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10.01.2020
15.02.2020 12:27 Uhr

CHANDIRAMANIS BÖRSENWOCHE 2

In den Medien war der Konflikt Iran-USA das dominante Thema, Und hierzulande machte die Schweizer Nationalbank mit einem Reingewinn im 2019 von CHF 49 Milliarden auf sich aufmerksam.

Hauptthema in der zweiten Woche des neuen Jahren 2020 war die Tötung der iranischen Generals Soleimani und die Folgen bzw. die spätere Beschiessung amerikanischer und irakischer Stützpunkte sowie ein Flugzeugabsturz in Teheran, welcher auch in diesem Zusammenhang stehen könnte. Wie erwartet, schickten diese Feindseligkeiten Aktienmärkte und Währungen zunächst in den Keller. «Sichere Häfen» wie Schweizerfranken und Gold waren dagegen gefragt und profitierten von der Situation. Eher versöhnliche Töne aus den USA mit dem Verzicht auf weitere militärische Interventionen führten im Verlauf der Berichtswoche zu einer Erholung der Aktienmärkte, so dass der Wochenverlust per Saldo eher marginal war.

Eine der ersten Gesellschaften, die Zahlen publiziert hat, das war die Schweizerische Nationalbank. Mit einem Reingewinn von voraussichtlich 49 Milliarden CHF hatte  unsere SNB im vergangenen Jahr eine relativ glückliche Hand in der Verwaltung der eigenen Vermögensanlagen. Bund und Kantone dürften von einer Sonderausschüttung profitieren, welche vor allem den Kantonen gut tut und einige zukünftige Steuerausfälle kompensiert. Weitere Begehrlichkeiten wurden geweckt. Einige Politiker fordern auch Ausschüttungen für die AHV. Sehr wenig haben die Aktionäre (einige Kantone und wenige Privatpersonen) von diesem überraschen hohen Nationalbankgewinn. Neben einer geringen Dividende von CHF 15 pro Namensaktie zu. Auch bei einer Übernahme, Fusion, Verkauf oder Liquidation erhalten Aktionäre lediglich den Nennwert (CHF 250) zurück. Das ist in der Spezialgesetzgebung so festgelegt. Auch andere und neue  Formen einer Ausschüttung müssten gesetzlich neu geregelt werden.

Der restliche Aktienmarkt war nicht nur wegen des Konflikts USA-Iran schwächer, sondern auch technisch bedingt durch Verkäufe und Leerverkäufe internationaler Investoren, vor allem in den grosskapitalisierten, sogenannter Schweizer «Blue-Chip»-Aktien (Nestlé, Novartis, Roche, Lonza und Sika usw.). So wurden gleichzeitig auch Währungsgewinne auf dem Schweizer Franken mitgenommen.

Aussichten

Das Weltwirtschaftswachstum bleibt schwach im untersten einstelligen Bereich. In der Schweiz rechnet man höchstens mit 1,5 Prozent für 2020 (Vorjahr 1 Prozent). Stützen sind der Export (Pharma), sowie zinsbedingt der Bausektor. Konsumkrise - der Detailhandel sinkt, der Internethandel nimmt dagegen an Bedeutung zu. Die Warenhauskette Manor hat diverse Standortschliessungen. angekündigt. Die Autokrise in Deutschland spüren vor allem die Zulieferer.

Aber zurzeit fokussieren die Investoren auf die Politik und speziell den Nahen Osten. Im Augenblick sieht es so aus, als ob im Konflikt Iran-USA nach den ersten Angriffen wieder vorläufig ein Waffenstillstand eingekehrt ist. Langfristig ist eine Prognose jedoch sehr schwierig. Die Region Nahost bleibt ein Pulverfass, bei dem mehrere Länder involviert sind, insbesondere Iran, Irak, Syrien, Saudi Arabien, Türkei, USA, Israel und Russland. Schon seit Jahrzehnten wird insbesondere ums Erdöl gestritten. Faste ein Drittel dieses Rohstoffs kommt aus dieser Region und Hauptverbraucher sind vor allem Asien und China.

Ab dem 20. Januar 2020 schaut die Welt auf das WEF in Davos, das Treffen der «Reichen und Mächtigen». Erwartet werden auch neue Friedenstöne. Das Weisse Haus in Washington hat eine Teilnahme des US-Präsidenten Donald Trump bestätigt. Damit werden die Schweiz und Davos für ein paar Tage zur hochbewachten Festung.

Christopher Chandiramani, Börsenanalyst und freier Mitarbeiter Linth24