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Benken
18.05.2021
26.05.2021 09:50 Uhr

Fahrende in Benken mit Ferrari beim Wohnwagen

Die Wohnwagen bim Benkner Klettenseehof sind unübersehbar.
Die Wohnwagen bim Benkner Klettenseehof sind unübersehbar. Bild: Jérôme Stern/LInth24
Im Benken machen derzeit Fahrende Station. Besucher werden nicht unbedingt mit offenen Armen empfangen. Weshalb lässt sie die Gemeinde gewähren?

Sie sind von der Autobahn A3 zwischen Reichenburg und Hinwil bestens sichtbar: Die gut 30 Wohnwagen von Fahrenden im Benkner Klettenseehof. Beim Näherkommen erkennt man deren  Nummernschilder aus Zürich, Deutschland und Frankreich. Wobei die Wohnwagen keineswegs einen ärmlichen Eindruck machen. Vielmehr handelt sich grösstenteils um gediegene Residenzen im XXL-Format. Passend insofern auch die Zugfahrzeuge: Limousinen oder SUV deutscher Nobelmarken. 

Die Fahrenden kommen aus der Deutschland, Frankreich und der Schweiz. Bild: Jérôme Stern/LInth24

An diesem trüben Montagmorgen einen der Fahrenden anzusprechen ist keineswegs einfach, denn die Wagenburg wirkt fast wie ausgestorben. Lediglich zwei Männer hantieren an einem Wassertank eines Campers. Gefragt, ob sie ein zwei, drei Fragen beantworten können, winken sie mürrisch ab. Für die Anliegen des Schreibenden sei ausschliesslich der Patron zuständig, antworten sie auf französisch. 

Patron mit Ferrari

Wo der Patron denn jetzt sei? Der sei weg und komme erst abends zurück. Wo befinde sich der Standplatz des Patrons? Drüben beim Ferrari, sagt einer und deutet zum besagten knallroten Auto hinter einem Wohnwagen. Womit für ihn die Unterhaltung offensichtlich beendet ist.

Viel Raum für viele grosse Wohnwagen. Bild: Jérôme Stern/LInth24

Regelmässige Polizeikontrollen

Gemäss dem Gemeindeschreiber von Benken, Urs Beck, campen die Fahrenden mit rund 30 Wohnwagen seit Auffahrt beim Klettenseehof. Da es sich um ein privates Grundstück handle, brauche es erst ab einer Aufenthaltsdauer von mehr als drei Monaten eine Bewilligung, sagt der Gemeindeschreiber. «Die Polizei hat mit den Besuchern gesprochen und sich nach den sanitären Verhältnissen erkundigt.» Ergebnis dieser Unterhaltung sei, dass der Vermieter demnächst Toi-Toi-Toiletten vor Ort stationieren werde. 

Tatsächlich schauen die Ordnungshüter laut dem Gemeindeschreiber regelmässig bei den Wohnwagen vorbei und achten darauf, dass auch der Abfall sauber entsorgt wird. Und zwar in einem «Abfallwagen», den der Vermieter für die Dauer des Aufenthalts dort abgestellt hat. 

Jérôme Stern, Linth24