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Rapperswil-Jona
25.05.2021
25.05.2021 11:06 Uhr

Klimastreik in Rapperswil übt Kritik an Stadtrat

Rund 40 Teilnehmende waren am Klimastreik Rapperswil-Jona anwesend und lauschten gebannt.
Rund 40 Teilnehmende waren am Klimastreik Rapperswil-Jona anwesend und lauschten gebannt. Bild: zVg
An über 100 Orten in der Schweiz gingen letzten Freitag wieder Menschen für das Klima auf die Strasse, so auch in Rapperswil-Jona. Dabei gab es auch Kritik an den Stadtrat.

Trotz Regen forderten am Freitag, 21. Mai 2021, knapp 40 Personen in Rapperswil-Jona auf dem Curtiplatz Taten statt Symbolpolitik.

Gleich der erste Redner, Professor Dr. Dominik Siegrist, Institutsleiter an der Hochschule Ost, warnte mit harten Fakten vor der sich weiter verschärfenden Klimakatastrophe. «Wenn wir heute nicht handeln, ist unser CO2 Budget bereits in 7 Jahren aufgebraucht. Schon jetzt sind die Auswirkungen der Erderwärmung für viele Regionen verheerend: Das Weltklima ist destabilisiert und die Polarwirbel kollabieren. Dies führte zu dem aktuellen Kälteeinbruch bei uns und gleichzeitig zu fast 40°C in Sibirien. Die zunehmende Dürre in den afrikanischen Steppen zwingt bereits Millionen Menschen in die Flucht.» Weiter forderte er die reichen Länder des Nordens auf, ihre Verantwortung wahrzunehmen. Beispielsweise ist der ökologische Fussabdruck der Schweiz 5-mal grösser als der Indiens.

Prof. Dr. Siegrist von der Hochschule Ost betonte die Dringlichkeit, den CO2 Ausstoss zu reduzieren. Bild: zVg

Unterstützung des CO2-Gesetzes und der Agrar-Initiativen

Einigkeit bestand auch, dass das Klima kein isoliertes Problem ist. Zusammen mit dem starken Einsatz von Pestiziden verursacht die Klimaveränderung selbst in der Schweiz ein bedrohliches Artensterben. Auch der 2. Redner, ein Vertreter der Klimagruppe Rapperswil/Linth, rief zur Unterstützung des CO2-Gesetzes und der Wasser- und Pestizid Initiativen auf. Mit «Auch wir Jüngeren wollen noch eine lebenswerte Zukunft haben!» forderte er ein Umdenken und rasches Handeln.

  • Ein Vertreter der Klimagruppe Rapperswil/Linth forderte eine lebenswerte Zukunft für die Jüngeren. Bild: zVg
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  • Am Klimastreik wurde für zweimal Ja zu den Agrar-Initiativen geworben. Bild: zVg
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Kritik an den Stadtrat

Die ursprünglich für den Fischmarkt angemeldete Veranstaltung wurde von der Stadtverwaltung Rapperswil trotz vorbildlichem Coronaschutzkonzept kurzerhand auf den Curtiplatz verlegt. «Der Stadtrat hat noch nicht den Ernst der Klimakrise begriffen und will wohl nicht, dass man uns sieht», vermutete der Liedermacher Silberdistel und widmete ihm prompt eine bissige Strophe in einem seiner Lieder. Er unterhielt die Teilnehmer und Passanten mit einem halbstündigen Konzert seiner Lieder, darunter mehrere Premieren, bis der Regen wieder stärker einsetzte.

Auch die Polizei, welche sich vorbildlich an das Schutzkonzept hielt, war an der Veranstaltung anwesend. Bild: zVg

Die Klimabewegung der Schweiz rief für den 21. Mai schweizweit zu Aktionen für eine ökologische, solidarische und gerechte Zukunft für alle auf. Anfang des Jahres stellte der Klimastreik Schweiz zusammen mit Expertinnen und Experten dazu einen Klima-Aktionsplan vor. Auf 377 Seiten werden mit 138 Massnahmen aufgezeigt, wie die Schweiz bis 2030 netto null Treibhausgasemissionen erreichen kann.

Klimagruppe Rapperswil/Linthgebiet