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Leserbrief
Rapperswil-Jona
23.12.2020
23.12.2020 09:06 Uhr

«Altersheim Porthof: Politisch radikale Änderungen nötig»

Aus den geplanten Pflegewohnungen wird kurz vor Bauende ein Kindergarten. Linth24-Leser Beat Schuler ist sich sicher, dass für radikale Veränderungen gesorgt werden muss. Bild: Linth24
Linth24-Leser Beat Schuler aus Jona ist sich sicher: «Das Projekt Schachen ist ein weiterer Leerlauf aus diesem Stadthaus und die älteren Mitmenschen zahlen die Zeche.»

«Vielen Dank für den aufschlussreichen Artikel von Linth24 zu den «dubiosen Vorgängen» rund um den Kindergarten im Altersheim Porthof. Man muss sich das alles einmal vor Augen führen: Vor sechs Jahren wurde das Siegerprojekt für 50 zusätzliche Alterswohnungen mit Service vorgestellt. Ein halbes Jahr vor deren Eröffnung nun, also kurz vor Weihnachten 2020, stellt die Stiftung RaJoVita fest, dass die geplante Pflegewohnung mit 19 Betten im Erdgeschoss «unvereinbar mit einer zeitgemässen und sinnvoll finanzierbaren Ausrichtung der Langzeitpflege ist».

Im Klartext: es ist zu teuer. Die vorgesehenen Plätze werden gestrichen. Sind diese Menschen verschwunden? Wenn ja, wohin? Wenn nein, dann wären die letzten 8 Jahre und das fast fertig gestellte Projekt im Porthof eine gigantische Fehlplanung!

Glücksfall für Schulpräsidenten

Doch aus diesem weiteren Debakel aus dem Stadthaus wird ein Glücksfall für den Schulpräsidenten. Echt genial, diese Stadtplanung! Der Umbau der beinahe fertigen Räume für die seit Jahren geplante Pflegeabteilung in einen Kindergarten kostet, gemäss Tanja Zschokke, «nur» 3-4 % der Bausumme von 30 Millionen. Sprich 1 bis 1.2 Millionen Franken. Offenbar ein Klacks für diesen Stadtrat.

Das ist keine Antwort, Frau Stadträtin

Und die Verantwortung übernimmt natürlich einmal mehr niemand. Natürlich nicht der Stadtrat und auch nicht der Stadtpräsident, dessen Fehlerquote bald Schweizer-Rekord-verdächtig ist. Und Stadträtin Tanja Zschokke, einsitzend in der Stiftung für Alterswohnungen von Rapperswil-Jona, sagt: «Wir schauen vorwärts und betrachten die Situation als Chance.»

Das ist keine Antwort, Frau Stadträtin, auf die vielen drängenden Fragen. Es ist Transparenz gefragt. Man vernimmt nur: Die kleinere Pflegewohnung im bestehenden Porthof soll beibehalten werden, weil sie kostengünstiger betrieben werden kann. Also offenbar geht es wieder «um den Stutz»!

Die vorgesehenen 19 Plätze gehören der Vergangenheit an – daraus wird nun ein Kindergarten. Bild: Linth24

Aus vertrauter Umgebung gerissen

Mit der Spitex ist es immer mehr alten Menschen möglich, in ihrer vertrauten Wohnung zu bleiben. Trotzdem wird ein neues, riesiges Alters- und Pflegeheim im Schachen hingeklotzt. Dafür sollen das bestehende Altersheim Meienberg und das Altersheim Bürgerspital in Rapperswil geschlossen werden. Die alten Menschen reisst man aus ihrer vertrauten Umgebung. Sie zu fragen ist nicht opportun. Wir wissen nämlich alle, dass sie das nicht wollen!

Für die Behörden sind das keine Argumente, Hauptsache es ist billiger. Und auf den beiden freiwerdenden Grundstücken an den besten Lagen können dann Eigentumswohnungen gebaut werden.

Fazit 1: Leerlauf

Das Projekt Schachen ist ein weiterer Leerlauf aus diesem Stadthaus. Seine Finanzierung soll an einen Investor delegiert werden, die Kosten für die Stadt werden gesenkt, die zukünftigen Bewohner/Innen zahlen hohe Pensionspreise und die freiwerdenden Parzellen werden vergoldet.

Fazit 2: Radikale Veränderungen gefragt

Die älteren Mitmenschen, das sind vielleicht Sie und ich, zahlen die Zeche. Wir sind ja dann eh bald einmal weg! Wenn wir das alles nicht mehr weiter erdulden möchten, sollten wir gemeinsam politisch für radikale Veränderungen sorgen.»

Beat Schuler aus Jona