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Leserbrief
Auto & Mobil
03.04.2021

«Das ist doch Realsatire»

Beat Schuler: «Zielführender wäre doch, die gefährlichen Strassenabschnitte zu sperren oder mit massiven Temporeduktionen für die Amphibien sicherer zu machen.» Bild: zvg
Beat Schuler schreibt, dass die Gefahrentafel «Achtung Frösche» und dahinter die Tafel «Freie Fahrt» eine Realsatire sei und Gedankenlosigkeit Gleichgültigkeit zeige.

«Im Frühling, wenn es wärmer wird, wandern Kröten, Frösche, Salamander und Lurche zu ihren Laichplätzen und im Herbst zurück in ihr Winterversteck. Gleichzeitig lockt die angenehme Wärme viele Menschen nach draussen, nicht wenige in ihren fahrenden Blechkisten, auch Automobile genannt. Ein hohes Gut in unserem Rechtsstaat ist Rücksichtnahme und Solidarität den Schwächeren gegenüber, wie etwa die Corona-Krise gezeigt hat. Ohne diese Maxime hätten wir bald Zustände wie im «wilden Westen», wo derjenige mit dem schnellen Colt überlebt.

In diesem Kontext ist doch die Gefahrentafel «Achtung Frösche» und dahinter die Tafel «Freie Fahrt» (für freie Bürger) bestenfalls eine Realsatire, sicher eine Gedankenlosigkeit oder Gleichgültigkeit.

Wer muss den hier auf wen Rücksicht nehmen?

Sollten die Frösche vielleicht in einer permanenten Weiterbildung auf die Gefährlichkeit des modernen Strassenverkehrs hingewiesen werden, um ihr Verhalten zu ändern? Zielführender in dieser sensiblen Zeitspanne wäre doch, die gefährlichen Strassenabschnitte zu sperren oder mit massiven Temporeduktionen für die Amphibien sicherer zu machen. Zuständig ist die KAPO, denn ich habe gelernt, dass die Stadtpolizei, sofern vorhanden, nur für den ruhenden Verkehr zuständig ist. Und wer ruht, ist meistens nicht gefährlich.

Automobilverbände könnten Unterstützung bieten

Die mächtigen Automobilverbände ACS/ TCS/ VCS könnten die Kantone und Gemeinden aufrufen ihre verletzlichsten Mitbewohner zu schützen, indem sie gewisse Einschränkungen unterstützen und ihre fahrenden Mitglieder dazu motivieren. Das grün im Wappen des Kantons SG wäre dann ein bisschen ehrlicher und den Rosen im Stadtwappen von Rapperswil-Jona würden grüne Blätter wachsen.»

Beat Schuler aus Jona