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Sport
30.12.2020
31.12.2020 14:13 Uhr

Hoch-Ybrig tobt: «Kostet uns 300'000 Franken pro Tag»

Die Schwyzer Skigebiete haben das Nachsehen.
Die Schwyzer Skigebiete haben das Nachsehen. Bild: Hans-Ruedi Rüegsegger
Während alle Skigebiete öffnen, müssen Luzern und Schwyz bis 8. Januar geschlossen bleiben. Das Hoch-Ybrig kostet das weiterhin 300'000 Franken pro Tag, 240 Angestellte sind in Kurzarbeit.

In der Schweiz müssen nur noch die Skigebiete von Luzern und Schwyz geschlossen bleiben. Da kann man den Unmut nur zu gut verstehen, welche sich auf der Website des Hoch-Ybrig abzeichnet:

Stellungnahme Hoch-Ybrig

Am Dienstag fand eine Sitzung zwischen den Delegationen der Skigebietsvertretern und dem Regierungsrat statt. Alle Bemühungen seitens der Bergbahnen sind umsonst!

Anscheinend gibt es zu wenig Intensivbetten und das Personal ist am Anschlag. Fazit: Der Regierungsrat vom Kanton Schwyz, insbesondere Frau Petra Steimen, haben ihre Aufgaben nicht gemacht und alle Skigebiete im Kanton Schwyz müssen darunter leiden!

Sämtliche Anlagen bleiben bis und mit Freitag 08. Januar 2021 geschlossen. Für Ihre Kenntnisnahme und das Verständnis danken wir Ihnen.

Ihr Hoch-Ybrig Team

Geschäftsführer Wendelin Keller rechnet im «Blick» vor, was das Skigebiet grad verliert. «Pro Tag sind es 150'000 Franken Ticketeinnahmen, zusammen mit den fehlenden Einnahmen aus den Beizen sind es rund 300'000 Franken pro Tag», sagt er. 240 Angestellte sind derzeit auf Kurzarbeit.

Er versteht nicht, dass er nicht öffnen darf. «Wir haben 150'000 bis 200'000 Franken in Schutzkonzepte investiert», sagt Keller. Zudem habe man extra nur Saisonabo-Besitzer zugelassen, um einen Grossansturm zu verhindern. «Und jetzt dürfen ausser wir und die Luzerner alle offen haben!»

Weglosen-Gondeln stehen still

Im Hoch-Ybrig glitzert die wunderbare Schneepracht in der Sonne – doch die grossen Gondeln in der Weglosen stehen still. Auch die Sesselbahn auf die Laucheren sowie alle weiteren Anlagen sind ausser Betrieb. Denn gemäss Beschluss des Regierungsrates müssen die Skigebiete auch weiterhin bis am 8. Januar geschlossen bleiben.

Bergbahnen dürfen aber unter Einhaltung der Corona-Auflagen fahren. Die Weglosen-Gondeln dürften eigentlich in Betrieb sein. Doch das Hoch-Ybrig sieht darin keine Option: «Wir sind grundsätzlich ein Ski- und Snowboardgebiet. Familien beispielsweise würden es nicht verstehen, wenn sie den Schlitten oder den Bob nicht mitnehmen könnten», erklärt Yvonne Ziegler von der Geschäftsleitung einen der Gründe. «Zudem ist unser Gebiet nicht aufs Winterwandern ausgelegt. Das kann man aber in den Dörfern machen.» Auch für die Nutzung der Langlaufloipe verweist sie auf das Ybriggebiet.

«Man ging davon aus, dass auch wir nach Weihnachten wieder öffnen können », so Ziegler – wie dies in fast allen anderen Schweizer Kantonen der Fall ist. Stattdessen müssen die Skisportbetreiber im Kanton nun eine Verschärfung hinnehmen – und sind gefrustet. Für Ziegler ist klar: «Jetzt weichen die Skifahrer in andere Kantone aus.» Trotz der schwierigen Situation bringt Yvonne Ziegler Verständnis dafür auf, dass die Auslastung der Spitäler berücksichtigt werden müsse.

Meeting ohne Erfolg

«Was wir wollten, war, dass wenigstens unsere Feriengäste, die sich jetzt im Ybrig befinden, und von denen viele eine Jahres- oder Saisonkarte besitzen, wieder auf die Piste können. Und wir wollten auch in einem gewissen Umfang Tageskarten herausgeben», so Yvonne Ziegler. So sei es bis vor die Weihnachtstage gut und coronakonform gelaufen. Die Hoffnung auf einen guten Kompromiss ist nun aber gestorben.

Linth24/ Höfe24