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Sport
19.01.2021
19.01.2021 08:57 Uhr

Flumsi: «Wir haben in 10 Tagen 4 Millionen verloren»

Die Flumserberge und auch Elm und Hoch-Ybrig ziehen auf Linth24 Zwischenbilanz. Bild: Linth24
Elm, Hoch-Ybrig und Flumserberge ziehen auf Linth24 Zwischenbilanz: Die grossen Skigebiete beklagen bei den Einnahmen und bei den Besucherzahlen grosse Verluste.

Die Skigebiete der Schweiz stecken in einer turbulenten Saison. Offen – zu – offen. Und das nur unter Einhaltung strenger Schutz-Massnahmen und mit geschlossenen Restaurants. 

7'000 statt 12'000 Gäste

Die Bergbahnen Flumserberg AG durften am 31. Dezember die Bahnen wieder öffnen. Vom vom 22. bis 30. Dezember musste der Skibetrieb auf behördliche Anordnung vom Kanton St. Gallen eingestellt werden. «Über die Festtage ist unsere Hauptsaison, in welcher wir einen Drittel des Jahresumsatzes erzielen. Der gesamten Bergbahnen-Gruppe fehlen somit Einnahmen von rund 4 Millionen Franken für diese 10 Tage», berichtet Katja Wildhaber, Mitglied der Geschäftsleitung der Bergbahnen Flumserberg AG.

Auch die Zahl der Gäste sei stark zurückgegangen. «An Spitzentagen hatten wir in den Vorjahren ca. 12'000 Gäste bei uns am Berg. Letzten Samstag durften wir 7000 Gäste bei uns begrüssen – dies war der meistfrequentierte Tag in dieser Saison», so Katja Wildhaber gegenüber Linth24. Man sei sich sicher, dass der Grund für den Gästerückgang die geschlossenen Gastronomiebetriebe sind, dadurch fehlen gemütliche Innenräume zum Aufwärmen. 

«Der gesamten Bergbahnen-Gruppe fehlen Einnahmen von rund 4 Millionen Franken für diese 10 Tage»
Katja Wildhaber, Mitglied der Geschäftsleitung der Bergbahnen Flumserberg AG

30 Prozent weniger Gäste

Auch das Skigebiet Hoch-Ybrig erlebte einen schweren Start. Während fast alle andern Skigebiete öffnen durften, musste das Hoch-Ybrig sich noch bis ursprünglich zum 8. Januar 2021, nach einer Intervention beim Kanton schlussendlich dann noch bis zum 2. Januar 2021 gedulden. Schon im Vornhinein rechnete Geschäftsführer Wendelin Keller vor, was das Skigebiet verlieren wird: «Pro Tag sind es 150'000 Franken Ticketeinnahmen, zusammen mit den fehlenden Einnahmen aus den Beizen sind es rund 300'000 Franken pro Tag.»

Nun, da das Skigebiet endlich öffnen durfte, zeigt sich Keller erleichtert. «Wir sind zufrieden mit unserem Skibetrieb. Es läuft gut. Vor allem gerade auch jetzt mit den Einschränkungen.» Doch auch im Hoch-Ybrig wird ein Rückgang an Gästen von etwa 30 Prozent notiert. 

«Wir bemerken einen Schwund an Gästen von etwa 30 Prozent»
Wendelin Keller, Geschäftsführer der Hoch-Ybrig AG

Auslastung bei 60 Prozent

Das Skigebiet Elm musste ebenfalls über die Festtage schliessen und büsste dabei hohe Verluste ein. Bruno Landolt, Direktor der Sportbahnen Elm, berichtet auf Anfrage von Linth24: «Vor allem von den Wochen zwischen Weihnachten und Neujahr fehlen uns natürlich die Einnahmen. Ansonsten hatten wir bis jetzt den Umständen entsprechend einen zufriedenstellenden Skibetrieb.»

Auch Landolt ist überzeugt, dass aufgrund der geschlossenen Gastronomiebetrieben weniger Gäste kommen: «Von der Kapazitätsgrenze waren wir weit weg, am Wochenende lag die Auslastung bei etwa 60 Prozent.»

«Von der Kapazitätsgrenze waren wir weit weg»
Bruno Landolt, Direktor der Sportbahnen Elm
Die Skigebiete Flumserberg und Elm sehen die geschlossenen Gastronomiebetrieben als einen der Hauptgründe für den Gäste-Schwund. Bild: Linth24

Massnahmen funktionieren

Bei der Umsetzung der Massnahmen zeigen sich alle Skigebiete sehr zufrieden, wenn nicht sogar überrascht darüber, wie gut sie eingehalten werden. Sowohl die Gäste als auch die Mitarbeitenden halten sich an die Maskenpflicht und auch die anderen Vorschriften. Katja Wildhaber ergänzt, dass man als zusätzliche Massnahme in den drei Gondelbahnen der Flumserberge nur noch 2/3 der Gäste transportiere.

Probleme mit Gästen, welche sich nicht an die Massnahmen halten, gäbe es im Hoch-Ybrig nur ganz selten, meint Wendelin Keller. Und auch diese seien nach einem kurzen Verweis auf die Regeln meistens rasch geklärt. 

Auch in Elm ist Bruno Landolt zufrieden mit dem Verständnis und Verhalten der Gäste. «Die Schutzmassnahmen bewähren  sich auch bei einem grossen Gästeaufkommen hervorragend. Wir haben extra ein Covid-Team angestellt, das für einen ordentlichen Ablauf im Betrieb sorgt und schaut, dass die Schutzmassnahmen auch eingehalten werden.»

Linda Barberi, Linth24