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29.04.2021
29.04.2021 06:18 Uhr

Joner Wald leidet zunehmend unter der Trockenheit

Revierförster Urs Fuchs sorgt sich um seinen Wald.
Revierförster Urs Fuchs sorgt sich um seinen Wald. Bild: Jérôme Stern/LInth24
Schweizer Wälder leiden zunehmend unter Trockenheit, so auch der Joner Wald. Laut Revierförster Urs Fuchs werden bestimmte Baumsorten langfristig aus der Region verschwinden.

Irgendwo auf einem Hang inmitten des Joner Waldes. Revierförster Urs Fuchs nimmt einen dürren Ast vom Boden und sagt: «In den letzten drei Jahren ist die Trockenheit im Joner Wald immer intensiver geworden.» Grund dafür sei, dass der Boden das Regenwasser nicht mehr richtig aufnehmen kann. Er habe selbst nach ausgiebigen Regenfällen feststellen müssen, dass die Feuchtigkeit nicht tief in den Erdboden eindringt. 

Besonders Laubbäume sind stark betroffen

Laut Urs Fuchs sind von der Trockenheit besonders Buchen und Eichen an exponierten Lagen betroffen. Generell würden aber sowohl Laub- wie Nadelbäume darunter leiden. Wobei letzere im Joner Wald in der Minderzahl seien. «Bei den Fichten und Kiefern könnte allerdings der Borkenkäfer dieses Jahr wieder ein Problem werden. Zumal der Käfer Wärme und Trockenheit liebt und viele Bäume zurzeit geschwächt sind.» Dadurch seien sie anfälliger für Käferbefall. 

Was meint der Revierförster zur Vermutung, dass die Klimaerwärmung eine weitere mögliche Ursache für die Trockenheit sei? Das könne er nicht sagen. Er vermutet jedenfalls, dass zwischen den einzelnen Regenfällen mehr Zeit als früher vergehe. «Einen Grund muss es letztlich ja geben.»

Urs Fuchs hofft auf einen möglichst artenreichen Wald in Jona. Bild: Jérôme Stern/LInth24

Neue Arten könnten profitieren 

Könnte es sein, dass sich die Zusammensetzung im Joner Wald verändern wird? «Ja, das ist sicher so. In unserem Wald werden die meisten Nadelhölzer wohl verschwinden», meint Fuchs. Das sehe man jetzt schon. «Bäume mit sogenannten Flachwurzeln wie die Fichte kommen nicht mehr an die Wasserspeicher tiefer im Boden ran.» Weisstannen, Lerchen und Föhren ertragen die Situation gemäss Fuchs besser. Allerdings sind seien sie in der Region eher selten. 

Die Natur verändert sich immer 

Gibt es für den Förster eine Möglichkeit diesem Wandel entgegenzuwirken? Fuchs schüttelt den Kopf. «Nein, so ist die Natur. Ich bin der Meinung, man muss mit der Natur arbeiten und mit dem schaffen, was aufkommt.» Er hoffe einfach, einen möglichst artenreichen und vielfältigen Wald zu erhalten. 

Jérôme Stern, Linth24