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Sport
11.03.2021

Kommt das Eidgenössische Schwingfest 2034 in die March?

Lachen gilt als möglicher Durchführungsort des Eidgenössischen 2034. Bild: Lars Morger
Nachdem Glarus das Eidgenössische 2025 erhalten hat, bahnt sich schon der nächste schwingerische Grossanlass in der Region an. In 13 Jahren soll das Eidgenössische Schwingfest in der March stattfinden.

Noch ist der Jubel über das gewonnene ESAF in Mollis 2025 nicht verklungen. Noch dauert es ganze 13 Jahre, bis der Innerschweizer Teilverband nach dem Eidgenössischen in Zug 2019 den Grossanlass erneut durchführen darf. Nach 1989 in Stans, 2004 in Luzern und eben 2019 in Zug wäre 2034 turnusgemäss wieder der Kanton Schwyz (zuletzt 1974 mit Schwyz) mit der Durchführung an der Reihe.

Die March will mitmischen

Die Vorarbeiten für eine Kandidatur für ein so grosses Fest beginnen heutzutage bereits Jahre vorher. So kommt es, dass der Schwingklub March-Höfe bereits jetzt Interesse daran bekundet, 2034 ein Eidgenössisches Schwingfest durchzuführen. Schon bei der Vergabe des letzten Eidgenössischen nach Zug stand Ausserschwyz mit Standort Lachen als Ersatz bereit, weil die Zuger mit raumplanerischen Problemen zu kämpfen hatten. Der Schwyzer Regierungsrat sicherte damals bereits Unterstützung zu, der Schwingklub March-Höfe bereitete schon eine Machbarkeitsstudie vor. Doch dann konnte sich das Zuger OK doch noch mit den Behörden einigen, weshalb die Märchler Pläne wieder in der Schublade verschwanden.

Schon damals war klar, dass die nächste Möglichkeit für ein ESAF in Ausserschwyz 2034 sein würde. Wie nun Vorsondierungen im Schwyzer Kantonalverband ergeben haben, haben nur der Schwingerverband am Mythen sowie der Schwingklub March-Höfe genügend Platz für die Durchführung.

«Wir werden den Märchlern sicher nicht im Wege stehen.»
Ruedi Beeler, Vizepräsident Schwingerverband am Mythen

Wie es aus Schwingerkreisen heisst, hat aber auch der Schwingerverband am Mythen bereits abgewunken. So sagt Ruedi Beeler, Vizepräsident des Mythenverbands: «Da 1974 das letzte Eidgenössische im Kanton Schwyz bereits schon der Mythenverband durchgeführt hat, werden wir sicher nicht im Weg stehen, sollte der Schwingklub March-Höfe das Eidgenössische durchführen wollen. Das haben wir so im Kantonalvorstand besprochen. Beeler ergänzt, dass es erste Priorität hat, dass das Fest dann auch im Kanton Schwyz stattfinden wird. «Wenn das möglich ist, denke ich, werden sich sowieso alle Schwingklubs des Kantons daran beteiligen und den Märchlern helfen.»

«Es liegt an uns»

Diese Chance nehmen die Märchler gerne auf: «Jetzt liegt es an uns», sagt SKMH-Präsident Reto Kümin. Natürlich sei noch nichts definitiv. «Wir müssen erst noch die Generalversammlung fragen, ob wir diesen Weg gehen wollen.» Dennoch sind die Pläne ernstzunehmen.

«In Mollis können wir Erfahrungen und Know-how für unser mögliches Eidgenössisches sammeln.»
Reto Kümin, Präsident Schwingklub March-Höfe

Vorteile erhoffen sich die Märchler auch durch die Mitwirkung im Trägerverein und im OK des ESAF in Mollis. «Dort können wir Erfahrungen und Know-how sammeln», so Kümin. So könne ein Eidgenössisches in der March bereits mit viel Vorwissen organisiert werden. «Wir helfen bei den Glarnern aber auch mit, damit wir sie für 2034 allenfalls für dasselbe anfragen können», fügt Kümin lachend hinzu.

Standort Linthebene oder Lachen

Wo genau das Märchler Fest in 13 Jahren stattfinden soll, ist noch unklar. Zur Diskussion werden wie schon beim letzten Mal die Schwyzer Linthebene und Lachen stehen. An beiden Orten wäre genügend Platz vorhanden, um die grösste temporäre Arena der Welt aufzustellen. Denn es ist gut möglich, dass im Jahr 2034 ein Stadion für 60 000 Zuschauer (2019: 56 500) erstellt werden wird. Dafür und für das ganze Drumherum mit Festzelten, VIP-Block sowie Garderoben und Unterkünfte braucht es eine Menge Platz.

Auch die Schwyzer Linthebene wird als Möglichkeit angeschaut. Bild: Lars Morger

Für die March spricht ausserdem, dass sie verkehrstechnisch gut erschlossen ist. So ist die Autobahn nicht weit, und wenn die Zugverbindungen ausgebaut werden, sollte der Transport der Hunderttausenden von Besuchern kein Problem sein.

Ähnlich wie das Glarner ESAF wird auch ein Eidgenössisches in der March für alle umliegenden Regionen eine riesige Chance sein. So werden Unterkünfte und Campingplätze weit über die Kantonsgrenze hinaus besetzt werden. Die Region könnte sich nach 2025 ein zweites Mal im nationalen Rampenlicht präsentieren und würde erneut eine schöne Wertschöpfung generieren können.

Es ist noch Zukunftsmusik

Noch stecken die Pläne des Schwing­klubs March-Höfe in den Kinderschuhen. Erst müssen die Erfahrungen für die Organisation eines Fests in dieser Grösse gesammelt werden. Noch ist es Zukunftsmusik und nur ein Traum, dass eines Tages in der March der grösste Sportanlass des Landes stattfinden könnte.

Doch eine Märchler Kandidatur könnte die Schwingerfamilie mit ähnlichen Werten wie die Glarner Kandidatur für 2025 überzeugen. Zurück aufs Land, zurück zu den Wurzeln, zurück zur Bescheidenheit. Dafür stehen die Märchler. Und so steht einem Eid­genössischen in der March fast nichts mehr im Weg. Eine definitive Entscheidung fällt aber frühestens in acht Jahren.

Lars Morger, Sportredaktion Linth24/March24