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Kanton
19.02.2021

Ombudsstelle Kinderrechte Ostschweiz gestartet

Die Anlaufstelle bietet Kindern und Jugendlichen kostenlos und niederschwellig Beratung. (Symbolbild) Bild: Pixabay / Mabel Amber
Die Stelle mit Sitz in St.Gallen bietet Kindern und Jugendlichen sowie Bezugspersonen aus der Ostschweiz Unterstützung bei Kinderrechtsfragen, mittels Beratung und Information.

Die UN-Kinderrechtskonvention ist in der Schweiz 1997 in Kraft getreten. Die Schweiz hat seither darauf zu achten, dass Kinderrechte eingehalten werden. Gemäss Art. 12 der Kinderrechtskonvention sollen Kinder und Jugendliche in Verfahren, von denen sie betroffen sind, angehört werden. In der Realität werden diese Rechte jedoch noch unvollständig umgesetzt.

Anhörungsrecht vollständig umsetzen

Ziel der Ombudsstelle ist es, das Anhörungsrecht von Kindern und Jugendlichen vollständig umzusetzen.

Bei Verwaltungs- und Gerichtsverfahren werden Kinder oft nicht angehört. Vielfach fehlt das Verständnis, dass Interessen von Kindern und Jugendlichen nicht immer mit den Interessen der Erziehungsberechtigten übereinstimmen.

Zentral für die Wahrung der Kinderrechte ist eine entsprechende Ausbildung der involvierten Fachpersonen. So sollen diese zum Beispiel für die Befragung von Kinder und Jugendlichen speziell geschult werden.

Informieren, beraten und Missstände entgegennehmen

Die Ombudsstelle Kinderrechte Ostschweiz informiert und berät Kinder und Jugendliche altersgerecht zu ihren Rechten. So erhalten sie Zugang zu allen behördlichen Verfahren, von denen sie betroffen sind. Die Ombudsstelle analysiert die Situation, zeigt Handlungswege auf und gibt Empfehlungen ab und/oder triagiert an andere Fachstellen. Wenn nötig und auf Wunsch vermittelt sie zwischen dem Kind und den staatlichen Stellen.

Die Ombudsstelle berät auch Fachpersonen und Erwachsene mit Fragen zu Kinderrechten und ist Anlaufstelle für Missstände in Verfahren, bei denen die Interessen von Kinder und Jugendlichen nicht oder zu wenig berücksichtigt wurden oder werden.

Niederschwellige Anlaufstelle

Die Ombudsstelle möchte das bestehende Angebot von Fachstellen ergänzen und mit den regionalen Amtsstellen zusammenarbeiten. Ziel ist die gemeinsame Stärkung und Umsetzung des Anhörungsrechts von Kindern und Jugendlichen sowie die altersgerechte Sprache und Information bei Verfahren.

Das Angebot der Ombudsstelle ist niederschwellig, neutral und unabhängig. Beratungen und Informationen sollen rasch und unbürokratisch erfolgen. Für Kinder und Jugendliche ist das Angebot kostenlos. 

Veranstaltungen für 2021 geplant

Die Ombudsstelle nahm offiziell am Weltkinderrechtstag des vergangenen Jahres, am 20. November 2020, ihre Arbeit auf.

Der Gründungsanlass musste aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden. Sobald es die Lage zulässt, plant der Verein Ombudsstelle Kinderrechte Ostschweiz Veranstaltungen rund um das Thema Kinderrechte.

Wer steht hinter der Ombudsstelle Kinderrechte?

Die Ombudsstelle Kinderrechte geht auf eine Initiative des Vereins Ombudsstelle Kinderrechte Ostschweiz mit Sitz in St.Gallen zurück. Er setzt sich für die Anerkennung und Durchsetzung der Kinderrechte ein, insbesondere für kindgerechte Verfahren gemäss Art. 12 der UN-Kinderrechtskonvention. Der Verein ist Mitglied im Kindernetzwerk Schweiz.

Im Vorstand des Vereins Ombudsstelle Kinderrechte vertreten sind folgende Mitglieder:

Beat Landolt, Präsident, dipl. Sozialarbeiter, Kantonsrat AR
Kurt Pauli, Leiter Stattkloster, Sozialpädagoge FH, Sozialdiakon HF
Gerda Göbel-Keller, Verwaltungsjuristin, lic.iur. RA, Kantonsverwaltung 
Ursula Kälin, ehem. leitende Schulärztin Stadt St.Gallen, Dr. med. MPH
Brigitta Spälti, Schulsozialarbeiterin FH und Betreuerin von Kindern und Jugendlichen
Ruedi Tobler, Menschenrechtsexperte

Ombudspersonen:

Severin Bischof, Dr.iur., und Stephan Zlabinger, MLaw, Rechtsanwälte und Notare
Céline Hofer, M.A. HSG in Law, Rechtsanwältin

Kontakt & Informationen: www.omki.ch

PD, Ombudsstelle Kinderrechte Ostschweiz (omki)