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Uznach
17.03.2021
17.03.2021 05:48 Uhr

Fast wie Gotthard-Tunnel – Aufwertung Uznach

Gemäss Konzept soll in der Begegnungszone im Uzner Städtli die Höchstgeschwindigkeit 20 km/h betragen.
Gemäss Konzept soll in der Begegnungszone im Uzner Städtli die Höchstgeschwindigkeit 20 km/h betragen. Bild: zVg / Gemeinde Uznach
Das tägliche Verkehrsaufkommen im Uzner Städtli ist ähnlich gross wie im Gotthard-Tunnel. Nun soll das Strassenprojekt A15-Gaster das Zentrum entlasten und gleichzeitig dessen Aufwertung ermöglichen.

Jeden Tag durchqueren durchschnittlich 17'600 Fahrzeuge das Uzner Städtchen. Das sind in etwa so viele wie beim Gotthard-Strassentunnel. Auch mehrere Zufahrtsstrecken verzeichnen eine hohe Verkehrsbelastung. Viele UznerInnen empfinden die Aufenthalts- und Lebensqualität daher als stark beeinträchtigt.

Entlastung und Aufwertung des Uzner Städtchens

Seit Jahrzehnten wird nach Lösungen für die Problematik gesucht. Nun sieht die Gemeinde Uznach durch den Bau der künftigen regionalen Verbindungsstrasse A15-Gaster eine Chance, das Zentrum vom Verkehr zu entlasten und qualitativ bedeutend aufzuwerten.

Am vergangenen Freitag legte der Gemeinderat der Bevölkerung einen Entwurf für ein Planungskonzept vor, in der Absicht, frühzeitig und transparent zu kommunizieren. Bis 26. April 2021 können die UznerInnen sich am öffentlichen Mitwirkungsprozess beteiligen.

Verschiedene flankierende Massnahmen

Der vorliegende Konzept-Entwurf sieht auf verschiedenen Ebenen «flankierende Massnahmen» vor.

Mit der Eröffnung der Verbindungsstrasse A15-Gaster soll die Ortsdurchfahrt durchs Städtli von der Kantons- zur Gemeindestrasse heruntergestuft werden. Neu wird eine Begegnungszone mit Höchstgeschwindigkeit 20 km/h geschaffen, FussgängerInnen werden hier Vortritt und mehr Raum haben. Auch für den Veloverkehr werden die Bedingungen verbessert.

An den Eingangstoren Ochsen und Rössli soll der motorisierte Verkehr nicht mehr automatisch ins Städtchen gelenkt werden. AutofahrerInnen sollen gemäss einem Flyer der Gemeinde Uznach den Eindruck erhalten, «nicht ins Städtchen zu gehören». Obwohl der Durchgangsverkehr stark reduziert werden soll, bleibt die Durchfahrt weiterhin möglich. Auch künftig werden Postautos und andere ÖV-Busse durch das Städtchen fahren und neu statt am Rössliplatz (Haltestelle «Tor») zentral beim Kirchplatz halten.

Das Konzept schlägt ferner eine Umgestaltung der Ortseingänge an der Zürcherstrasse, Gasterstrasse und Grynaustrasse vor. Der Verkehr soll dadurch entschleunigt werden.

Längerfristig könnten weite Teile Uznachs ein neues Temporegime erhalten, dessen Einführung kaskadenartig erfolgen soll. Neben Begegnungszonen im Städtli sowie im Bahnhofareal mit Tempo 20 könnte im umliegenden Zentrumsgebiet Tempo 30 gelten.

3,4 Mio. Franken für 55 Prozent weniger Verkehr

Mit diesem Massnahmenbündel verspricht sich der Uzner Gemeinderat eine Reduktion des Verkehrsaufkommens im Städtli um rund 55 Prozent auf 8'000 Fahrzeuge am Tag. Auf den Zufahrtsachsen soll die Abnahme gar das Drei- bis Fünffache betragen.

Die Kosten der Aufwertungsmassnahmen werden auf ca. 3,4 Millionen Franken geschätzt (+/- 30 Prozent). Bei einer Aufnahme ins Agglomerationsprogramm würde der Bund 30 bis 40 Prozent davon mitfinanzieren.

Ohne A15-Gaster keine Aufwertung des Zentrums

Damit der Durchgangsverkehr aus Uznach gelenkt werden kann, braucht es zwingend die Umfahrungsstrasse A15-Gaster.

Doch da teils schwerwiegende Bedenken etwa punkto Naturschutz gegenüber dem Strassenprojekt bestehen, scheint dessen Realisierung momentan alles andere als sicher. Gemeindepräsident Diego Forrer sagt in der Linth-Zeitung, es gebe «leider keinen Plan B».

Dass der Handlungsspielraum der Uzner Behörden eng ist, findet auch die «IG Verbindungsstrasse JA». Dem Komitee ist es ein Anliegen, darauf hinzuweisen, dass die «Umsetzung der flankierenden Massnahmen unabdingbar mit der Realisierung der Verbindungsstrasse A15 verbunden ist», wie es in einer Mitteilung heisst. Ohne die A15-Gaster verblieben die betroffenen Uzner Strassenzüge im Kantonsstrassenplan, die Planungshoheit obläge weiter dem Kanton und Temporeduktionen liessen sich dann nicht einführen.

Die «IG Verbindungsstrasse JA» befürwortet die flankierenden Massnahmen «im Grundsatz» und sieht darin eine solide Basis für mehr Lebensqualität und Verkehrsentlastung in Uznach. IG-Präsident Mario Grob kündigt an, sich im Rahmen des laufenden Mitwirkungsverfahrens mit einer Stellungnahme zu den Details zu äussern.

  • Der zentrale Platz bei der Stadtkirche soll durch die Neugestaltung zum Verweilen einladen. Bild: zVg / Gemeinde Uznach
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  • Visualisierung des Eingangstors beim Rössliplatz (l.). Städtli-Vision beim Kirchplatz. Bild: zVg / Gemeinde Uznach
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Vernehmlassung und Unterlagen

Das Mitwirkungsverfahren der Gemeinde Uznach für die flankierenden Massnahmen dauert vom 12. März bis 26. April 2021. Die zugehörigen Unterlagen finden sich hier.

Redaktion Linth24