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Eschenbach
14.05.2021
14.05.2021 17:42 Uhr

Deponie Sonnenfeld: Anpassungen wegen Gutachten

Das Gutachten bestätigt die Verkehrsplanung fürs Deponieprojekt in Ermenswil, fordert aber einzelne Anpassungen. Bild: Linth24
Die Region Zürichsee-Linth gab fürs Ermenswiler Abbau- / Deponieprojekt Sonnenfeld im Herbst 2020 ein unabhängiges Verkehrsgutachten in Auftrag. Trotz stimmiger Planung seien Massnahmen nötig.

Im Gebiet Sonnenfeld in Ermenswil plant die zur JMS-Gruppe gehörende Schmucki Kies + Tiefbau AG ein Abbau- und Deponieprojekt.
Im Mitwirkungsverfahren, welches 2019 durchgeführt wurde, gab es viele Rückmeldungen zum Lastwagenverkehr. So wurde befürchtet, dass das Projekt zu spürbarem Mehrverkehr führen wird und dass darunter die Wohnqualität sowie die Verkehrssicherheit leiden werden.

Im Rahmen der Projektierung hat die Bauherrschaft die verkehrlichen Auswirkungen von einem spezialisierten Planungsbüro untersuchen lassen. Die PlanerInnen kamen zum Schluss, dass die Mehrbelastung gering ist und die Lärmemissionen im nicht wahrnehmbaren Bereich liegen.
Aufgrund der Besorgnis, die im Mitwirkungsverfahren zum Ausdruck kam, war es dem Eschenbacher Gemeinderat ein Anliegen, die bestehenden Untersuchungen von einem unabhängigen Fachbüro verifizieren zu lassen.

Der Gemeinderat hat deshalb den Gemeindeverbund Region Zürichsee-Linth (RZL) gebeten, ein solches Gutachten in Auftrag zu geben. Die RZL wurde damit betraut, weil sie die räumliche regionale Entwicklung ihrer Mitgliedsgemeinden koordiniert und das Bindeglied zum Kanton St.Gallen ist, der für die Deponieplanung im Kanton verantwortlich zeichnet.

Gutachten bestätigt bisherige Planung

Das unabhängige Gutachten belegt nun, dass die bisherige Planung der Bauherrschaft im Bereich Verkehr stimmig ist. Es wird bestätigt, dass der Anteil des zu erwartenden Mehrverkehrs im Verhältnis zum Gesamtverkehr klein sein wird und der Lastwagenanteil heute gering ist.

Die vorgeschlagene Verkehrsführung über die Kantonsstrasse zu den Autobahnanschlüssen Neuhaus (Gemeinde Eschenbach) und Hüllistein (Gemeinde Rüti) wird unterstützt, wobei der Verkehr so weit wie möglich reduziert und möglichst umweltverträglich abgewickelt werden soll. Insbesondere schlagen die PlanerInnen vor, zur Vermeidung von Leerfahrten die Kies- und Deponietransporte zu optimieren.
Zudem soll möglichst viel Kies vor Ort anstatt im Kieswerk Grynau aufbereitet werden, was zu einer verkehrlichen Entlastung der ganzen Region beiträgt.

Gleichzeitig wird eine Reduktion des an der Mitwirkung kommunizierten jährlichen maximalen Abbau- und Deponievolumens zur Prüfung empfohlen, auch wenn sich dadurch der Betriebszeitraum der Deponie verlängert. Im Rahmen der Mitwirkung wurde ein jährliches Volumen von 60'000 m³ kommuniziert.

Weiter regen die PlanerInnen an, eine zusätzliche Linienführung zum Autobahnanschluss Neuhaus via Ermenswil–Diemberg zu prüfen. Das Gutachten kommt allerdings zum Schluss, dass Lastwagentransporte bei dieser Verbindung aufgrund der Strassenbeschaffenheit nur im Einbahnverkehr möglich wären.

Den Fuss- und Veloverkehr besser schützen

Die FachplanerInnen zeigen verschiedene Optionen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit auf. Zum Schutz der Schulkinder wird empfohlen, vor Schulbeginn und bei Schulschluss keine Lastwagenfahrten durchzuführen und generell die Fahrgeschwindigkeit zu reduzieren. Bei den Fussgängerstreifen auf der Rütistrasse in Ermenswil wird zudem vorgeschlagen, den Einbau von Mittelinseln zu prüfen und die Beleuchtung zu optimieren.

