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Lifestyle
03.04.2021

Private Garten-Inspiration: Liebevoll, exklusiv und kostenlos

Seit 10 Jahren lebt Margrit Simon mit ihrem Mann in Rapperswil-Jona und betreibt dort ihren «simongarden». Bild: Linth24
In Jona hat Margrit Simon ganz nach der englischen Art ihren Garten für interessierte Besucher geöffnet, welche sich dort erfreuen, erholen und inspirieren lassen dürfen. Was ist das Konzept dahinter?

Ein Garten nach englischem Prinzip, mit einer Vielfalt an Formen, Farben, Accessoires – und trotzdem noch mit einer Struktur. Ein Garten, woran sich alle Besucher erfreuen können und in welchem sie Inspirationen für die eigene Grünfläche finden. Ein Garten, aus welchem sie ihre Lieblings-Accessoires erstatten können und in welchem sie sich mit einem selbstgemachten AfternoonTea mit Sandwiches und Scones verwöhnen lassen dürfen. So beschreibt Margrit Simon ihren «simongarden» in Jona.

Das Geschäftsprinzip hinter dem Garten von Margrit Simon ist simpel: Interessierte dürfen ihren Garten besuchen und sich dort umsehen – ohne jeglichen Eintritt bezahlen zu müssen. Dadurch erhält man viele Eindrücke und auch Ideen, wie man den eigenen Garten gestalten kann. Zusätzlich hat Margrit Simon viele Gartendeko-Artikel – wie zum Beispiel Steinguss – in ihrem Garten ausgestellt. Diese stehen dann auch gleich zum Verkauf bereit für Besucher, welche nach dem Besuch ebenfalls zum Bespiel ein Steinguss, etc. in dem eigenen Garten haben wollen.

«Grundsätzlich läuft es nach dem englischen Prinzip ab, einen Garten besuchen zu gehen, um sich dort zu erfreuen und inspirieren zu lassen, ohne Eintritt zahlen zu müssen. Es passiert oft, dass Leute hier eine neue Idee entdecken, zum Beispiel, eine neue Art, zwei Pflanzen zu kombinieren», erklärt die ursprüngliche Zürcherin. Oft sehen die Leute auch Kombinationen, welche die Fachleute nicht vorschlagen. Man müsse einfach ausprobieren und nicht immer nur das machen, was einem von Pflanzenexperten vorgegeben werde, meint Margrit Simon.

  • Der Garten von Margrit Simon erstrahlt in vielen Farben, doch trotzdem steckt eine gewisse Struktur dahinter. Bild: Linth24
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  • Ihr Pflanzensortiment reicht von Bäume, zu einzelnen Blumen bis hin zu prachtvollen Rosenbögen. Bild: Linth24
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  • Margrit Simon legt Wert auf Accessoires, welche ein wenig in den Hintergrund rücken und den Blumen das Spotlight überlassen. Bild: Linth24
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Ein breitflächiges Angebot

Nebst dem Angebot, durch den Garten zu schlendern und ihn zu betrachten, bietet Margrit Simon ein grosses Sortiment an Accessoires an. «Ich habe Steinguss aus England und Rostartikel aus Deutschland – ich achte darauf, nichts aus Asien zu nehmen, aber das wird immer schwieriger. Ich mache selbst Foto- und Postkarten, welche man ebenfalls kaufen kann. Zusätzlich habe ich hier auch noch einen kleinen Laden, in welchem ich kleinere saisonale Dekorations-Objekte verkaufe, von welchen einige selfmade sind. So habe ich zum Beispiel kleine Osterhasen gegossen oder Zückerchen mit Rosen kreiert», zählt Margrit Simon auf. Grundsätzlich schaue sie darauf, dass sie Produkte habe, welche die Grossverteiler nicht führen. Falls es jedoch zu Überschneidungen komme, so biete sie ihre Produkte zu einem attraktiveren Preis an, sagt Margrit Simon.

  • Margrit Simon hat viele Gartenaccessoires im Angebot, sei dies... Bild: Linth24
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  • ...Steinguss aus England... Bild: Linth24
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  • ...oder Rostartikel aus Deutschland – die Vielfalt ist gross. Bild: Linth24
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Natürlich seien auch die Pflanzen «selfmade», da sie diese selbst aussäet und später dann in den Verkauf nehme. Ein weiteres Angebot ist der englische AfternoonTea. «Beim Angebot AfternoonTea dürfen die Gäste in meinen Garten sitzen und ich serviere ihnen selbstgemachte Scones, Sandwiches und einen sogenannten Sweet-Corner», erklärt die ehemals in der Reisebranche tätige Margrit Simon.

