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Rapperswil-Jona
24.06.2021
24.06.2021 13:02 Uhr

Martin Stöckling plaudert mit Jann Billeter

Martin Stöckling (links) und Jann Billeter  verstanden sich blendend.
Martin Stöckling (links) und Jann Billeter verstanden sich blendend. Bild: Jérôme Stern/LInth24
In der ersten Folge einer Diskussionsreihe sprach Stadtpräsident Martin Stöckling mit Sportmoderator Jann Billeter über die Herausforderungen, die sein Amt mit sich bringt.

Ob's an der Fussball EM lag? Jedenfalls kamen bloss rund 50 vorwiegend ältere Semester zur Auftaktveranstaltung einer Gesprächsreihe in die evangelisch-reformierte Kirche Rapperswil. Wobei dies der herzlichen Stimmung zwischen den beiden Diskussionsteilnehmern, Stadtpräsident Martin Stöckling und Sportmoderator Jann Billeter, keinen Abbruch tat. Ganz im Gegenteil: Man sprach sich mit einem vertrauten Du an und das Gespräch war kein hartes Interview, sondern vielmehr eine lockere Plauderstunde. Eine Antwort ergab die nächste, zumeist spontane, Frage. 

Als Erstes wolle Billeter von Stöckling wissen, wie das für ihn sei, wenn er nach dem Lockdown jetzt wieder die vielen abendlichen Verpflichtungen wahrnehmen müsse. Er freue sich grundsätzlich darüber, antwortete der Stadtpräsident, räumte aber ein, dass Corona auch einige positive Aspekte für ihn gehabt habe. «Ich hatte viel mehr Zeit für die Familie, war abends immer früh daheim.» Schon um 5 Uhr, hakte Billeter nach. Stöckling verneinte. «So früh doch nicht.» Ein weiterer Pluspunkt sei, dass er während des Lockdowns – ohne die vielen Apéros – einiges an Gewicht verloren habe. 

Rolf Wäger (links) und Erwin Müri umrahmten den Anlass gekonnt mit Musik. Bild: Jérôme Stern/LInth24

Perfekt passendes musikalisches Intermezzo

Nach dieser Einleitung spielten Rolf Wäger am Flügel und Erwin Müri an der Klarinette beschwingt ein fröhliches Stück von Richard Strauss. Nach dem gebührenden Applaus fragte Billeter, ob man eine Karriere als Stadtpräsident denn planen könne. Stöckling schmunzelte. Nein, dafür seien zu viele Faktoren im Spiel. «Man muss zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein», so Stöckling. Worauf sich das Gespräch um die happigen Anforderungen an einen Stadtpräsidenten drehte. 

Für sein Amt müsse er eine Rolle spielen und zahlreiche Erwartungen erfüllen. «Sobald in auf die Strasse gehe, bin ich Stadtpräsident, Leute sprechen mich an und haben gewisse Ansprüche an mich.» Weil er ein kommunikativer Mensch sei, bereite ihm dies aber keine Probleme. Wenn er in ein Restaurant gehe, müsse er halt zuerst mit dem Wirt sprechen, das gehöre zum Job. 

Jann Billeter konnte Stöckling einige interessante Antworten entlocken. Bild: Jérôme Stern/LInth24

Auch ernstere Themen

Trotz dem lockeren Plauderton ging es an diesem Mittwochabend auch um ernstere Themen. So wollte der Moderator etwa wissen, ob Stöckling finde, das politische Klima habe sich wegen Corona verändert. Was dieser ohne zu zögern bejahte. «Ich bin erstaunt, wie stark Corona unsere Gesellschaft polarisiert hat.» Vielerorts sei das Vertrauen in die Politik geschwunden und die Bevölkerung sei kritischer geworden.

Allgemein sei man heute besser informiert, meinte Stöckling. Wobei er anfügte, dass es heutzutage schwer sei, sich in dem allgegenwärtigem Lärm von Informationen Gehör bei den Bürgerinnen und Bürgern zu verschaffen. Schliesslich fragte er sich, ob es heute wohl noch möglich sei, grosse Würfe wie den Gotthardtunnel zustande zu bringen. Nach diesen schweren Gedanken war es wieder Zeit für ein musikalisches Intermezzo. Dieses Mal gab's ein Blues von George Gerswhin. 

Jérôme Stern, Linth24