Verbesserungspotenzial orten die PlanerInnen ebenso bei der Zu- und Wegfahrt der Deponie. Der Einmündungsbereich verfügt heute über keinen klaren Randabschluss. Zudem wird empfohlen, den Fuss- und Radweg, der die Einfahrt überquert, sichtbarer und damit sicherer zu gestalten.
Als mittelfristige Massnahme wirft das Gutachten im Weiteren die Idee eines Betriebs- und Gestaltungskonzepts für Ermenswil auf, womit die Bedingungen für den Langsamverkehr zusätzlich verbessert werden könnten.

Regionale Bauabfälle regional deponieren

Die Region Zürichsee-Linth hat in den vergangenen Jahren einen deutlichen Wachstumsschub erlebt. Es wird viel gebaut – durch die innere Verdichtung vor allem in die Tiefe. Dabei fallen grosse Mengen an Aushub (Erd- und Steinmaterial) sowie leicht belasteten Bauabfällen an (z. B. Beton, Ziegel, Mauer- oder Strassenaufbruch).
In der Überzeugung, dass regionale Bauabfälle auch regional aufbereitet bzw. deponiert werden sollen, hat die RZL Verständnis für das Abbau- und Deponieprojekt in Ermenswil und unterstützt dieses. Sie hat das von ihr in Auftrag gegebene Verkehrsgutachten zur Kenntnis genommen und zur Beurteilung an die Gemeinde Eschenbach und die Bauherrschaft weitergeleitet.

Die RZL ist zuversichtlich, dass die Bauherrschaft das Abbau- und Deponieprojekt Sonnenfeld aufgrund der Rückmeldungen aus dem Mitwirkungsverfahren und des Eschenbacher Gemeinderats sowie aufgrund des vorliegenden unabhängigen Verkehrsgutachtens weiter optimieren wird.
Für die Region Zürichsee-Linth steht im Vordergrund, dass das Projekt einerseits einen unverzichtbaren Beitrag an die regionale Entsorgungssicherheit leistet und andererseits auf die Umwelt Rücksicht nimmt sowie die grösstmögliche Verkehrssicherheit gewährleistet.

Stellungnahme JMS

Optimierungen im Abbau- und Deponieprojekt Sonnenfeld

Die Verkehrsplanung im Abbau- und Deponieprojekt Sonnenfeld (www.sonnenfeld-ermenswil.ch) ist grundsätzlich stimmig: Zu diesem Schluss kommt ein unabhängiges Verkehrsgutachten, welches der Gemeindeverbund Region Zürichsee-Linth 2020 in Auftrag gegeben hat. Die Planer machen in ihrem Bericht verschiedene Vorschläge zur Optimierung der Verkehrssicherheit.
Die Bauherrschaft hat darauf reagiert. Sie hat ihr Projekt angepasst und bei der Überarbeitung auch diverse Anliegen aufgenommen, die 2019 im Mitwirkungsverfahren eingebracht wurden. Gegenüber der ursprünglichen Planung ist das Vorhaben nun kleiner und verursacht weniger Zusatzverkehr.

Zehn Gemeinden – eine Region

Der Verein Region Zürichsee-Linth ist der Verbund der zehn politischen Gemeinden im St.Galler Wahlkreis See-Gaster. Er setzt sich für eine nachhaltige Regionalentwicklung ein und befasst sich mit Aufgaben, die eine gemeindeübergreifende Zusammenarbeit erfordern. Zu den Mitgliedsgemeinden zählen Rapperswil-Jona, Eschenbach, Schmerikon, Uznach, Gommiswald, Kaltbrunn, Benken, Schänis, Weesen und Amden mit gesamthaft rund 67'000 Einwohnerinnen und Einwohnern.

Der Verein Region Zürichsee-Linth koordiniert im partnerschaftlichen Miteinander die räumliche Entwicklung der Mitgliedgemeinden und stimmt sie auf die regionalen und kantonalen Planungen ab. Ein besonderes Augenmerk gilt der gemeinde- und regionsübergreifenden Verkehrsplanung unter Berücksichtigung des motorisierten Individualverkehrs, des öffentlichen Verkehrs und des Langsamverkehrs.

Region Zürichsee-Linth / JMS