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Uznach
07.06.2021
07.06.2021 16:19 Uhr

150 Entlassungen in Uznach, aber Vögele Shoes bleibt

Die Filiale in Uznach bleibt trotz anders lautendem Text bestehen. Es handle sich um ein Missverständnis, darum wurden die falschen Plakate aufgehängt.
Die Filiale in Uznach bleibt trotz anders lautendem Text bestehen. Es handle sich um ein Missverständnis, darum wurden die falschen Plakate aufgehängt. Bild: K. Oberholzer
Der Schweizer Schuhverkäufer Vögele Shoes wurde von der deutschen cm.shoes GmbH übernommen. Bis 2022 werden weitere 30 Filialen in der Schweiz geschlossen, jene in Uznach bleibt offen trotz anders lautender Plakate.

Vögele Shoes erhält einen neuen Besitzer. Die deutsche cm.shoes GmbH hat das Unternehmen mit Sitz in Uznach von der polnischen CCC-Gruppe übernommen. Zu den Verkaufskonditionen wurden keine Angaben gemacht.

Das Unternehmen soll in eine stärker digitale Zukunft führen, wie es in der Mitteilung von Vögele Shoes heisst. Die Marke solle derweil erhalten bleiben und das Sortiment stärker auf die Bedürfnisse der Schweizer Kundschaft ausgerichtet werden.

150 Entlassungen in Uznach

«Aktuell sind keine weiteren Schliessungen als die bereits angekündigten vorgesehen», sagt CEO und CFO Max Bertschinger auf Anfrage von der Linth-Zeitung. Demnach werden bis Anfang 2022 noch rund 30 weitere Filialen verschwinden. Davon nicht betroffen ist der Laden im Linth-Park in Uznach. Durch die Auslagerung von Logistik, IT und weiteren Bereichen musste man sich dort jedoch trotzdem von rund 150 Mitarbeitenden trennen.

Zudem sorgen in Uznach Plakate mit «Wir schliessen diese Filiale» für Verwirrung. «In einem Räumungsverkauf wird der gesamte Warenbestand bis auf das letzte Warenstück abverkauft. Im Anschluss daran wird aus organisationstechnischen Gründen jede Übergabefiliale kurz für ein paar Tage fürs Publikum geschlossen – deshalb auch der Hinweis auf den Plakaten», erläutert Max Bertschinger gegenüber Linth24. «Hernach richten wir uns systematisch auf das komplett neu kommende Sortiment aus und öffnen mit einer entsprechenden Eröffnungskampagne wieder die Tore für unsere Kundschaft.»

Unter der früheren Besitzerin habe der Konzern während der Covid-Pandemie sämtliche notwendigen Anstrengungen unternommen. Das Unternehmen habe in den vergangenen 14 Monaten erhebliche Einbussen im stationären Handel in Kauf nehmen müssen. Dies bedingt durch die zwei Lockdown-Schliessungen. Momentan betreibt das Unternehmen noch 116 Shops. Vor drei Jahren waren es noch über 200.

Online-Verkauf steigt an

Gleichzeitig mit den Einbussen im stationären Handel sei der Verkauf im Online-Handel deutlich gestiegen, heisst es in der Mitteilung. Dieser beläuft sich unterdessen auf über 15 Prozent des Gesamtvolumens. Vögele Shoes stehe heute auf gesunden Beinen, zeigt sich CEO Max Bertschinger überzeugt. Die Geschäftsführung übernehmen Christian Müller als Verwaltungsratspräsident sowie Bertschinger, der auch das Amt des Finanzchef behält. Bertschinger steht laut der Mitteilung seit 20 Jahren beim Konzern im Einsatz.

Neue CCC-Strategie

Den Verkauf des Schweizer Unternehmens begründet die CCC-Gruppe mit seiner neuen Strategie. Demnach will sie ihre Akzente im stationären Handel auf Mittel- und Osteuropa legen. In der Schweiz will sie ihre Aktivitäten über ihre Online-Plattform «eschuhe.ch» weiterführen. Vögele Shoes soll aber auch weiterhin mit CCC zusammenarbeiten. Auch künftig werde sie als wichtige Lieferantin Teile des Sortiments von Vögele Shoes mit bestücken.

Im Vorfeld des Verkaufs war auch das verbleibende private 30 Prozent-Aktienpaket von Max Manuel Vögele an die CCC-Gruppe übergegangen. Und hernach an cm.shoes GmbH. Diese besitzt nun Vögele Shoes damit zu 100 Prozent.

Innerhalb von drei Jahren schloss Vögele Shoes rund 80 Filialen: Am Hauptsitz in Uznach musste man sich von rund 150 Mitarbeitenden trennen. Bild: Google Maps
Linth24/sda