Kreisverband Toggenburg auf und auch da verlief der Weg steil: Aktuar, zehn Jahre lang Präsident des Kreisverbands, dann im Vorstand des Kantonalturnverbands und seit seinem Rücktritt dort nun schon seit drei Jahrzehnte lang Pressechef.

Als Schreibernder lernte er früh Sepp Fäh kennen, Redaktor der Zeitung «Gasterländer» und später der alten «Linth-Zeitung». Bei ihm konnte er nicht nur die Turner-Storys veröffentlichen, sondern lernte bei ihm auch das Handwerk als Journalist. «Sepp schickte mich an alle möglichen Orte und Veranstaltungen» stellte Werner lachend fest. An manchen Sonntagabenden setzte er in Kaltbrunn die Lokalseite mit dem Profiredaktor zusammen, damals noch im Bleisatz, später mit den ersten Computern. Spätestens um zehn Uhr Abends brachten sie gemeinsam die Druckplatten in die Druckerei ins Glarnerland. Stoff hatte Werner immer genug: Als Mitglied des Musikvereins Harmonie, des Ornithologischen Vereins, Mitglied der GPK der Gemeinde Uznach, als aktiver Fasnächtler und Gründer der Buchwaldhexen, des Einschellervereins, des Verkehrsvereins oder Mitorganisator der Gewerbeausstellung war seine Freizeit ausgebucht.

Seit 1955 hat Werner Hofstetter nie mehr mit dem Schreiben aufgehört und gestaltete so den Medienwandel im Linthgebiet aktiv mit. Egal ob «Gasterländer», Radio Aktuell, Radio Central, «St. Galler Volksblatt», alte und neue «Linth Zeitung», Feuerwehr- oder Turnerzeitung. Überall war Werner dabei und ist es heute noch teilweise. «Ich arbeitete immer als Freier Mitarbeiter. Etwas anderes wollte ich nie.»

Und nun sitze ich da mit dieser Legende des Lokaljournalismus. Höre ihm zu, stelle Fragen, erkläre unser Konzept. Schon bald wird  klar: Werner gefällt Linth24 und die Idee, die dahintersteckt. Mit Handschlag gilt: Werner macht mit. Ab sofort wird er für uns – und weiterhin für andere Medien – Berichte schreiben, Beobachtungen machen, die Leser informieren. Wie überall als freier Mitarbeiter. Diese Unabhängigkeit bleibt ihm wichtig.

Für Linth24 ist das Engagement von Werner Hofstetter eine grosse Bereicherung und eine Freude. Willkommen an Bord, Werner!

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Mario Aldrovandi