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Rapperswil-Jona
08.01.2020
08.01.2020 22:29 Uhr

News aus dem Federer Universum

Bauschutt, Milliardeneinkommen und Benefiz-Spiel. Der berühmteste Rapperswiler in Spe macht noch etwas mehr Schlagzeilen als üblich.

Schauplatz 1 ist der Federers Baugrund in der Kemprater Buch. Dort sind nun tatsächlich Bagger aufgefahren. Solche Geräte sind notwendig, wenn man etwas bauen will. Also nicht die wirkliche Big-News.

Aber hoppla: Bei den ersten Grabungen wurden scharfkantige Gegenstände gefunden: «Zum Beispiel Glas- und Metallstücke», wie die Linthzeitung schrieb. Es handelt sich dabei nicht um einen Schatz aus Römerzeiten - dafür war Kempraten ja bisher bekannt - sondern um Abfälle aus einer ehemaligen Ziegelei.

Der Blick hat weitergegraben und herausgefunden: Auf der Fabrik stand früher die «Chemiefabrik» der Familie Hess. Wie der Rapperswil Historiker Basil Vollenweider der Zeitung verriet, wurde dort vor 100 Jahren «Holzessig» fabriziert.

So richtig gefährlich ist das vermutlich nicht, weshalb es auch nicht im «Sanierungsgesuch» genannt wird, das zurzeit bei der Stadt liegt. «Der Normalbürger würde diese Sanierung wohl nicht vornehmen» sagte der zuständige Beamte der Linthzeitung.

Der sogenannte Milliardär

So kann man also unbeschwert zum Schauplatz 2 wechseln: Dem Reichtum von Roger Federer. Bemerkenswert ist hier, dass es Journalisten gibt, die nicht zwischen Einkommen und Vermögen unterscheiden können. Der Blick titelt freihändig: «Federer wird der erst vierte Sport-Milliardär».

Als «Milliardär» werden gewöhnlich Menschen bezeichnet, die eine Milliarde oder mehr auf dem Konto haben, wie die Chefs von Microosoft, Amazon, Google oder Christoph Blocher. Gemeint ist aber beim Tennisspieler nicht der Besitz, sondern die Summe aller Einnahmen seit seinem Karriere-Beginn und die hat die Webseite www.tennis.com zusammengezählt.

Bei solchen Schlagzeilen wäre vermutlich jeder Linth24 Leser mit einem Durchschnittsalter von 40 Jahren ein «Millionär». Ähnlich unpräzise wie der Blick sind auch die Webseiten Watson («Kreis der Sport-Milliardäre»), 20Minuten («Club der Milliardäre»), Nau («Federer wird bald zum Milliardär») oder Bluewin («wird 2020 erster Tennis-Milliardär»).

Wohltat in Australien

Unbestritten hat Roger Federer nicht nur grosse Einnahmen, sondern auch ein grosses Herz. Und so spielt sich der Schauplatz 3 in Australien ab. Dort haben enorme Buschbrände Millionen von Tieren und mehrere Menschen getötet sowie hunderte Häuser zerstört. Am 20. Januar startet dort das Australien Open, eines der vier Major-Tennis-Turniere der Saison.

Aber angesichts der Naturkatastrophe haben sich grossartige Tennisspieler zu einem Wohltätigkeitsevent am 15. Januar verpflichtet. Die Schweizer Tennisspielerin Belinda Bencic ist mit dabei, Serena Williams oder Rafael Nadal. Und eben auch Roger Federer. Sein Charity-Spiel wird zweieinhalb Stunden dauern.

Ein Blick auf die Schlagzeilen dieser Woche zeigt: Es ist heisser als sonst im Federer Universum. Aber Roger bleibt cool. Sein letzter Twittereintrag, seine letzte Aktualisierung auf seiner persönichen Webseite, ist mehr als einen Monat alt.

Mario Aldrovandi, Linth24