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Rapperswil-Jona
20.01.2020
15.02.2020 09:11 Uhr

Stadt sucht Investoren

So soll das Alterszentrum Schachen einst aussehen. Finanziert und realisiert von einem Investor.
Was Linth24 angekündigt hat, will der Stadtrat von Rapperswil-Jona nun tatsächlich tun: Er sucht Investoren, welche die Finanzierung und die Realisierung des Pflegezentrums Schachen übernehmen. Nicht mitentscheiden wird Bauchef Thomas Furrer.

(OriginalMeldung des Stadtrats mit angehängtem PDF)

Das Pflegezentrum Schachen soll nach Vorgaben der Stadt von einem Investor finanziert und realisiert werden. Heute Montag ist das Bieterverfahren gestartet. Parallel dazu entwickelt die Stadt das Projekt bis zum Vorliegen der Baubewilligung selber weiter.

Die Stadt hat mit der Suche nach einem Investor begonnen, der das Pflegezentrum Schachen finanzieren, realisieren und langfristig an die Stiftung RaJoVita vermieten soll. Seit heute Montag läuft das Bieterverfahren im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung.

In einem zweistufigen Verfahren wird anhand verschiedener Kriterien geprüft, welche Bieter grundsätzlich geeignet sind. Der künftige Investor muss unter anderem Referenzen von vergleichbaren Projekten vorzeigen können, langfristig und nachhaltig planen,das Projekt in all seinen Teilaspekten analysieren und verstehen und die Interessen der Stadt berücksichtigen. Zu diesen Interessen gehört beispielsweise, dass der unterzeichnete Mietvertrag mit der Stiftung RajoVita übernommen wird, das Projekt zeitnah undqualitativ einwandfrei umgesetzt wird sowie eine MINERGIE-ECO- Zertifizierung erreicht wird.

Die Angebote werden von einer sechsköpfigen Jury bewertet, die aus städtischen Behördenvertretern, Fachexperten und Beratern besteht. Maximal fünf Bieter kommen nach der Präqualifikation in die Angebotsphase. Dort erhält jenes Angebot den Zuschlag, das wirtschaftlich am attraktivsten ist und bezüglich Vorgehen und Qualitätssicherung ambesten abschneidet.

Die Jury für den Investoren-Wettbewerb. Was auffällt: Bauchef Thoms Furrer fehlt.

Aufgabenteilung zwischen RaJoVita und Investor

Abschliessend entscheidet das Stimmvolk an der Urne über den Baurechtsvertrag mit dem ausgewählten Investor. Stimmen die Bürgerinnen und Bürger von Rapperswil-Jona dem Baurechtsvertrag zu, unterzeichnet der Investor einerseits den Baurechtsvertrag mit der Stadt und übernimmt andererseits den Mietvertrag mit der künftigen Betreiberin des Pflegezentrums, der städtischen Stiftung RaJoVita. Die Stiftung betreibt bereits heute einen grossen Teil der Alterseinrichtungen in Rapperswil-Jona.

Baurechtsvertrag und Mietvertrag sind jeweils auf eine Laufzeit von 30 Jahren ausgelegt. Der Mietvertrag legt unter anderem fest, dass der Investor das Gebäude inklusive Innenausbau gemäss Bauprojekt der Stadt und den betrieblichen Vorgaben der Stiftung RaJoVita erstellt. Weiter ist der Investor für die zyklische Instandsetzung und die Gebäudekosten zuständig ist. Die Stiftung RaJoVita finanziert die Erstausstattung und ist für die laufende Instandhaltung verantwortlich.

Keine Baurisiken für die Stadt Rapperswil-Jona

Die Baukosten für das Pflegezentrum, die sich gemäss Grobschätzung auf rund 63 Mio.Franken (+/-15%) belaufen, werden vom Investor getragen. Das Grundstück wird dem Investor im Baurecht abgegeben und verbleibt im Eigentum der Stadt. Die Stadt erhält dafür einen jährlichen Baurechtszins und muss keine Baurisiken eingehen. Die Stiftung RaJoVita erhält bei der Erstellung ein Mitspracherecht, kann sich aber ansonsten auf ihre Kernaufgabe der Altersversorgung konzentrieren: die stationäre und ambulante Pflege.

Stadt behält maximalen Einfluss auf Projekt und Betrieb

Bis zur Erteilung der Baubewilligung entwickelt der Stadtrat das Projekt selber weiter.Die dabei entstandenen Projektierungskosten werden durch den Investor rückvergütet. Mit diesem Vorgehen wird sichergestellt, dass die Bedürfnisse der Stadt Rapperswil-Jona bei der Gestaltung und Umsetzung des Pflegezentrums berücksichtigt werden. Auch im späteren Betrieb ist die Qualität der Pflegeleistungen langfristig garantiert, da zwischender Betreiberin RaJoVita und der Stadt eine Leistungsvereinbarung besteht.Die Alterswohnungen mit Service, die direkt neben dem Pflegezentrum gebaut werden, sind zwar Teil des Gesamtprojekts Zentrum Schachen, nicht aber Teil der Investorenausschreibung. Die Alterswohnungen werden von der Ortsgemeinde Rapperswil-Jona realisiert und vermietet. 

Info-Box der Stadt Rapperswil-Jona:

Zentrum Schachen – für ein gutes Leben im Alter

Im Schachen-Quartier in Jona entsteht das Zentrum Schachen. Es umfasst ein Pflegezentrum mit 173 Pflegeplätzen sowie vier Gebäude mit 80 Alterswohnungen mit Service. Das Pflegezentrum wird im Auftrag der Stadt Rapperswil-Jona von der Stiftung RaJoVita betrieben. Die Alterswohnungen mit Service werden von der Ortsgemeinde RapperswilJona realisiert und betrieben. Der Stadtrat hat für die Finanzierung des Bauprojekts «Pflegezentrum» drei Modelle geprüft: Finanzierung durch die Stadt, Gründung einer Aktiengesellschaft durch die Stadt und Finanzierung durch einen Investor. Nach Abwägen der Vor- und Nachteile strebt der Stadtrat eine Investorenlösung an. Zusammen mit dem bestehenden Pflegezentrum Bühl und der Pflegewohnung Porthof West wird das Zentrum Schachen den Bedarf für die Pflege und Betreuung betagter Menschen in Rapperswil-Jona langfristig abdecken.

Mario Aldrovandi, Linth24 / OM