Rapperswil-Jona
13.02.2020
13.02.2020 15:43 Uhr

Avenida zu teuer, zu gross und nicht effektiv

Warum und weshalb: 1002 Stimmberechtigte wurden nach dem wuchtigen «Avenida»-Nein im Auftrag der Stadt durch ein Forschungsinstitut befragt. Zusammengefasst lautet das Resultat: «Zu teuer, zu gross, nicht effektiv»

Das Unternehmen gfs.bern führte vom 9. bis am 20. Dezember 2019 Interviews mit 1002 Stimmberechtigten der Stadt durch. Heute war die Präsentation dieser Studie an einer Medienkonferenz. Stadtpräsident Martin Stöckling: «Wir haben die Analyse sehnlichst und gespannt erwartet. Es hat Punkte darin, die den Stadtradt sehr erstaunt haben. Wichtig für uns ist, dass wir nun verstehen: was ist passiert, wieso ist es zu diesem Entscheid gekommen und was waren die Beweggründe.»

Eine breite Palette an Gründen

Urs Bieri von gfs erläuterte dann auch die Analyse im Detail. Diese brachte in der Nahbetrachtung viel Interessantes an den Tage. Nicht ein einzelnes Argument führte zur Ablehnung, sondern eine breite Palette an Argumenten. Die wichtigsten Gründe gegen die Vorlage lassen sich mit den Stichworten „zu teuer, nicht effektiv und zuerst der Tunnel“ zusammenfassen. Gestützt auf die Nachanalyse legt der Stadtrat nun das Schwergewicht der Verkehrsplanung auf die Projektierung der Verkehrsentlastung Stadttunnel und die Überarbeitung des Gesamtverkehrskonzepts.

Urs Bieri ging auf die Details ein. Diese finden Sie ebenfalls als Anhang.

Zahlen sagen: Stadtradt geniesst mehr Vertrauen

Bei allen Details zur Verkehrssituation war aber Martin Stöckling wichtig zu erwähnen, dass die Studie auch bezüglich Vertrauen in die Stadtregierung wichtige Erkenntnisse brachte. Gegenüber 2011, so zeigen die Umfragezahlen, ist die Zufriedenheit mit der Politik gewachsen. Damals wies die Nachbetrachtung auf eine hohe Verunsicherung der Bevölkerung hin, und das Misstrauen war damals klar höher. Das hat sich deutlich verbessert. "49 Prozent Vertrauen der Bevölkerung in die Regierung ist ein sehr guter Wert", freut sich der Stadtpräsident. Aber auch das Gegenkommitee habe eine grosse Glaubwürdikgeit genossen, fügte Stöckling fairerweise an.

Tunnel-Vorlage nach wie vor auf 2023 geplant

In der Folge ist nun die Gesamtverkehrsoptimierung, die mitteleweilen 20-jährige Mobilitätskonzeption, zu aktualisieren, «so dass wir den Ueberbau haben und der stimmig ist. Wir haben entschieden, dass wir dann das Gesamtverkehrskonzept wieder der Bevölkerung vorlegen und einer Meinungsbefragung bringen,« so Bauchef Thomas Furrer.

Ziel von Kanton und Stadt ist es, den Stimmbürgerinnen und Stimmbürger von Rapperswil-Jona im Jahre 2023 eine entscheidungsreife Stadttunnelvorlage zur Abstimmung bringen zu können. «Das heisst, dass wir nun «volle Pulle» auf diesen Termin los gehen. Wir werden dies auch mit dem Baudirektor so wieder besprechen, um dann die Ressourcen bereit zu haben, um den Zeitplan einhalten können.

 

v.l.n.r: Thomas Furrer, Bauchef, Martin Stöckling, Stadtpräsident und Urs Bieri, co-Leiter, gfs.bern
Medienmitteilung der Stadt Rapperswil-Jona
Details zur Analyse sind in diesem PDF ersichtlich

Link zur Nachanalyse: https://www.rapperswil-jona.ch/aktuellesinformationen/855550

 

Rolf Lutz, Linth24
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