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Rapperswil-Jona
01.04.2021
01.04.2021 07:39 Uhr

Teilprivatisierung Schloss: Aktien-Verkauf ab Juni

Mit einer besseren Bewirtschaftung der Kapitalanlage des Schloss Rapperswil will die Ortsgemeinde mehr Geld verdienen. Bild: Linth24
Das Rapperswiler Schloss ist zurzeit eine fast brachliegende Kapitalanlage. Jetzt gibt es neue Pläne: Das Schloss besser bewirtschaften und damit auch für die Opfer der Coronakrise Gutes tun.

Das wunderschöne Schloss Rapperswil auf einem Felsvorsprung hoch über dem Zürichsee ist Eigentum der Ortsgemeinde Rapperswil-Jona. Jedoch schon seit vielen Jahren wird es nur eher passiv genutzt. Konzerte, Generalversammlungen, Hochzeiten usw. finden vergleichsweise selten statt. «Wir wollen jetzt einen Gang höher schalten wie andere Schlösser das auch tun», so Ortsgemeindepräsident Matthias Mächler gegenüber Linth24.

Bekannte Schlösser wie Lenzburg, Chillon am Genfersee und Neuschwanenstein in Bayern hätten ein x-faches Mehr an jährlichen Besuchern – das sei in Rapperswil problemlos auch möglich. Zusatzeinnahmen von rund 5 Millionen Franken sollen durch kommerziellere Nutzung generiert werden.

AG-Gründung und Teilverkauf eines Minderheitsanteils

Der genaue Wert des Schlosses ist nicht im Detail bekannt. In der Jahresrechnung der Ortsgemeinde sind aller Gebäude mit CHF 42 Mio. bilanziert. Der Marktwert des Schlosses dürfte wesentlich höher sein, schätzungsweise 100 Mio. oder mehr. Nun will die Ortsgemeinde das Schloss auslagern und dazu eine Aktiengesellschaft gründen. 51 Prozent der Anteile behält sie selbst und 49 Prozent werden an Investoren abgegeben, auch an Kleinanleger. So kann sie weiterhin alle Entscheidungen selber treffen und muss lediglich noch die Hälfte des Kapitals einsetzen. So erläutert Matthias Mächler den Plan.

Angebot an Investoren und Kleinanleger

Ein Verkauf des 49 Prozent Anteils soll noch vor dem Sommer vollzogen werden. Aktienzeichnungen werden von den Banken, der St. Galler Kantonalbank und der Bank Linth ab Juni 2021entgegengenommen. Die Platzierung wird nach dem Auktionsverfahren getätigt, mit einem minimalen und maximalen Ausgabepreis je Titel. Ein Nennwert von CHF 100 oder darunter ist empfehlenswert. Der Preis wird dann inklusive zum Zuschlag (Agio) so festgesetzt, dass die Aktienplatzierung gedeckt ist. Bei einer Überzeichnung dürfen die Banken Kürzungen vornehmen.

Jeder neue Aktionär, jede Aktionärin hat in der Folge einen kostenlosen Eintritt als «Dividende», sowie Vergünstigungen im Schlossrestaurant und bei anderen kostenpflichtigen Events, auch Zutritt zur jährlichen Generalversammlung mit einem reichhaltigen Buffet ist miteinbegriffen, meint Matthias Mächler.

Ausschüttung des Erlöses an Opfer der Coronakrise

Mit dem Aktien-Erlös von knapp 50 Mio. CHF (rund der Hälfte des Marktwerts dieses Gebäudes) ist vorgesehen, den Betrag von der Ortsgemeinde in die Stadt zu überführen den Opfern des Lockdowns bzw. der gegenwärtigen Pandemie helfen, insbesondere den arg gebeutelten Gastwirtschaften, Kinos, Theater, Sportvereinen, Event-Managern usw. Bevorzugt würden Einwohner und Bürger der Stadt und auch die neuen Aktionäre des Schloss Rapperswil.

Christopher Chandiramani, freier Mitarbeiter Linth24