  • In ihrem kleinen Laden verkauft Margrit Simon viele Dekorationsartikel, von welchen einige auch selbstgemacht sind. Bild: Linth24
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  • So zum Beispiel diese Hasen, welche sie selbst gegossen hat. Bild: Linth24
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  • Im Moment hat es viele Objekte, welche zum Thema Ostern... Bild: Linth24
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  • ...oder zum Thema Frühling passen. Bild: Linth24
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  • Auch verkauft die ehemalige Zürcherin Fotokarten, gemacht mit selbst fotografierten Bildern von ihr. Bild: Linth24
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  • Ob der Lavendel aus dem eigenen Garten... Bild: Linth24
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  • ...die selbstgemachte Konfi... Bild: Linth24
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  • ...Rosenlimonade aus England... Bild: Linth24
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  • ...oder weitere trendige Dekogegenstände – in dem Laden von Margrit Simon gibt es viel zu entdecken. Bild: Linth24
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Saisonale Ausstellungen

Mit dem Wechseln der Saison ändert sich auch das Angebot in simongarden. Aktuell findet der «Frühlings- und Osterzauber im Atelier und Garten» statt. Im kleinen Shop befinden sich viele kleine, herzige Accessoires zum Thema Ostern und Frühling und auch im Garten schwebt das Thema Ostern in der Luft. Im Sommer geht die Ausstellung dann über zum Rosenzauber, darauf folgt der Herbst- und schliesslich der Winterzauber. Doch auch zwischen den Jahreszeiten gibt es Ausstellungen, wie zum Beispiel die Galanthus-Tage jeweils im Februar. An diesen Tagen präsentieren Margrit Simon und ihr Mann Andrea Mazzocco den von überall angereisten Besuchern ihre rund 80 Sorten von Schneeglöckchen.

  • Im Sommer gibt es prächtige Rosen zu betrachten. Bild: Linth24
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  • Im Februar erblicken viele unterschiedliche Sorten von von Schneeglöckchen das Licht der Welt. Bild: Linth24
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Der Austausch unter Freunden

Beim Gartenbesuch geht es für Margrit Simon nicht nur primär um das Inspirieren der Leute, sondern darum, mit den Kunden einen Austausch zu führen. «Diese Freude und der Gefallen am Kleinen, die wir miteinander teilen, das ist für mich wunderschön. Daraus sind auch schon viele enge Freundschaften entstanden und es haben sich auch sehr nette Stammkunden gefestigt», reflektiert Margrit Simon. «Ich bin jeweils überrascht, woher die Leute kommen», fährt sie fort, «manche kommen sogar von Thun hierher, um den Garten anzuschauen.»

Hin und wieder statten auch kleine Tierchen Margrit Simon einen Besuch in ihrem Garten ab. Bild: Linth24

Über Margrit Simon

«Früher konnte ich kaum ein Gras von einer Rose unterscheiden», scherzt Margrit Simon. Sie kommt nämlich nicht aus dem Gartengeschäft. Zuerst das Kindergartenseminar absolviert, dann auf der Reisebranche tätig – so sah das Berufsleben von ihr aus und somit sammelte sie viele Eindrücke aus der ganzen Welt. «2004 gingen mein Mann und ich auf eine England-Reise. Die Parkanlagen und die Gestaltung dort fand ich überwältigend und wusste, dass ich so etwas auch haben will. So ist dann mein ganzes Gartenreich Stück für Stück entstanden und das Fleckchen Wiese für den Liegestuhl im Garten wurde kleiner und kleiner. Vor 10 Jahren zügelten mein Mann und ich dann hier nach Rapperswil-Jona, wo mein Garten und ich selbst dann so richtig aufblühen konnte und wo ich – mit ein bisschen Unterstützung von meinem Mann – alles selber mache und biologisch gärtnere», erzählte Margrit Simon.

Viel gelernt habe sie auch im Verkehrsverein Meilen. Dort habe man jeweils Balkone und Gärten angeschaut und wohlwollend bewertet. Margrit Simon war jeweils mit Ueli Zollinger unterwegs, welchen sie als «absolutes Lexikon» beschrieb. Da er ihr die Begriffe nur auf Latein sagte, blieb ihr nichts anderes übrig, als Bücher zu wälzen. «So brachte ich mir das Wissen Schritt für Schritt selbst bei: Mit Beobachten, andere Gärten anschauen, viel Gartenbücher und Hefte lesen, Vorträge anhören und nicht immer alles glauben, was die Fachleute sagen, sondern selbst ausprobieren.»

Linda Barberi, Linth24