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01.02.2020
02.02.2020 21:07 Uhr

80 Jahre Ernst Lampert

Ernst Lampert wird heute 80 Jahre alt. Herzliche Gratulation. Er hinterliess in der March und in Uznach Spuren als Blasmusiker, Musikinspektor und Dirigent.

Es gibt Menschen, an denen geht das Alter scheinbar spurlos vorüber. Zu ihnen darf Ernst Lampert aus Lachen gezählt werden. Ein strammer Schritt und klare Worte waren und sind seine Markenzeichen. Der Mann mit dem schlohweissen, aber immer noch vollem Haar wird heute 80 Jahre alt. Zeit, auf seine beeindruckende Karriere zurückzublicken, die ihn auch in der Region See-Gaster bekannt machte. So dirigierte er unter anderem während sieben Jahren den Musikverein Harmonie Uznach.

Sprachlich unverkennbar ist, dass Lampert ursprünglich aus dem Bündnerland stammt. Als gelernter Primar- und Sekundarlehrer konzentrierte sich der passionierte Trompeter mehr und mehr auf die Musik, im speziellen die Blasmusik. Noch vor den verschiedenen Musikstudien, die er unter anderem mit dem Lehrdiplom abschloss, startete er seine Dirigententätigkeit in Maienfeld, dann in Männedorf. Anfang der 1970er-Jahre verschlug es Lampert nach Lachen, damals noch nichts ahnend, dass das Dorf am See seine Heimat für den Rest des Lebens sein wird.

Musik für den Prinzen

In Lachen hat Lampert deutliche und grosse Fussspuren hinterlassen. So dirigierte er den Harmoniemusikverein Lachen zwischen 1973 und 1982 und verhalf ihm zu unverhofften Höhepunkten. Besonders in Erinnerung bleibt nicht nur dem Dirigenten das Schwyzer Kantonale Musikfest 1980 in Freienbach: Der MV Lachen erspielte sich in der ersten Leistungsklasse im Wettspiel und der Marschmusik die höchste Punktzahl.

Ein besonders nachhaltiges Fundament schuf Ernst Lampert als Schuldirektor der Gemeindeschule Lachen und vor allem als Musikschulleiter der neuen Musikschule Lachen-Altendorf von 1973 bis 1989. Schöne Erfolge durfte der Jubilar auch an seinen weiteren Stationen als Dirigent feiern: Stadtmusik Uster, Harmoniemusik Vaduz, Musikverein Harmonie Oberrieden, Jugendmusik Oberrieden und schliesslich Musikverein Harmonie Uznach.

Als Höhepunkt in musikalischer wie gesellschaftlicher Hinsicht ist seine Tätigkeit in Vaduz. Denn die dortige Stadtmusik ist gleichzeitig das Repräsentationsorchester des Fürstentums Liechtenstein – und somit des Prinzen von Liechtenstein höchstpersönlich.

Höchster Militärmusiker

Dadurch war es Lampert und seinem Korps vergönnt, hochoffiziell an verschiedensten internationalen Blasmusikanlässen in ganz Europa teilzunehmen. Beruflich bedeutete das Jahr 1989 einen klaren Einschnitt, ja ein grosser Karriereschritt: Lampert wurde zum ersten vollamtlichen Inspektor der Militärmusik der Schweiz ernannt. Während 15 Jahren bis zu seiner Pensionierung bekleidete er dieses in der Militärmusik höchste Amt als Major. Es bedeutete auch, dass die Spielführer erstmals in den Offiziersrang befördert wurden – für Lampert eine schöne Genugtuung.

Dass seine Ernennung fast zeitgleich mit dem Fall des Eisernen Vorhangs zusammenfiel, war ein glücklicher Zufall. In der Folge baute Major Lampert nämlich seine Beziehungen auf internationaler Ebene in Europa und gerade auch im neuen Osteuropa aus. Seine Funktion kam praktisch einem «Aussenminister der Schweizerischen Militärspiele» gleich. Als Inspektor der Militärmusik schaffte es Lampert, sich mit Offizieren aus allen Herren Ländern zu vernetzen. Seine Reisen – als Botschafter oder mit dem Armeespiel – führten ihn denn auch in die verschiedensten Länder, um sich mit anderen Armeespielen auszutauschen.

 

Reformen schmerzen ihn

Gerne erinnert sich Lampert an die Besuche seiner Amtskollegen in der Schweiz. Dabei nutzte er seinen idyllischen Wohnort Lachen gerne, um den Gästen die Schönheit der Schweiz zu zeigen. Seine Anekdoten über die internationalen Besuche und Gegenbesuche würden allein schon ein Buch füllen.

Dass sich die Schweizer Armee und damit die Armeespiele mit verschiedenen Reformen massiv verkleinerte, schmerzt Lampert als ehemaliger Berufsoffizier und als Staatsbürger zweifellos. Kommt die herrschende Politik zur Sprache, flammt sein Temperament auf. Denn bei aller Offenheit, die er in seinen internationalen Beziehungen an den Tag legte – wobei einige persönliche Beziehungen bis auf den heutigen Tag Bestand haben – so sehr sorgt sich Lampert um die Eigenständigkeit der Schweiz. Und an diesen Sorgen lässt er seinen Bekanntenkreis per Rundmail gerne teilhaben.

Aktiv bei Radio Eviva

Auch musikalisch blieb Lampert nach seiner Pensionierung nicht untätig. Neben seinen Engagements als Dirigent brachte er sein Fachwissen und seine Rhetorik zum Beispiel als Fachredaktor und Moderator bei Radio Eviva ein. Zwischen 1990 und 2015 präsentierte er nicht weniger als etwa 1300 Sendungen «Vorwärts marsch» und zwischen 1999 und 2015 nochmals 800 Sendungen «Brillantes Böhmen».

Dass Ernst Lampert mit 80 Jahren nun nicht mehr an vorderster Front tätig ist, liegt auf der Hand. Mit seiner neuen Partnerin ist er jedoch immer noch sehr gerne unterwegs, nachdem seine Frau vor neun Jahren verstorben ist. Und natürlich halten ihn auch die vier Kinder und drei Enkelkinder zünftig auf Trab – und umgekehrt, denn wer hat schon so einen «zackigen» Vater und Grossvater …

Andreas Knobel, March24