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Schmerikon
13.05.2021
13.05.2021 16:58 Uhr

Patrouille Suisse: «Wir fliegen auch mit Schutzmasken»

Nils «Jamie»Hämmerli kennt die fliegerischen Anforderungen an einen Piloten bestens.
Nils «Jamie»Hämmerli kennt die fliegerischen Anforderungen an einen Piloten bestens. Bild: zVg
Diese Woche trainierte die Patrouille Suisse wieder über den Obersee. Commander Nils «Jamie» Hämmerli erklärt, weshalb die Jets seit Jahren regelmässig hier fliegen.

Linth24: Herr Hämmerli, vor drei 3 Tagen in Schmerikon, am Montag in Wangen – wie häufig trainieren Sie mit der Patrouille Suisse am Obersee?

Nils Hämmerli: In der Regel sind es sieben bis neun Trainings übers Jahr verteilt. Dabei starten wir von unserer Heimatbasis Emmen. Vom Regionalflugplatz Wangen/Lachen könnten wir nicht starten, da dessen Pisten viel zu kurz für unsere Tiger sind. 

Weshalb fliegen Sie so oft am Obersee, gibt es hier besondere Herausforderungen?

Das hat mehrere Gründe: Seit den Siebzigerjahren trainiert die Patrouille Suisse in Wangen – damals übrigens noch auf dem Hunter. Der Flugplatz eignet sich für uns sehr gut, auch weil wir die Lärmemissionen verteilen und nicht immer am gleichen Ort sind. Aus diesem Grund fliegen wir auch in der Nähe von Kerzers im Welschland und zum Teil auch über den Flugplätzen Emmen und Payerne. Auch in Mollis fliegen wir maximal drei Trainings im Jahr. 

«Für uns ist die Oberseeregion ein ideales Gebiet.»
Nils "Jamie" Hämmerli, Kommandant Patrouille Suisse

Sind die Trainings über dem Obersee besonders anspruchsvoll, die Topographie ist ja nicht besonders schwierig? 

Das ist richtig. Wir haben da ja keine grossen Hügel oder Berge, welche unsere Flugwege behindern. Für uns ist es ein ideales Gebiet. Es ist mehreitlich flach, um Trainings zu absolvieren, die wir zwischen unseren Vorführungen haben.

Bei den Manövern fliegen die Flugzeuge manchmal mit lediglich drei Metern Abstand zueinander. Bild: zVg
Die Piloten der Patrouille Suisse gehören zur absoluten Flieger-Elite. Bild: zVg
«Da können wir nur hoffen, dass die Anlässe stattfinden können»
Nils "Jamie" Hämmerli, Kommandant der Patrouille Suisse

Zum Thema Corona: Werden dieses Jahr trotz Schutzmassnahmen Flugshows stattfinden können? 

Diverse Shows sind ausgefallen. Wir bekommen regelmässig im Wochentakt Infos, was abgesagt wurde. Die neueste Info ist, dass das Rapperswiler Seenachtfest abgesagt wurde. Es ist möglich, dass die laufende Saison faktisch in sich zusammenfallen wird. Aber wir haben noch Auslandsmeetings im September und eine Show in Mollis. Im Oktober steht zudem die Vorführung auf der Axalp an. Da können wir nur hoffen, dass die Anlässe stattfinden können. 

Das Maskottchen der Patrouille Suisse, Flatty, fliegt immer mit und hat am meisten Flugstunden aller Piloten. Bild: zVg

Wie war es im letzten Jahr, fielen viele Veranstaltungen wegen Corona weg? 

Es ist alles zusammengebrochen. Selbst unseren Trainingskurs im April konnten wir nicht absolvieren, wobei wir diesen nachholen konnten. Das war wichtig für uns, weil wir eine Veränderung im Team haben: Wir haben einen neuen Leader, Michael «Püpi» Duft und ein neues Mitglied mit Serim «Salim» Wetli.

Bleiben wir beim Thema Corona: Gab es deswegen noch weitere Einschränkungen, mussten Sie gewisse Dinge mit Masken erledigen? 

Ja, das ist jetzt noch der Fall, zum Beispiel bei der Raumbelegung. Das kennt man ja auch von der Privatwirtschaft. Oft trage ich eine Schutzmaske in unserem Verbindungsflugzeug, einem Pilatus Porter. Den Tiger kann man ja nicht mit einer Maske fliegen, weil man schon eine Sauerstoffmaske trägt. Sowieso sitzt man da ja alleine drin. Es gibt noch eine weitere Einschränkung: Die Mechaniker übergeben uns das Flugzeug mit Masken, und wir erhalten keine Hilfe mehr beim Anschnallen der Sicherheitsgurte. Das sind aber bloss kleinere operationelle Einschränkungen. 

Freuen Sie sich auf die Zeit, wenn Flugshows wieder normal stattfinden können? 

Sehr. Ich verspüre auch eine Art Nachholbedürfnis seitens der Fans. Wir haben jetzt einen regen Zulauf an unsere Trainings im Welschland oder in Wangen/Lachen. Sie kommen und wollen uns sehen. Sie sind regelrecht ausgehungert. Ich hoffe sehr, dass sich bald alles normalisiert. Dann können wir dieses Jahr auch bald abhaken. 

Jérôme Stern, Linth24