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Leserbrief
Rapperswil-Jona
24.03.2020

Oase Seebadi Rapperswil

Herbert Oberholzer aus Rapperswil hat sich Gedanken zum Plan des Stadtrats bezüglich der «Stadtbadi» gemacht

Was der Stadtrat mit der Seebadi im Norden des  Burghügels plant, zeigt einmal mehr, wie wenig Ahnung man in der Landvogtei Jona vom sensiblen Stadtkörper Rapperswil hat. Seit Jahrzehnten sind die Seebadi und die Bühlerallee der ruhige Kontrapunkt zum lärmigen Quai zwischen Curti- und Fischmarktplatz. Diese Ruhezone mittels eines Bistros zu stören, und das über die Öffnungszeiten der Badi hinaus, ist absolut unverständlich. Ohne Not macht man keinen allseits gewünschten stillen, beschaulichen Winkel lärmig und umtriebig! Diese Ruhestrasse ohne nächtliche Beleuchtung haben nicht nur die Menschen nötig und verdient, nein sicherlich und vielleicht noch mehr die Rehe, Hirschkühe und Hirsche. Es wundert mich, dass die Tierschützer noch nicht auf den Plan gekommen sind.

Das Badihaus 1940 vom damaligen 40jährigen Architekten Robert Walcher gebaut, ist ein grossartiges Juwel von gekonnter Bescheidenheit. Der wunderbare Eingangsbereich mit der Schalterwand wird zerstört. Der Badegast ist gezwungen, via Bistro zu den Garderoben zu gelangen und sich von den Bistrobesuchern begaffen zu lassen. Die innere Gestaltung des Bistros, in einer geschwätzigen Designer Architektur, entspricht in keiner Weise der asketischen Reduktion des Baus von Robert Walcher.

Aber schlimmer als diese unsensiblen Eingriffe ist ja doch, dem Menschen und dem Tier die Ruhe zu rauben.

Man kann hoffen, dass die Herren in der Vogtei Jona ein Beispiel am Landvogt von Greifensee nehmen. Dieser hatte weiland, nach der Novelle von Gottfried Keller, seine 5 ihm die Liebe verweigernden Frauen alle zusammen zu einem Friedensessen eingeladen. So könnte doch auch die Sache „Seebadi“ im Konsens geregelt werden.

Herbert Oberholzer, Rapperswil